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Was ist nur mit der Jugend los?

Back to the Roots: Leipzig jüngstes Fanzine ist ein »Schick Schock«

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Was macht man als Jugendliche in Pandemiezeiten? Computerspielen, Digital-Quatschen, sich heimlich real mit Freunden treffen. Wenn da was mit Medien drunter sein sollte, dann nur mit sozialen Medien, also Schmacht-Fotos mit schlauen Sprüchen posten, youtuben oder tik-token. Aber ein gedrucktes Heft herstellen? Anno 2020, ernsthaft? Ja, just jetzt ist Leipzig jüngstes Fanzine erschienen – schon in zwei Nummern. Was ist bloß mit der Jugend los?

Ne ganze Menge, muss man nach dem Lesen der Ausgaben sagen. Denn schon der Anspruch, Fanzine sein zu wollen, wurde völlig erfüllt. Es ist ein undergroundiges Magazin  linker Subkultur und spricht viele Themen aus dieser an. Im Copyshop ausgedruckt, ist »Schick Schock« aufs klassische A5-Format zusammengefaltet. Das Layout besticht mit wildem Konzept. Vieles ist in althergebrachter Methode zusammengeklebt. Das collagenhafte bildet den ästhetischen roten Faden. Auf Übersichtlichkeit sollen andere Medien bedacht sein. Für Weißraum ist kein Platz in einem Fanzine. Und das Ding gibts zum Selbstkostenpreis von drei Euro hier.

Inhaltlich hat das heiße Teil, das die 16-jährige Laura mit Freundinnen gestaltete, auch viel zu bieten. Short Storys und Gedichte sind dabei, ebenso Praktisches wie ein Ratgeber zum Graffiti-Sprühen, Aufklärung über die Drogen LSD und MDMA sowie einige Worte zum Thema Liebe. Politisch aktuell geht es unter anderem mit Texten zum Klimaschutz und Verschwörungsmythen zu. Und natürlich gibt es Hörtipps. Schick-schock sind die vielen Comics-Strips und fantastisches Grusel-Artwork. Da steckt echt viel Arbeit drin – und lohnt für alle, die wissen wollen, was denn bloß mit der Jugend los ist.

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