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Spenden für die Freiheit

Wie aus Leipzig die Aufstände in Syrien unterstützt werden, Teil 2

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In Syrien ist Krieg und Leipzig mischt sich ein: Wie in Plagwitz daran gearbeitet wird, den syrischen Diktator zu stürzen.

Andre Find und Eva Tepest erledigen von Leipzig aus eine Arbeit, die in Syrien lebensgefährlich wäre. Sie sitzen Tag und Nacht in ihrem provisorisch eingerichteten Büro, um Videos von Freiheitskämpfern ins Internet zu stellen, mit syrischen Bloggern Kontakt zu halten und Spendengelder zu verwalten. Sie wissen, dass ihnen im beschaulichen Leipzig nicht dasselbe Schicksal droht wie den Aktivisten in Syrien, mit denen sie regelmäßig chatten.

Der Verein sammelt unter dem Motto »Revolutionen adoptieren« Spenden. Das System ist einfach: Die Spendengelder gehen an drei große Dachverbände, die das Geld an kleinere syrische Protestorganisationen weiterleiten. Sobald die Spende angekommen ist, schicken die Dachverbände einen Bericht per Mail nach Deutschland und erklären, wie das Geld verwendet wird. Alles im Zeichen der Transparenz.

»Du kannst nicht einfach wieder aufhören«

»Wir dachten uns, wenn man Regenwälder, afrikanische Kinder oder Eisbären in Form einer Patenschaft unterstützen kann, warum dann nicht auch Revolutionen«, sagt Find. Um zu verhindern, dass von den Spendengeldern Waffen gekauft werden, besorgen manchmal auch Kontaktpersonen in der Türkei und dem Libanon die benötigte Ware, wie zum Beispiel Funktelefone, und schmuggeln diese über die syrische Grenze. Im vergangenen Sommer begannen Andre Find und sein Freund Elias Perabo den Syrischen Frühling zu unterstützen. Seitdem arbeitet Find in Leipzig und Perabo in Berlin, um das Projekt am Leben zu halten.

Eva Tepest ist neu und die fünfte Person im Verein. Sie studiert Arabistik und war vergangenes Jahr zu Beginn der syrischen Revolution in Damaskus. »Wir haben den Anfang der Proteste am 15. März noch mitbekommen und sind Ende des Monats zu einem relativ ungefährlichen Zeitpunkt wieder nach Deutschland geflogen«, erzählt sie. Tepest arbeitet seit einem Monat für den Verein. Neben ihrem Studium möchte sie sich weiter für die Freiheitskämpfer engagieren. Find hat für die Organisation seinen Job an den Nagel gehängt. Er werde weitermachen, wie lange, wisse er noch nicht. »Du kannst bei diesem Projekt nicht sagen: In einem halben Jahr höre ich auf und gehe wieder ganz normal arbeiten.«

Zum Thema siehe auch: Medizin für die Revolution.

http://www.adoptrevolution.org

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