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Kultur

Tanzen auf der Genre-Grenze 

Yīn Yīn beweist, dass Thai-Funk und Disco ein gutes Match sind  

  Tanzen auf der Genre-Grenze  | Yīn Yīn beweist, dass Thai-Funk und Disco ein gutes Match sind    Foto: Jonas Loelmann

Yīn Yīn ist ein Projekt aus Maastricht. Anfangs bestand selbiges aus dem Schlagzeuger Kees Berkers und dem Multi-Instrumentalisten Yves Lennertz. Beide vereinte ihre Schwäche für die südostasiatische Musik der Sechziger und Siebziger. Zusätzlich hatten beide eine umfangreiche Sammlung mit Disco-Vinyl aus den Siebzigern und Achtzigern vorzuweisen. Die musikalische Reise von Yīn Yīn begann mit einem spontan aufgenommenen Tape, um unter Beweis zu stellen, dass Thai-Funk und Disco eigentlich ziemlich gut zusammenpassen. Das funktionierte so entspannt und organisch, dass das renommierte Schweizer Label Bongo Joe auf das Duo aufmerksam wurde und sein groovendes Debütalbum »The Rabbit that hunts Tigers« herausbrachte.

Inzwischen hat Gründungsmitglied Lennertz das Projekt verlassen, Yīn Yīn ist zum Quartett angewachsen und zur mehr oder minder klassischen Band mutiert. Folgerichtig entstand der mittlerweile dritte Longplayer stärker über einen demokratischen Kreativ-Prozess. Alle vier Mitglieder beteiligten sich von Anfang an am Songwriting. Aufgenommen wurde »Mount Matsu« in einem ländlich gelegenen Studio in Belgien. Der Bergname aus dem Titel des Albums ist frei erfunden. Im Japanischen bedeutet »Matsu« so viel wie »Kiefer« und ist ein Symbol für Wiedergeburt und Hoffnung. Erschienen ist das Album wie sein Vorgänger beim Label Glitterbeat, einer guten Adresse für Global Sounds. Wie gehabt widmen sich die Niederländer mit viel Hingabe dem Auflösen von Genre-Grenzen.

Ihre Instrumental-Stücke bewegen sich lässig zwischen Stax-Soul, Surfmusik, Disco und Thai-Funk. Bei Yīn Yīn wird es also selten langweilig. Neben der offensichtlichen musikalischen Inspiration aus Südostasien schätzen die Musiker auch die östliche Philosophie und Lebensart. Passenderweise tragen ihre Tracks so blumige Titel wie »Shiatsu for Dinner« oder »The Year of the Tiger«. Ihr Sound ist nicht nur radiotauglich, sondern auch absolut tanzbar. Und wer artverwandten Bands wie Khruangbin und Arc De Soleil etwas abgewinnen kann, ist bei Yīn Yīn genau richtig.

> 12.3., 19.30 Uhr, UT Connewitz 

 

   


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