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Editorial 06/2013

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der Juni-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe erklärt, was es in diesem Heft zu lesen gibt.

Das lag uns mal am Herzen: In diesem Heft geht es in weiten Teilen um den kreuzer, seine ökonomischen Grundlagen, die Arbeitsbedingungen, unter denen er entsteht, die Gründe, warum wir ihn machen – und die Ideen, die hinter dem Projekt kreuzer stehen und immer standen.

Bei dieser Selbstbeschau geht es uns darum, Aufmerksamkeit herzustellen für unser Stadtmagazin als wichtigen Teil der Leipziger Medienvielfalt. Die ökonomische Seite mag einigermaßen ernüchternd sein, die ideelle und inhaltliche ist es aber nicht. Wir glauben an die Zukunft von lokalem Magazinjournalismus, von Stadtjournalismus, wie wir ihn machen – und wir werden unsere Stärken weiter ausbauen. Auch darum geht es in diesem Heft.

Auch der kreuzer spürt die Krise der Printmedien und des Anzeigenmarktes, die seit einigen Jahren grassiert. Für uns hat diese allgemeine Krise allerdings weniger Bedeutung als für andere Medien, denn erstens war der kreuzer schon immer ein Zuschussprojekt und zweitens stehen wir als ein Medium, das eher langsamen Magazinjournalismus macht, nicht so sehr in Gefahr, unsere Relevanz durch schnelle Nachrichten im Internet zu verlieren, wie es Tageszeitungen tun. Das Internet ist für uns – auch im ökonomischen Sinne – viel mehr Möglichkeit als Bedrohung. Und das, obwohl oder gerade weil wir entschlossen am gedruckten kreuzer festhalten werden. Die großen und kleinen Geschichten, eine ausführliche Berichterstattung aus Leipzigs Kultur- und Subkulturszene, der einzigartige Überblick, den unser Veranstaltungskalender bietet, und unsere absolute Unabhängigkeit gegenüber ökonomischen oder politischen Interessen: Das sind die Werte, die wir Ihnen bieten. Klar ist auch, dass wir den kreuzer konsequent weiterentwickeln müssen. Sie können uns dabei auf vielfältige Weise helfen. Schließen Sie ein Abo ab und diskutieren Sie mit uns sowie weiteren Vertretern der Alternativpresse beim kreuzer-Podium zur Frage: Welchen Journalismus braucht Leipzig und wie können wir ihn ermöglichen? Die Diskussion startet am 20. Juni um 19 Uhr in der Halle 14 auf dem Spinnereigelände. Mit dabei sind Konny Gellenbeck von der taz-Genossenschaft, Monika Peters von der Stadtrevue Köln, der Medienwissenschaftler Michael Haller und ich als kreuzer-Chefredakteur. Kommen Sie einfach vorbei und reden Sie mit uns. Es ist schließlich auch Ihre Stadt, um die es hier geht. Wir würden uns sehr freuen!

Natürlich haben wir auch noch andere Geschichten für Sie auf Lager: Im Magazin geht es um die Gentrifizierung in Connewitz und die Auseinandersetzungen, die diese provoziert. Außerdem haben wir unseren Kneipenreporter Robert Reimer mal wieder losgeschickt, um die verrufensten Kneipen der Stadt zu erkunden. Er riskierte sein Bier diesmal im Speedy Corner, irgendwo zwischen Volkmarsdorf und Neuschönefeld. Eileen Reukauf berichtet im Filmressort über queere Filme, Tobias Prüwer im Theaterressort über das blutige Matschepampen-Ende der Intendanz von Sebastian Hartmann am Centraltheater und im Kinder- und Familienressort geht es um die Frage, was man an Leipzigs Schulen gegen offene und versteckte Homophobie tun kann.

Preiserhöhung: Der kreuzer erhöht seinen Preis mit dieser Ausgabe von 2,50 Euro auf 2,80 Euro. Dazu eine kurze Mitteilung aus der Verlagsleitung.

Liebe Leserinnen und Leser des kreuzer,

ab dieser Ausgabe kostet ein Heft 2,80 Euro, ein reguläres Jahresabo 30 Euro. Diese moderate Preiserhöhung um 30 Cent bzw. 3 Euro ist die erste nach fünf Jahren Preisstabilität. Notwendig wurde sie, um gestiegene Kosten aufzufangen und Ihnen die gewohnte Qualität weiterhin bieten zu können.

Ach ja, fast vergessen: Mit diesem Heft wird der kreuzer 22 Jahre alt. Sie halten also die 264. Ausgabe dieses tollen Stadtmagazins in den Händen. Im Juni 1991 erschien der erste kreuzer. Er entstand aus der Kulturbeilage der alternativen Wochenzeitung DAZ, die in den Wendejahren in Leipzig gegründet wurde. Die DAZ ging pleite, der kreuzer überlebte. Sein Name hat übrigens keinen maritimen Ursprung, sondern bezieht sich auf das Connewitzer Kreuz.

Nun wird es Sommer! Ihr

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Dein Kommentar

3 Kommentare

  1. Jane | 24. Mai 2013 | um 15:01 Uhr

    Fast 3EUR für was..? Kaum packende Themen die uns in Leipzig bewegen. Langweilig und weit weg vom Leser. Wo sind die heissen Eisen? Ihr seid schon lang kein Stadtmagazin mehr. Schade.

  2. stefan | 25. Mai 2013 | um 12:15 Uhr

    Liebe Jane,
    Sie schreiben „uns in Leipzig“. Darf ich mich davon ausschließen?! Ich persönlich finde den Kreuzer wichtig; dass und wie er sich in die öffentliche Sache einmischt. Seit der LVZ zum Wagner-Geburtstag nichts besseres einfällt, als Iris Berben auf den Titel zu setzen, übrigens noch mehr. Im Grunde genommen sollte man auch mal darüber nachdenken, ob die Kreuzer-Mannschaft nicht für die Sächsische Zeitung eine kleine Lokalbeilage erstellen kann. Irgendwie hat der Kleinbürger- und Spießrentergeschmack in der hiesigen Zeitungslandschaft unangemessen viel Raum. Weil man so diese Klientel bei der Stange und im LVZ-Abo hält. So entsteht ein schiefes Bild. Schade. Gut das der Kreuzer hier gegensteuert.