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Glatzen, Gesang und Gärten

Neonazi-Konzerte in sächsischen Kleingärten – Ein Fall aus Leipzig zeigt, welch kuriose Blüten die Rolle des Verfassungsschutzes dabei treiben kann

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Falk Dossin ist Stadtrat der CDU in Leipzig. In seiner Funktion als Vorstand des Siedlervereins Fortuna Leipzig hat er 2017 Räume des Kleingartenvereins an Neonazis vermietet. Nachdem Dossin nach der ersten Veranstaltung jede weitere Anmietung unterbinden wollte, soll ihn der Verfassungsschutz darum gebeten haben, die Nazis ihre Feier abhalten zu lassen.

Stumpfe Melodik, heroisches Besingen der Heimat, martialisches Auftreten, kollektiver Rausch im Suff und gelegentlich wird vereinigt abgehitlert – Rechtsrockkonzerte sorgten in Sachsen im letzten Sommer immer wieder für Ärger. Themar und Ostritz wurden nicht gefragt. Sie sind trotzdem zur Bühne von Kapellen mit Namen wie »Stahlgewitter«, »Blutzeugen« und »Treueorden« geworden. Doch die Konzerte stoßen auf immer breitere Ablehnung – nicht zuletzt, weil dort Bands spielen, die auf dem Index stehen. Einige Gemeinden wehren sich und werden kreativ darin, die singenden Ideologen loszuwerden. Diese suchen sich andere Auftrittsorte.

Kleingartenvereine gibt es in Sachsen in überreichem Maße. Seit geraumer Zeit dienen sie nicht nur zur Entspannung gestresster Städter, sondern sind Schauplatz politischer Veranstaltungen geworden. Eine Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Valentin Lippmann deckte auf, dass es im letzten Jahr in Sachsen 17 der Staatsregierung bekannte Fälle rechtsextremistischer Aktivit…

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