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Störmthaler und Markkleeberger See gesperrt

Wegen Schäden nahe der Kanuparkschleuse droht Überschwemmungsgefahr

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Bis Ende Mai darf man sowohl im Markkleeberger als auch im Störmthaler See nicht baden, Boot fahren oder angeln. Grund sind Schäden in der Nähe der Schleuse. Sollte diese brechen, würde es zu Überschwemmungen in Markkleeberg und auch Leipzig kommen. Doch die Gefahr sei gering, sagen Experten.

Die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hat Schäden an der Böschung in der Nähe der Kanuparkschleuse festgestellt. Das gab der Landkreis Leipzig in einer Pressemitteilung am Donnerstagabend bekannt. Die Schleuse verbindet den Störmthaler See und den Markkleeberger See miteinander und ist die einzige Barriere. Sachverständige gehen davon aus, dass auch das Stahlbeton-Fundament unter der Schleuse betroffen ist. Versagt diese, gebe es keine Möglichkeit, den Wasserabfluss aus dem Störmthaler in den Markkleeberger See zu stoppen. Überschwemmungen in Markkleeberg und Leipzig wären die Folge. Deswegen hat der Landkreis Leipzig beide Seen und den Störmthaler Kanal ab sofort bis Ende Mai gesperrt.

Kein »Katastrophenfilm«

Beruhigende Töne im Markkleeberger Rathaus: »Wir befinden uns nicht in einem Katastrophenfilm«, sagt ein Experte der LMBV am Freitag auf der Pressekonferenz zur Sperrung der beiden Tagebauseen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schleuse versagt und es zu Überschwemmungen kommt, sei äußerst gering. Um die Schäden genauer zu untersuchen und die Sicherheit wiederherzustellen, werden nun zusätzliche Sperrbauwerke ober- und unterhalb der Schleuse eingebaut. Somit wird der Störmthaler See abgesperrt und eine Art Wassertreppe installiert, die das Wasser im Falle des Schleusenversagens kaskadenartig abfließen lässt. Nach der Einrichtung dieser Sicherheitsmaßnahmen sollen die Seen wieder zur Nutzung freigegeben werden.

Kein Baden, keine Touristen

Bereits vergangene Woche stellte die LMBV die Schäden im Rahmen einer regelmäßigen Kontrolle fest. Was zu den Deformationen an den Böschungen geführt hat, ist noch unklar, es kämen aber diverse Ursachen in Frage, so die LMBV. Als Reaktion darauf untersagt der Landkreis Leipzig die Nutzung der Gewässer. Bootsfahrten, Baden, Tauchen und auch Angeln sind demnach bis Ende Mai verboten.

In den nächsten Tagen sollen Informations-Schilder rund um den Markkleeberger See aufgestellt werden. Was in unmittelbarer Umgebung noch erlaubt ist, darüber informiert die Website des Seebetreibers. Markkleebergs Oberbürgermeister macht sich auch Sorgen um den Tourismus, der im Frühling normalerweise anläuft. »Die Sperrung ist ein harter Schritt für gewerbliche Nutzungen«, sagt er auf der Pressekonferenz.

Im unwahrscheinlichen Fall, dass die Schleuse versagt, könnten sich Wellen aufbauen, die Teile von Markkleeberg und Leipzig überschwemmen. Auch die A38 wäre vermutlich unmittelbar davon betroffen. Die Stadt Markkleeberg hat Vorkehrungen für den Katastrophenfall getroffen und einen Einsatzplan mit der Freiwilligen Feuerwehr erarbeitet. Außerdem ist ein Verwaltungsstab zusammen gekommen, um regelmäßig zu neuen Maßnahmen zu beraten. Die Stadt hat zudem eine Sirene zur Alarmierung der Bevölkerung eingerichtet.

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2 Kommentare

  1. Gudrun | 28. März 2021 | um 08:58 Uhr

    In der Mitteilung des Landkreis Leipzig vom 26.03. las ich nichts von einer geringen Gefahr oder einem unwahrscheinlichen Versagen der Schleuse. Diese Bekannmtachung las sich äußerst alarmierend, wurde aber inzwischen durch einen anderen Text ersetzt und von der Website des Landkreis Leipzig entfernt. Können Sie erläutern, woher diese Einschätzung genau stammt, und diese ggf einordnen? Wer ist dieser Experte des LMBV? Die Flutung des Störmthaler Sees ist ein Prestigeprojekt gewesen und nicht mehr rückgängig zu machen. Insofern denke ich, dass es sehr wichtig ist hier differenziert zu berichten.

    • N. N. | 9. April 2021 | um 10:10 Uhr

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Der Experte, von dem im Artikel die Rede ist, heißt Bernd Sablotny und ist der Sprecher der Geschäftsführung der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Auf der Pressekonferenz sagten Sablotny und andere Beteilgte wie der Markkleeberger Oberbürgermeister Karsten Schütze, dass es äußert unwahrscheinlich sei, dass der in der Allgemeinverfügung beschriebene Katastrophenfall tatsächlich eintritt.