anzeige
anzeige
Kultur

Liebe im Weltall

Die Kinostarts der Woche

  Liebe im Weltall | Die Kinostarts der Woche  Foto: Filmstill »Lesbian Space Princess«/ Salzgeber


Film der Woche: Prinzessin Saira lebt in einer perfekten, wahrhaftigen Woke-Bubble auf dem Planeten Clitopolis. Gerade hat sie ihre große Liebe gefunden, die abenteuerlustige Kiki, die Saira mit all ihrer Liebe überschüttet, und die für sie einen Ausweg aus dem tristen Alltag im Schatten ihrer Mütter repräsentiert. Doch Kiki wird es schnell langweilig mit der Prinzessin, die sich für nichts anderes als Zaubertricks zu interessieren scheint. Auf ihrer Flucht vor der allzu eintönigen Beziehung wird Kiki allerdings von den »Straight White Maliens« entführt, die sie in ihre Männerhöhle verschleppen, wo sie von Saira das letzte Bauteil für ihren »Chick-Magnet« erpressen wollen. Um ihre Ex-Freundin zu retten, muss Saira aus ihrem Safe-Space ausbrechen, ihre Selbstzweifel überwinden und zum ersten Mal in ihrem Leben mutig sein. Ein klassischer Road Trip beginnt, der ohne Rücksicht auf Verluste auf jedem Klischee reitet und unterwegs jedes erdenkliche Wortspiel einsammelt. Es wird gesungen und sehr, sehr viel geweint. Und am Ende gibt es natürlich auch wichtige Botschaften zu lernen. »Lesbian Space Princess« ist ein völlig überladener Animationsfilm für Erwachsene, der keine Sekunde langweilig ist und selbst alten, mürrischen Boomer-Raumschiffen noch etwas beibringen kann. Bei der Berlinale 2025 wurde die Space Princess völlig verdient dafür mit dem den Teddy Award als bester Langfilm ausgezeichnet. HANNE BIERMANN

»Lesbian Space Princess«: ab 15.1., Passage-Kinos, Luru-Kino in der Spinnerei


»Aisha can’t fly away« ist ein dunkler Film in sandfarbener Palette. Er zeigt die prekarisierte Lebensrealität von Aisha, einer sudanesischen Pflegekraft in Kairo. Entfremdet und chancenlos zieht Aisha in stoischer Gleichgültigkeit ihren Alltag durch. Sie eilt durch die wuseligen Straßen Kairos, versorgt ihre Patientinnen und Patienten mit Mahlzeiten und medizinischer Pflege und beobachtet einen gewaltvollen Bandenkrieg vor ihrem Fenster. Buliana Simon spielt ihre Rolle so überzeugend, zermürbt und zäh zugleich, dass man ihr ohne zu zögern folgt, als der Film vermehrt surreale Symbolik und schließlich Elemente des Body Horror einsetzt. Aisha wird von ihrem Vermieter, dem Bandenchef Zuka, erpresst und von ihrem Patienten missbraucht. Ihrem Arbeitgeber ist das egal, er droht Aisha mit der Kündigung. Die Kamera fungiert als Aishas stille Begleiterin, die Soundkulisse ist das Hupen und Rufen der Großstadt, gesprochen wird wenig. Dank eines sehr guten Maskenbildes, schreibt sich der Schrecken, dem Aisha ausgesetzt ist, allmählich in ihren Körper ein. Ihre Haut befällt ein unaufhaltsamer Ausschlag, ihr Auge wird blau und halluziniert. Und obwohl Aisha schließlich zarte Federn wachsen, kann sie ihrer Situation nicht entkommen, wie der Filmtitel schon verrät. Eine aktuelle und gelungene Charakterstudie als Spielfilmdebüt des ägyptischen Regisseurs Morad Mostafa. Der Film hat in Cannes Premiere gefeiert und ist nichts fürs zarte Gemüt. GRETA JEBENS

»Aisha can’t fly away«: 22.–24., 26.1., Schaubühne Lindenfels


Weitere Filmtermine der Woche

Filmriss Filmquiz 

Beim ersten Quiz des Jahres gibt es die Möglichkeit, Filmwissen zu beweisen und sich mit Gewinnen wie Freikarten, T-Shirts, Büchern und mehr einzudecken. André Thaetz und kreuzer-Redakteur Lars Tunçay laden ein zu Wissenstest und launigen Spielerunden.

