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Kultur

Berge, Bäche, Winterwald

Drei Tourenvorschläge für Freundinnen und Freunde des Wanderns in langen Unterhosen

  Berge, Bäche, Winterwald | Drei Tourenvorschläge für Freundinnen und Freunde des Wanderns in langen Unterhosen  Foto: Märchenhaft: Oderteich bei Torfhaus/Tourist Information Oberharz

Blauer Himmel, Sonnenschein und weiter Blick über die beeindruckende Landschaft – eine solche Idylle lässt sich auf Postkarten bewundern. Oder in den Mittelgebirgen erleben. 

Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz

Das Gute an einem Rundweg ist, dass man am Ausgangspunkt wieder rauskommt, also dort, wo das Auto parkt oder der Zug nach Hause fährt. In Königstein kommt man von Leipzig aus nach etwa zwei Stunden am Bahnhof an, dort befindet sich auch ein Parkplatz. An der Elbe entlang geht es in westlicher Richtung zum Reißiger Platz. In östlicher Richtung werden ebenfalls saisonale Freuden geboten: Auf der Eisbahn an der Elbe sind Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen möglich (bis 21. Februar). Schlittschuhe und Eislaufhilfen lassen sich ausleihen, Letztere wahlweise als Pinguin oder als Eisbär. Vom Reißiger Platz führt der Weg an der Tourist­information und der Marienkirche vorbei, außerhalb des Ortes werden die Latzhütte und die Palmschänke links liegen gelassen, ebenso der Festungsfriedhof. Nach dem Friedhof geht es rechts auf die Festung Königstein. Dort gibt es einmal täglich (14 Uhr) eine Winterführung mit alkoholfreiem Punsch und in den Winterferien nach Sonnenuntergang Taschenlampenführungen für Familien – eigene Taschenlampen sind mitzubringen. Auch ohne Führung darf oben Zeit eingeplant werden: für die traumhaften Blicke über die Elbschleife, rüber zum Lilienstein und überhaupt ins Elbsandsteingebirge beim Panorama-Rundgang. Und für eine gute Handvoll Ausstellungen in den zahlreichen Gebäuden auf dem geschichtsträchtigen Tafelberg. Wieder unten, wird rechts abgebogen und später links auf die Straße Am Königstein. Der Kanonenweg bringt zum Elbufer zurück, wo sich Bahnhof und Eisbahn befinden.


Um den Schubenstein im Oberharz

Gut fünf Kilometer hat die Strecke rund um den Schubenstein bei Torfhaus. Sie hat weniger Anstieg als die Königsteintour, dafür viel Wald am Wegesrand und startet schon auf etwa 800 Metern Höhe – immerhin ist Torfhaus Niedersachsens höchstgelegene Siedlung. Auch hier gilt: Der Startpunkt ist das Ziel, nämlich die Bushaltestelle Torfhaus. Von der geht es nach Südosten und links auf den Goetheweg, dem bis zum Abzweig auf den Kaiserweg gefolgt wird. Irgendwann erscheint westlich der etwa einen Kilometer lange Schubensteinweg, der nach Torfhaus zurückführt und dabei die Radau überquert sowie die Schubensteinklippe und den Rodellift Brockenblick passiert. Variation ist möglich, indem statt des Schubensteinwegs der Torfmoorweg gewählt wird. Der führt quer über den Schubenstein (803 Meter) und zum Goetheweg. Ein weiteres Highlight auf der Strecke ist der Abbegraben, über den der Goetheweg kurz vor dem Kaiserweg verläuft und der früher die Funktion hatte, Wasserräder der Bergwerke bei Clausthal anzutreiben. Das Wasser stammt aus einem Sumpfgebiet südwestlich des Brockens. Auf den bringt übrigens von Torfhaus aus der Goetheweg – das sind allerdings noch einmal knapp neun Kilometer. Der Kaiserweg wiederum verbindet die Kaiserpfalz Goslar mit dem Kyffhäusergebirge und der Königspfalz Tilleda – und kommt auf insgesamt 110 Kilometer. Die Tour um den Schubenstein bietet Blicke auf den Brocken und gleich neben der Bushaltestelle das Nationalpark-Besucherzentrum in Torfhaus.


Mittelwassergrund zur Köhlerhütte im Thüringer Wald

Tambach-Dietharz liegt in einer Wandergegend. Am Sportplatz des Luftkurorts kann geparkt werden. Von hier aus geht es zu einem der Vorteiche der alten Talsperre. Nach der Brücke scharf links folgen bald der Überleitungsstollen von der Schmalwassertalsperre und das Steinerne Loch mit Blick auf die Talsperre Tambach-Dietharz. Scharf rechts verläuft die Strecke am Mittelwasserstollen und am Mittelwasser entlang durch den Mittelwassergrund zum Mittelwasserteich. Über dessen Damm führt ein Weg zum sogenannten Steinernen Tor, eine felsige Brücke, die sich zwischen den Bäumen über den Weg spannt. Ebenfalls am Mittelwasserteich befindet sich die Köhlerhütte, eine einfache Schutzhütte mit Erklärtafel zum Köhlerhandwerk und mit einer überdachten Grillstation – wir befinden uns immerhin in Thüringen. Die Strecke hat nicht einmal drei Kilo­meter, der Aufstieg ist mit 53 Metern sehr moderat. Man könnte also Grillgut und etwas Kohle einpacken, um sich für den Rückweg zu rüsten. 


> Festung Königstein: tägl. 9–17 Uhr, 13 €, ermäßigt 10 €, Familien 32 €, www.festung-koenigstein.de

> Nationalpark-Besucherzentrum Torfhaus: Di–So 10–16 Uhr, Eintritt frei, www.torfhaus.info


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