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Ein Hoch auf die poetische Revolution

Leipziger Off-Literaturtreffen für Kinder und Jugendliche

  Ein Hoch auf die poetische Revolution | Leipziger Off-Literaturtreffen für Kinder und Jugendliche

Bereits drei Mal fand die Veranstaltung »Wortreich – Das Leipziger Off-Literaturtreffen« statt. Unabhängige Verlage und Autoren stellten sich vor, lasen und diskutierten über Off-Literatur. Nun richtet sich das Format auch an Kinder und Jugendliche. Am 17. Oktober sind zwei Initiativen zu Gast, die die kindliche Fantasie und das Potenzial zum Geschichtenerzählen bestärken wollen.

Im kleinen Saal im Budde-Haus ist es mucksmäuschenstill. Denn die Veranstaltung wird live auf Radio Blau gesendet und später als Podcast auf der Website des Budde-Hauses erscheinen. Am 15. September repräsentiert Andra Schwarz den Poetenladen, der Lyrik unabhängig von Trends verlegen möchte. Der Hochroth Verlag wird von Martina Lisa vertreten, die tschechische und slowakische Lyrik übersetzt, und diese mit einem Lächeln auf den Lippen liest. Marcel Raabe tritt als Verleger von Trottoir Noir auf und liest aus seinem Werk »Westen werden«, das zuvor als Reihe im kreuzer erschien.

Der Begriff der Off-Literatur ist dem Theaterjargon entlehnt und bedeutet, dass sich abseits des etablierten Literaturbetriebs unabhängige Verlage bilden, die jenseits des Mainstreams publizieren und dabei nicht das Finanzielle in den Vordergrund stellen. Beim Off-Literaturtreffen können sich freie Verlage und Autoren aus Leipzig dem Publikum im Saal oder den Zuhörern zu Hause vorstellen.

In der anschließenden Gesprächsrunde wird der Antrieb der Verlage und der Autoren thematisiert. Denn hier sitzen Personen, die vom Schreiben und Verlegen allein kaum leben können, aber mit Herz bei der Sache sind. Laut Martina Lisa geht es »um die poetische Revolution, die das Bücherregal unterwandern soll.« Auf Nachfrage lacht sie, sie habe sich wohl »zu weit aus dem Fenster gelehnt, wenn man das Manifest noch nicht geschrieben hat.«

Es bereitet Freude, der Lesung und dem anschließenden Gespräch zu lauschen, dieser Begeisterung, fast schon Aufopferung für die Literatur, der hier kämpferisch der Raum erfochten wird, der ihr zusteht. Auch trifft man hier bei einer gewissen literarischen Ader auch wahrscheinlich auf Gleichgesinnte. Spontan wird in der Gesprächsrunde der Anfang eines Gedichts rezitiert, das daraufhin von einer weiteren Person im Publikum vollendet wird.

Voilà, vielleicht findet sich irgendwann ein Schreiberling für das Manifest zur poetischen Revolution, dass dann in einem der Verlage der Off-Literatur gedruckt wird. Sollten Sie die Veranstaltung im Radio verpasst haben, können Sie dieses Versäumnis auf der Seite des Budde-Hauses nachholen.

Am 17. Oktober richtet sich das Leipziger Off-Literatur-Treffen mit dem »Wortreich für Kinder« an das junge Publikum. Der erste Gast ist der Verein Buchkinder Leipzig. Er hat sich zum Ziel gesetzt, der Neigung zum Geschichtenerzählen von Kindern und Jugendlichen einen Raum zu bieten, diese auf dem Weg zum eigenen Buch zu unterstützen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Dabei werden sie vom ersten Satz, über das Binden und hin zur Präsentation des Buches in den Prozess miteinbezogen. Als zweiter Gast wird Tinyfoxes vorgestellt, die mit ihrem Sortiment aus Kinderbüchern und Dekoration Märchenwelten wahr werden lassen, indem sie die kindliche Fantasie unterstützen und kleine Helferlein zum Leben erwecken. Nehmen Sie Ihre buchbegeisterten, kreativen Zöglinge mit oder schalten Sie ein bei Radio blau.


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