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Potter hat ein Ende

Der lange erwartete vorletzte Teil der „Harry Potter“-Reihe startet in den Kinos

Hauself Dobby liegt mit einem Loch in der Brust tot am Strand, Harry schaut verheult aufs Meer, Voldemort schießt mit dem frisch erbeuteten Elderstab einen Lichtstrahl in den Himmel – aus, Fortsetzung folgt. Jäh bricht der erste Teil des „Harry Potter“-Finales ab. Ungläubig reiben sich jene Zuschauer die Augen, die J.K. Rowlings Septalogie nicht gelesen haben. Ab Donnerstag läuft „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ im Kino.

Hauself Dobby liegt mit einem Loch in der Brust tot am Strand, Harry schaut verheult aufs Meer, Voldemort schießt mit dem frisch erbeuteten Elderstab einen Lichtstrahl in den Himmel – aus, Fortsetzung folgt. Jäh bricht der erste Teil des „Harry Potter“-Finales ab. Ungläubig reiben sich jene Zuschauer die Augen, die J.K. Rowlings Septalogie nicht gelesen haben. Auf den Punkt kommt diese erste Hälfte der „Heiligtümer des Todes“ nicht, was deren Sinn und Zweck ist, wurde erst recht nicht vermittelt.

Im zweigeteilten Finale geht es Lord Voldemort, dem mächtigen wie abgrundtief fiesen Zauberer endlich allmählich an den Kragen. Nachdem Harry und die Seinen bereits zuvor herausgefunden hatten, dass der manische Magier Teile seiner Seele in mehrere Objekte eingeschlossen hatte, um so zur Unsterblichkeit zu gelangen, suchen sie nun nach diesen. Man nennt sie Horkruxen, und sind sie alle zerstört, dann fällt auch Voldermort für immer.

Das Dumme ist nur, dass die Zauberschüler nicht wissen, wo die Objekte ihrer Begierde zu finden sind. Der dahingeschiedene und es mit ihnen sonst gut meinende Magier Dumbledore hat sein Wissen nur fragmentarisch, als Rätselspur hinterlassen. Ohne Clou irren Harry, Hermine und Ron so über weite Strecken des Films durch die Gegend, während Voldemort und sein Gefolge der Todesser an Macht gewinnen, und schlagen ihre Zelte mal hier, mal dort auf. Jugendlichen beim Campen zuzuschauen, erfordert auch auf der Leinwand etwas Geduld – immerhin gibt es prächtige Landschaften zu bestaunen.

Immer mal wieder ereilt ein Geistesblitz das Trio und die Handlung nimmt wieder Fahrt auf. Dabei werden aber so viele Abkürzungen durch die Geschichte genommen, dass kein Zuschauer ohne Textkenntnis mitkommt. Wieso taucht plötzlich Dobby zur Rettung auf? Weshalb befolgt Ron im Zaubereiministerium ohne erkennbare Not den Befehl eines Magiers und trennt sich von der Truppe? Und warum lassen sich die sonst so pfiffigen Freunde einfach im Wald durch zufällig dahergelaufene Greiftrupps erledigen? Dafür gibt es Gründe, die im Buch erklärt werden. Der Film verbirgt sie und wirkt so streckenweise wie ein Puzzlespiel, bei dem entscheidende Teile fehlen.

Das ist schade, denn die hübschen visuellen Effekte, die düstere Atmosphäre und viele kleine Gimmicks machen den Film zur Augenweide – selbst wenn die alternden Jungdarsteller mal mehr, mal weniger jugendlich süß wirken. Besonders hervorzuheben ist die als Animation dargestellte Geschichte von den drei Brüdern, die von den Heiligtümern des Todes handelt. Diesen Kniff kennt man aus „Hellboy II“, aber das macht ihn nicht weniger ansehnlich. So kann man potentiellen Filmbesuchern nur raten, sich vorher etwas kundig zu machen, damit sie den zwei Stunden auch ein Leinwandvergnügen abgewinnen können. Denn Eingeweihte wird die Verfilmung von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ verzücken, Zaungäste in Rowlings Fantasy-Reich werden in einer Kreuzung aus Langeweile und Überforderung hilflos allein gelassen.

ab 18.11. in verschiedenen Leipziger Kinos
http://www.harrypotter.warnerbros.de/hp7a/
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