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Rauchen oder Nichtrauchen

Kaum beschlossen, löst sich das Rauchverbot auch schon wieder in Luft auf

Von vielen politischen Entscheidungen sind wir ein endloses Hin und Her gewohnt – der Umgang mit dem Marx-Relief in Leipzig ist das beste Beispiel. Nun geht das Herumgeeier beim Thema Rauchverbot in Sachsen in eine neue Runde.

Von vielen politischen Entscheidungen sind wir ein endloses Hin und Her gewohnt – der Umgang mit dem Marx-Relief in Leipzig ist das beste Beispiel. Nun geht das Herumgeeier beim Thema Rauchverbot in Sachsen in eine neue Runde. Das sächsische Verfassungsgericht erlaubte Ende März in Ein-Raum-Kneipen ohne Angestellte das Rauchen vorläufig wieder. Denn diese, so das Gericht, seien durch das Verbot in ihrer Existenz bedroht. Eine endgültige Entscheidung, ob das Rauchverbot mit der Verfassung vereinbar ist, wird noch ergehen.

Doch wer seit dem Urteil in Leipziger Kneipen unterwegs war, der weiß: Man kann fast überall wieder seinen Glimmstängel anzünden – auch wenn der Student hinter dem Tresen sicher nicht der Wirt ist. Vermutlich sind in diesen Lokalen über Nacht alle vormals Angestellten zu Teilhabern geworden und störende Wände wurden entfernt: auf ein Mal alles inhabergeführte Ein-Raum-Kneipen. Ähnlich ist es in Bayern, wo viele Gaststätten abends Mitgliederversammlungen abhalten, um so das Verbot zu umgehen. Es wird also durchaus Kreativität im Ausnutzen von Gesetzeslücken an den Tag gelegt.

Doch Kreativität dabei, das Rauchverbot umzusetzen, sucht man meist vergeblich. Stattdessen streiten Wirte wie besessen darum, ihre Gäste und sich selbst in den weißen Dunst hüllen zu dürfen. Besonders verzweifelt kämpfte ein Gastronom in Baden-Württemberg, der sich wegen des Rauchverbots das Leben genommen hat.

Vielleicht sollten die Wirte einfach das Rauchverbot akzeptieren und versuchen, das Beste daraus zu machen. In Irland gibt es das Verbot bereits seit 2004. Dort kamen plötzlich ganz neue Gäste in die nicht mehr verräucherten Pubs. Auch in Leipzig freuen sich viele, in eine Kneipe gehen zu können und nicht im Qualm sitzen zu müssen. Zudem bekommt man bei rauchfreier Luft nicht so schnell einen Kater, und möglicherweise können die Wirte deshalb sogar das ein oder andere Bier mehr ausschenken.


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