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War Thomas Mann wirklich schwul?

Die Leipziger Agentur Nimirum recherchiert Antworten auf akademische Fragen

Im Verlauf der Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg wurde eine Sache augenfällig: Teile der Republik bis in die hohe Politik hinein taten so, als wäre es vollkommen irrelevant für das politische und gesellschaftliche Leben, was in der Wissenschaft passiert. In der Leipziger Agentur Nimirum sieht man das naturgemäß anders: Seit Anfang des Jahres bieten die Agenturgründer Anja Mutschler und Christophe Fricker Dienstleistungen im Bereich wissenschaftliche Recherche an.

Im Verlauf der Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg wurde eine Sache augenfällig: Teile der Republik bis in die hohe Politik hinein taten so, als wäre es vollkommen irrelevant für das politische und gesellschaftliche Leben, was in der Wissenschaft passiert.

In der Leipziger Agentur Nimirum – lateinisch für »nicht verwunderlich« – sieht man das naturgemäß anders: Seit Anfang des Jahres bieten die Agenturgründer Anja Mutschler und Christophe Fricker Dienstleistungen im Bereich wissenschaftliche Recherche an. Sie können nach wissenschaftlichen Belegen für Fragen der Art suchen, ob Thomas Mann schwul war oder ob sich wirklich alle Frauen über die Emanzipation freuen.

Mutschler und Fricker wollen das Wissen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften in die Sphäre von Unternehmen übersetzen. Will sich etwa eine Firma neu ausrichten und dabei sachgerecht vorgehen, kann sie das Wissen der Agentur anfragen. Ihre Expertise, sagt Mutschler, könne Unternehmen helfen, Entscheidungen zu finden oder peinliche Fehler zu vermeiden. Die studierte Politologin und Kunsthistorikerin hat selbst als Autorin im Journalismus wie auch in der PR gearbeitet. Ihr Geschäftspartner Fricker ist promovierter Germanist und hat in den USA und England Erfahrungen im wissenschaftlichen Bereich gesammelt. Aufgefallen ist ihm dabei, dass Forschungsinhalte anderswo viel schneller in der Gesellschaft ankommen als hierzulande, wo zwischen Öffentlichkeit und Universität kaum ein Austausch stattfinde.

So haben sich beide von verschiedenen Enden getroffen: Fricker kommt aus der akademischen Welt und denkt über die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft nach. Mutschler stammt aus dem Kommunikationsbereich und merkte, dass Texte oft nicht die Inhalte transportieren, die ihre Verfasser transportieren wollen. Die Agenturgründer verbindet »die Liebe zum Text und die Liebe zu Details«, sagt Mutschler. Mit 100 akademischen Experten arbeiten die beiden inzwischen zusammen. Wissenschaftler sollen über Nimirum aber auch selbst die Möglichkeit erhalten, auf hohem und dennoch allgemein verständlichem Niveau zu publizieren. Anja Mutschler ist sich sicher, dass es dafür genügend Nachfrage gibt: »Schließlich möchte jeder mit dem, was er tut, auch eine Wirkung entfalten.«

http://www.nimirum.info
aus dem kreuzer-Heft 04.11

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