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Legida endet in der Tram

Große Gegendemo gegen kleine Legida

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Das wars also mal wieder. Leipzig hat eindrucksvoll bewiesen, dass Legida nicht willkommen ist. Gut hundert »Legidioten« standen einige Tausend Leipziger entgegen, die lautstark dafür sorgten, dass die Schar um Thomas Festerling ihre fremdenfeindlichen Tiraden nicht unters restliche Volk bringen konnte. Denn die, die da am Donnerstag wieder gebetsmühlenartig skandierten, dass sie doch das Volk seien, passten am Ende in eine Straßenbahn.

Ob es nun die von beiden Seiten vollmundig verkündeten 200 gegen 3000 waren oder weniger (für die Journalisten vor Ort sah es eher nach maximal 150 auf Seiten Legidas und mindestens 2000 auf der Gegenseite aus) – ein großes Zeichen für Zivilicourage und gegen Fremdenhass. Doch auch die Kräfte der Polizei prägten dieses Bild. Die Ordnungshüter unterstrichen ihre Präsenz mit Wasserwerfern, Panzerfahrzeugen und Hundestaffeln und stellten sicher, dass Legida laufen konnte.

Während sich die Wenigen bei Legida auf dem Parkplatz der IHK sammelten, fanden sich Tausende auf der Kreuzung am Wilhelm-Leuschner-Platz ein, um die ursprünglich geplante Demo-Route vorbei an der Polizeiwache zur LVZ zu besetzen.

Als der Legida-Zug schließlich vor dem Neuen Rathaus zum Stehen kam, entschied man sich für die Alternativroute über die Harkortstraße. Hier hatte sich allerdings zuvor eine Meute Gegendemonstranten, die noch durch die Abriegelung gelangen konnte, positioniert und machte von ihrem friedlichen Versammlungsrecht Gebrauch. Die Polizei ging mit einer Hundertschaft in Stellung. Die Demonstranten setzten sich. Es dauerte eine Weile, bis das Ordnungsamt eintraf und abseits der Straße mit Juliane Nagel verhandelte. Doch noch bevor das Gespräch abgeschlossen war, stürmte die Polizei bereits die Blockade und machte den Weg frei für Legida. »Dies wird ein Nachspiel haben«, kündigte Juliane Nagel an. »Insbesondere die Polizei hat eine Verantwortung Grundrechte zu achten und nicht mit Füßen zu treten.«

Am Ende erreichte Legida gegen 21.30 Uhr die Emilienstraße neben dem LVZ-Gebäude und hielt unter dem Topftrommeln der Anwohner und der klassischen Musikbeschallung des Verlagshauses ihre Abschlusskundgebung. Kurz vor zehn war endgültig Schluss und die Polizei lotste den Demozug zur Windmühlenstraße, wo eine Straßenbahn auf sie wartete. Unter Pfiffen ging es mit Polizeieskorte zum Hauptbahnhof.

»Das Aktionsnetzwerk zeigt sich begeistert, dass sich die Mehrheitsgesellschaft zu so breiten zivilgesellschaftlichen Gegendemonstrationen zusammengefunden hat«, resümierte Christin Melcher vom Netzwerk »Leipzig nimmt Platz«, das zur Demo aufgerufen hatte. »Leipzig zeigt immer wieder, dass es eine von der Mehrheit getragene Haltelinie gibt – Geschichtsvergessenheit, offener Rassismus und Nationalismus sind nicht konsensfähig.«

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Ein Kommentar

  1. René | 23. September 2017 | um 12:43 Uhr

    Wenn dann die europäischen Ureinwohner in der Minderheit sind, der Islamismus die vorherrschende Religion in Europa ist, so wie jetzt das (kriegerische, menschenverachtende) Christentum, was die ursprüngliche und friedvolle Naturreligion verdrängt hat, dann ist es zu spät.
    Und natürlich kommt auch hier wiedermal die Nazi-Keule zum Einsatz, nur hat wohl noch niemand mitbekommen, das wir geradewegs in das vierte Reich marschieren, was sich so toll Europäische Union nennt.
    Michel, schlaf weiter….