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»Du musst immer dabei sein«

RB-Trainer Julian Nagelsmann über Prinzipien, seine Zukunft und Vereinssterben

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Anfang Dezember, Montag, 9 Uhr: Über dem RB-Trainingsgelände liegt morgendliche Kälte. Weihnachtsdekoration verbreitet festliche Stimmung. Der Verein hat Grund zur Freude. Am vorangegangenen Sonnabend besiegte die Mannschaft den SC Paderborn. RB-Trainer Julian Nagelsmann geht mit entsprechend guter Laune in das Interview mit dem kreuzer. Er gibt Auskunft zu seiner Spielphilosophie, Zukunftsplänen und der Relevanz von Vereinen für die Demokratie.

kreuzer: Herr Nagelsmann, Sie haben vor einigen Jahren gesagt, dass Sie 31 Prinzipien des Fußballs besitzen. Gibt es sie noch?
Julian Nagelsmann: Ich glaube, das sind jetzt 27. Ich habe das nicht aktuell gezählt. Wann habe ich die entwickelt? Als ich im U16-Geschäft drin war. Als wir irgendwann im Trainerteam diskutiert haben, dass 
wir ein bisschen variabler in der Grundordnung werden wollen. Dass wir ein bisschen mehr auf den Gegner reagieren wollen.

kreuzer: Auf den Banden am Trainingsplatz stehen Motivationssprüche. Was ist Ihr Lieblingsspruch?
Nagelsmann: Der mit dem Siegen ist ganz gut, dass es das Einzige ist (»Gewinnen ist nicht alles – es ist das Einzige!«, d. Red.). Sie sind grundsätzlich alle gut. Ich bin natürlich sehr auf das Gewinnen gepolt.

kreuzer: Warum wollen Sie was an dem bestehenden Spielsystem ändern? Das hat doch in der letzten Saison relativ gut geklappt.
Nagelsmann: Weil es immer um Weiterentwicklung geht. Wenn …

Julian Nagelsmann, geboren 1987 in Landsberg am Lech, spielte in seiner Jugend Fußball beim FC Augsburg und dem TSV 1860 München in der Abwehr. Nach einer Sportverletzung assistierte er 2008 bei der zweiten Mannschaft von 1860 unter Trainer Thomas Tuchel. Nach sechs Jahren Nachwuchs- und Co-Trainertätigkeit bei der TSG 1899 Hoffenheim übernahm er 2016 die erste Mannschaft. Seit dieser Saison ist Nagelsmann Trainer von RB Leipzig mit einem Vertrag bis 2023. Laut Ralf Rangnick ist er das »größte deutsche Trainertalent«.

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