Moritzbastei, 28.01. 20:00


Fassaden
D 2025, Dok, R: Alina Cyranek, 90 min

Die Leipziger Regisseurin spricht in ihrem Dokumentarfilm mit Frauen, die Gewalt in der Beziehung erfahren haben, und legt ein politisches und gesellschaftliches System dar, das lieber wegschaut.

Passage-Kinos, 22.01. 18:30 (Preview mit Regiegespräch)


Heldin 
D/CH 2025, R: Petra Biondina Volpe, D: Leonie Benesch, Sonja Riesen, Selma Adin, 92 min

Auf der Bettenstation einer chirurgischen Abteilung ist das Pflegeteam ständig unterbesetzt. Trotz der Hektik kümmert sich Floria voller Hingabe um ihre Patientinnen und Patienten.

Cineding, 22.01. 19:00 (Reihe »Gewerkschaftskino«)


Die Mutter
UDSSR 1926, R: Wsewolod Pudowkin, D: Wera Baranowskaja, Nikolai Batalow, Alexander Tschistjakow, 88 min

Der Stummfilm zeigt eine Arbeiterfamilie in Sankt Petersburg im Revolutionsjahr 1905 und eine Mutter zwischen ihrem Sohn, der die Arbeiterbewegung unterstützt, und dem Vater, der gegen die Revolutionäre ist.

Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig, 23.01. 19:30 (Kinoorgel Live!, Stumm-Film-Zeit)


Das Cabinet des Dr. Caligari 
Weimarer Republik 1920, R: Robert Wiene, 76 min

Expressionistisches Meisterwerk der Stummfilm-Ära über den Hypnotiseur Caligari und seine Schöpfung. Mit musikalischer Begleitung von Tobias Rank.

Westkreuz Plagwitz, 23.01. 20:00 (Tobias Rank am historischen Blüthner Flügel)


Das Ding aus einer anderen Welt
USA/F 1951, R: Christian Niby, Howard Hawks, D: James Arness, Kenneth Tobey, Margaret Sheridan, 87 min

Wissenschaftler einer Arktisstation werden von einem außerirdischen Wesen dezimiert, das sie aus einem Raumschiff im ewigen Eis geborgen haben. 1982 drehte John Carpenter ein Remake, das zu den spannendsten Alienhorrorfilmen überhaupt zählt, aber auch das Original kann sich sehen lassen.

Cinestar, 23.01. 22:45 (Special zum 75. Jubiläum)


Before Sunrise
USA/AT 1994, R: Richard Linklater, D: Julie Delpy, Ethan Hawke, 96 min

Die Französin Céline und der Amerikaner Jesse treffen sich in Wien und verlieben sich. Eine Nacht lang wandern sie durch die Stadt.

Cinémathèque, 25.01. 19:30 (OmU, Pyjamakino)


Caramel
F/LIB 2007, R: Nadine Labaki, D: Nadine Labaki, Yasmine Elmasri, Gisèle Aouad, 95 min

Fünf libanesische Frauen treffen sich regelmäßig in einem Schönheitssalon, um über Leben, Liebe, Sex und Religion zu reden. Eine sinnliche Tragikomödie in betörend schöner Fotografie, im Subtext ebenso ein Kommentar zur gesellschaftlichen Situation im Libanon.

Ost-Passage-Theater, 28.01. 20:00 (OmeU)


Compassion and Inconvenience & resonance in resistance
D 2024, Dok, R: Vika Kirchenbauer, 30 min

In ihrer essayistischen Videoarbeit bezieht sich Vika Kirchenbauer auf die ersten öffentlich zugänglichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im London der Mitte des 18. Jahrhunderts.

