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Editorial 03/2017

Das neue Heft ist da!

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An dieser Stelle veröffentlichen wir das Editorial der März-Ausgabe des kreuzer. Chefredakteur Andreas Raabe berichtet, was es im neuen Heft zu lesen gibt.

Es ist eine unglaubliche Geschichte, die unser Autor Thomas Datt da aus der sächsischen Provinz, nur 50 Kilometer von Leipzig entfernt, mitgebracht hat. Im Städtchen Colditz terrorisiert eine Familie, genauer gesagt: Vater und Söhne, unliebsame Nachbarn, wer aufmuckt, wird fertiggemacht. Die Männer sind gut eingebunden in örtliche Nazi-Strukturen. Eines ihrer Opfer bringt sich schließlich um. Als einer der Männer mit 1,8 Kilogramm der Droge Crystal erwischt wird, macht die Schlagzeile »Nazis handeln mit Drogen« deutschlandweit die Runde. Doch das Schlimmste ist: Der Staat greift kaum ein, die Polizei kommt nur sehr spät oder überhaupt nicht, Justizorgane handeln auch nach Jahren nicht entschlossen. Lesen Sie Datts Bericht aus einer rechtsfreien Zone ab Seite 18.

»Trouble in Plagwitz« überschrieben wir Anfang Februar unsere Meldung,, in der es um die Proteste gegen Veränderungen im Westwerk an der Karl-Heine-Straße ging. Es schien zunächst nach der klassischen Eskalation der Gentrifizierungsspirale auszusehen, Medien berichteten sogar überregional. »Kommerz frisst Kunst« – die Story war so einfach wie alarmierend. Doch sehr bald merkten wir, dass es wohl doch nicht ganz so einfach war, wie es schien. Also hörten wir uns mal um im Westwerk und sprachen mit den Leuten, die dort ihre Ateliers, Läden und so weiter haben. Heraus kam schnell, dass die Betroffenen selbst den Protest – in seiner konkreten Form – kaum unterstützten, ja zum Teil sogar als schädlich empfanden, obwohl sie sich des allgemeinen Problems der Gentrifizierung durchaus bewusst waren. Unseren Report finden Sie ab Seite 30.

Neues gibt es weiter vorn im Heft – nämlich den Spinnaker. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie auf Seite 12. Da wird auch erklärt, was so ein Spinnaker eigentlich ist und was er mit Wirtschaft, Unternehmensgründung, Start-up und innovativen Ideen zu tun hat. Um diese Themen geht es nämlich im kreuzer-Spinnaker.

Aber die tollste Neuerung im kreuzer finden Sie ab Seite 34. Da haben wir nämlich ein ganzes Ressort neu aufgemacht: die Stadtgeschichten. Hier wollen wir uns fortan der Stadt auf eine eher erzählerische Art und Weise nähern, Nonfiction könnte man coolerweise sagen. In unserem neuen Ressort jedenfalls gibt es ab sofort Carl-Christian Elzes Zoogeschichten zu lesen. Dieser Top-Schriftsteller und Besitzer eines süßen Hundes namens Sandy ist der Sohn des legendären früheren Cheftierarztes im Zoo Leipzig, Professor Karl Elze. Elze junior erzählt nun wahre Geschichten aus seiner Kindheit zwischen allerlei exotischem Getier. Und obwohl Elze ein Meister der humorvollen Absurditäten ist, geht es in seinen Geschichten nicht selten um den Tod und seine ganz konkreten Folgen. Lassen Sie sich verzaubern von Elzes Zoostorys, die fotografisch gestaltet wurden von der international bekannten Fotokünstlerin Sandy von Schmarl, weder verwandt noch verschwägert mit Elzes kleinem Hund.

Doch wir haben noch einen draufgepackt beziehungsweise wiedergeholt: Der Misanthrop ist zurück! Die Comic-Kolumne, gezeichnet von Phillip Janta und getextet von Marcel Raabe, um den rauchenderweise über die Stadt philosophierenden Menschennichtmöger bildet auf einer Doppelseite den krönenden Abschluss unserer neuen Strecke.

Acht Seiten haben wir dafür bereitgestellt und damit auch den gesamten Heftumfang vergrößert. Zusammen mit dem :logbuch, unserem beiliegenden Sonderheft zur Buchmesse (Redaktion: Tobias Prüwer), halten Sie einen der dicksten kreuzer aller Zeiten in den Händen.

Ach so: Sollten Sie auf die Buchmesse gehen, ab dem 23. März, dann besuchen Sie uns doch in Halle 5 an unserem Stand H 218.

Eine erquickliche Lektüre wünscht

Andreas Raabe

chefredaktion@kreuzer-leipzig.de

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