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»Manchmal ist es sicher ehrlicher«

Valentinstag-Special: »Trennungsexpertin« Charlotte Theile über die positiven Seiten einer Katastrophe

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Die Leipzigerin Charlotte Theile ist »Trennungsexpertin« wider Willen. In ihrem Breakup-Podcast erzählen Menschen ihre Trennungsgeschichten – ungeschönt und ungescripted. Den Anfang machte Theile selbst und erzählte von ihrer eigenen Trennung. Wir haben sie gefragt, ob es immer so schlimm ist, wenn die Liebe zerbricht.

kreuzer: Was ist das Schöne an Trennungen?

CHARLOTTE THEILE: Zunächst mal ist es natürlich eine Katastrophe. Es heißt nicht umsonst, dass man an einem gebrochenen Herzen auch sterben kann. Natürlich gibt es auch Trennungen, die sind alles in allem sehr positiv: Weil sie etwas beenden, was schon lange nicht mehr gut war. Das Schöne an Trennungen könnte höchstens sein, dass man daran wachsen und viel über sich selber lernen kann. Und vielleicht irgendwann offen über das sprechen kann, was man erlebt hat.

kreuzer: Sollten wir uns alle viel öfter trennen?

THEILE: Einer meiner Podcast-Gäste, der Schweizer Schriftsteller Thomas Meyer, ist absolut dieser Meinung. Er glaubt, die meisten Beziehungen müssten sofort aufgelöst werden, weil die Menschen nicht zueinander passen und sich unglücklich machen. So absolut würde ich das nicht sagen. Aber ich glaube, es ist gesund, wenn man sich eingesteht, dass zum Leben auch Trennungen und gescheiterte Ideen gehören. Und manchmal ist es sicher ehrlicher, etwas zu beenden, das einfach nicht mehr funktioniert.

kreuzer: Was macht es mit dem eigenen Beziehungsleben, wenn man plötzlich »Trennungsexpertin« ist?

THEILE: Ich würde sagen, es hat mich in meiner Beziehung noch etwas bewusster gemacht. Wer so viele Trennungsgeschichten hört, für den ist es vermutlich weniger »selbstverständlich«, dass eine Beziehung hält. Mir ist sicher noch etwas klarer geworden, dass dazu auch Arbeit gehört.

Charlotte Theile, Jahrgang 1987, war von 2014 bis 2018 Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Zürich. 2017 veröffentlichte sie im Rotpunktverlag das Buch »Ist die AfD zu stoppen? Die Schweiz als Vorbild der neuen Rechten«. Seit November 2019 moderiert und produziert sie den Podcast Breakup, in dem Menschen von ihren Trennungen erzählen.

https://breakup.podigee.io und auf Spotify, Deezer etc.

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