UT Connewitz, 29.01. 20:00 (im Rahmen von »Paradoks«, Screening und Gespräch mit den Künstlerinnen Binha Haase und Vika Kirchenbauer)


Eine Revolution – Aufstand der Gelbwesten
F 2021, Dok, R: Emmanuel Gras, 104 min

Doku über die französische Gelbwesten-Bewegung.

UT Connewitz, 29.01. 20:00 (im Rahmen von »Paradoks«, Screening und Gespräch mit den Künstlerinnen Binha Haase und Vika Kirchenbauer)


Electronic Body Movie
GB/D/I 2024, Dok, R: Pietro Anton, 61 min

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte der EBM – Electric Body Music.

Cineding, 30.01. 21:00 (»Unterschall-Fest 2026« mit Gespräch)


Luru Archive: Das Schloss des Grauens / Ursus und die Sklavin des Teufels
I 1963/64, R: Anthony Dawson, D: Rossana Podestà, George Riviere, Christopher Lee / Reg Park, Mireille Granelli, Ettore Manni, 165 min

Zwei Trashstreifen des italienischen Regisseurs Antonio Margheriti alias Anthony Dawson, 1 x Horror, 1 x Abenteuer.

Cineding, 30.01. 21:00 (»Unterschall-Fest 2026« mit Gespräch)


Mein Leben Teil 2
D 2023, Dok, R: Angelika Levi, 91 min

Anhand von Gegenständen, Fotos, Ton- und Filmaufnahmen erzählt die Filmemacherin Angelika Levi, worüber in ihrer Familie geredet wird – und worüber nicht.

Cinémathèque, 27.01. 19:30 (mit Einführung, zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust)


Plainclothes
GB 2025, R: Carmen Emmi, D: Tom Blyth, Russell Tovey, Amy Forsyth, 95 min

Ein ehrgeiziger Undercover-Ermittler, der beauftragt wurde, homosexuelle Männer anzulocken und zu verhaften, gerät in einen inneren Konflikt, als er sich in eine seiner Zielpersonen verliebt und beginnt, die Moral seiner Mission infrage zu stellen.

Passage-Kinos, 28.01. 20:30 (OmU, QueerBLICK)


White Snail 
AT/D 2025, R: Elsa Kremser, Levin Peter, D: Marya Imbro, Mikhail Senkov, 115 min

Masha, ein belarussisches Model, träumt von einer Karriere in China. Misha arbeitet in einer Minsker Leichenhalle und erweckt die Toten in seinen Ölgemälden zum Leben. Die beiden Außenseiter fühlen sich auf ungewöhnliche Weise voneinander angezogen und streifen gemeinsam durch die warmen Sommernächte.

Passage-Kinos, 26.01. 20:15 (OmU, Premiere mit dem Regieduo Elsa Kremser und Levin Peter!)


Triegel trifft Cranach − Malen im Widerstreit der Zeiten 
D 2024, Dok, R: Paul Smaczny, 107 min

Dokumentarfilm über den deutschen Maler Michael Triegel.

Passage-Kinos, 25.01. 11:30 (Premiere mit Michael Triegel und Regisseur Paul Smaczny), 12:00 (Premiere mit Michael Triegel und Regisseur Paul Smaczny)


Treasure – Familie ist ein fremdes Land 
D/F 2024, R: Julia von Heinz, D: Lena Dunham, Stephen Fry, Zbigniew Zamachowski, 101 min

Ruth, eine neurotische Geschäftsfrau aus New York, nimmt ihren Vater Edek, einen charmant-sturen Holocaust-Überlebenden, mit auf eine Reise nach Polen, um die Vergangenheit ihrer Familie aufzuarbeiten.

Schaubühne Lindenfels, 27.01. 18:30 (OmU)


The Big Lebowski
USA 1998, R: Joel Coen, Ethan Coen, D: Jeff Bridges, Julianne Moore, John Goodman, 117 min

Jeff Bridges in seiner Paraderolle als Alt-Hippie Jeffrey Lebowski, der durch eine Verwechslung in einen absurd-witzigen Thriller

Luru-Kino in der Spinnerei, 27.01. 19:00 (mit Gesprächsrunde, Rausch und Stigma, OmU)


Kommentieren


0 Kommentar(e)