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Ein Tag in Wittenberg

... ohne Luther auch nur zu erwähnen

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Hamlet hat in Wittenberg studiert, so steht es unter anderem bei Shakespeare. Nicht nur zur Zeit des englischen Dramendichters genoss die Universität Wittenberg hohes Ansehen, denn sie galt als modern. Das meinte weniger die Ausstattung der Hörsäle, sondern die humanistische Geisteshaltung, und so war die Stadt im 16. Jahrhundert eine der größten Hochschulstädte in Europa und auch zu anderen Zeiten ein Zentrum von Politik, Kunst und Kultur.

Im sogenannten Hamlethaus in der Innenstadt soll der dänische Königssohn gewohnt haben. Das ist natürlich fragwürdig, denn wenn es einen Prinzen wie Hamlet gegeben hat, dann hat er nicht nach 1502 gelebt, dem Gründungsjahr der damals Leucorea genannten Wittenberger Universität. Der Name leitet sich aus dem Altgriechischen ab und übersetzt sich mit weißer Berg. Ebenso soll der Name der Stadt weißer Berg bedeuten, vielleicht aber auch weißer Strand. Der Strand könnte an der Elbe liegen. Unter anderem dieser Fluss beschert der Stadt eine günstige Verkehrslage, weshalb sie im 19. und 20. Jahrhundert Industriestandort wurde. Nach der Wende brachen viele Arbeitsplätze weg und die Bevölkerung schrumpfte, danach siedelte sich erneut Industrie an.

Draußen: In der Altstadt atmet jeder Stein Geschichte, mancher sogar Weltgeschichte – gleich vier Mal Weltkulturerbe lässt sich bei einem Stadtrundgang erlaufen. Viele Hausfassaden tragen Tafeln, die den Aufenthalt berühmter Männer verzeichnen, über hundert sollen es sein. Gerade in Nähe des Marktplatzes dominiert Renaissancearchitektur. Die Siedlung des Stickstoffwerks im Ortsteil Piesteritz entstand ab 1916 und steht unter Denkmalschutz. Sie ist die größte autofreie Wohnsiedlung im Land. Außerhalb der Stadt liegt das Biosphärenreservat Mittelelbe, das die Unesco als Naturerbe eingestuft hat. Hier gibt es Eisvögel, Elbebiber und Seeadler, die sich von eigens eingerichteten Punkten aus beobachten lassen oder mit etwas Glück bei einer Schifffahrt auf der Elbe.

Drinnen: Die Städtischen Sammlungen schauen 700 Jahre in die Stadtgeschichte und in die Natur- und Völkerkunde. Einige weitere Ausstellungen beleuchten Highlights der Vergangenheit, zum Beispiel in der Klosterkirche die Askanier.

Mit Kindern: Der Waldspielplatz im Stadtwald lässt sich mit dem Erlebnispfad entlang der dortigen Tiergehege kombinieren. Tier und Spiel verbindet auch der Wasserspielplatz am Tierpark, Matschekasten inklusive.

Abends: Filme schaut man im Central-Kino und im Sommer im Open-Air-Kino im Cranach-Hof. Schauspiel, Musik und Kabarett bietet das Clack-Theater, Vorträge, Musik, Märchen und Vermischtes die Phönix-Theaterwelt.

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