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»Ich habe noch so viel Wut in mir«

Bloggerin Nhi Le über Feminismus, Asiafetische und warum Leipzig gar nicht so toll ist

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Es riecht sehr unangenehm, als wir Nhi Le an ihrem Lieblingsort treffen. Kanalarbeiter sind gerade emsig, Kloake liegt in der Luft. Also ziehen wir vom Elstermühlgraben ein paar hundert Meter weiter zum Stadthafen, um bei frischer Luft und schönstem Sonnenschein über eher finstere Dinge zu sprechen. Denn die Bloggerin, Moderatorin und Poetry-Slammerin Nhi Le setzt sich für Feminismus und Antirassismus ein, nicht nur, aber auch weil sie selbst immer wieder von Sexismus und Fremdenfeindlichkeit betroffen ist.

Nhi Le kommt aus Thüringen und lebt seit fünf Jahren in Leipzig, zieht aber bald für ein halbes Jahr in die USA, um dort ihr Studium »Global Mass Communication« voranzubringen. Hierzulande ist sie unterwegs als »Slam Poetin, Bloggerin, Speakerin und Moderatorin«, wie sie sich selbst auf ihrem Blog beschreibt…

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kreuzer: Warum wollten Sie sich am Elstermühlgraben treffen?
NHI LE: Der Elstermühlgraben ist mein Lieblingsplatz in Leipzig, weil man da seine Ruhe hat, um zu schreiben. Je nach Jahreszeit ist ein bisschen Wasser nett, finde ich.
kreuzer: Würden Sie sich als Influencerin bezeichnen?
LE: Nein. Denn im klassischen Sinne bewerben Influencer Produkte im Lifestylebereich. Da geht es meistens um Werbecontent. Ich versuche ja nicht, Produkte unterzubringen.
kreuzer: Aber Sie versuchen, Menschen zu bewegen?
LE: Genau. Ich sehe meine Arbeit eher aus einem redaktionelleren Aspekt und als politische Bildung. Da gibts viele verschiedene Bezeichnungen, aber Influencerin würde ich nie benutzen.
kreuzer: Würde Motivatorin für das Gute passen?
LE: Ja, das ist lustig. Ich zähle meist einfach immer die verschiedenen Sachen auf, die ich mache: Moderatorin, Speakerin und so.
kreuzer: Zu Ihrer Selbstbeschreibung zählt auch Feministin. Was genau verstehen Sie darunter?
LE: Feminismus ist für mich etwas Gesamtgesellschaftliches. Einerseits ist es wichtig, ganz grundlegend die Diskriminierung von Frauen anzusprechen. Und dann muss man die vielen Formen der Frauenfeindlichkeiten in unserer Gesellschaft angehen. Mein Anliegen ist es, erst mal gesellschaftlich dafür zu sensibilisieren, denn ich habe manchmal das Gefühl, dass wir noch nicht sehr weit sind. Beispielsweise wird nicht MeToo-Bewegung gesagt, sondern MeToo-Debatte: Man hat also nur eine Debatte darüber, ob wir überhaupt ein…
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Dieser Text stammt aus dem kreuzer, Heft 06/2018. Um ein kreuzer-Abo abzuschließen, klicken Sie bitte hier: https://kreuzer-leipzig.de/abo

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