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Dankbar in der Fleischerei

Mit Toni Krätzer beginnt in der Jahnallee eine neue Ära

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In der ehemaligen Fleischerei auf der Jahnallee weht frischer Wind, seit Toni Krätzer sie als Dankbar neu eröffnete. Auf den ersten Blick wirkt sie mit den originalen Fliesen und der Jugendstildecke, über die der Denkmalschutz seine Hände hält, vertraut wie immer.

Auch Tresen, Podest und Wandbank blieben erhalten. Doch die Marmortische sind durch Exemplare aus hellem Holz ersetzt, der gesamte hintere Bereich inklusive Küche ist neu gestaltet. Es gibt jeweils ein Tagesgericht, erst auf Abruf zubereitete Sandwiches und Suppe sowie hausgebackene Kuchen und Törtchen der Gohliser Pâtissières von »hart & herzlich«. Auf einem Platz am Tresen sitzend, duftet mir ein Bananenbrot entgegen. Toni Krätzer schneidet von diesem Kuchen dann nicht nur eine Scheibe ab, er drapiert auch Naturjoghurt obendrauf und frische Beeren ringsum. Geröstete Nussstreusel geben dem Werk zusätzlich Biss und Geschmack. Dem zweiten Mann hinter dem Tresen, Mario Poeschel, habe ich währenddessen zugesehen, wie er routiniert Espressi zubereitet und den Schaum auf einer Tasse Cappuccino verziert. Mir gießt er wunschgemäß Cold brew Coffee pur in ein Glas, »aus Kaffee der sehr engagierten Erfurter Rösterei Epitome«, wie er versichert.

Die unkompliziert inszenierte Kaffeehauskultur ist nur eine Seite des kulinarischen Konzepts, zwei weitere sind das exklusive, kleine Weinangebot (zum Beispiel mit Juris-Weinen aus Kroatien) sowie die nur donnerstags und freitags aufgelegten Abendmenüs, bei denen die Küche zur Hochform aufläuft: Im September bereiteten die Köche zum Beispiel drei Gänge zu, bei denen vorher nichts weiter verraten wurde als Handkäse/Zwiebelmarmelade/frisches Brot, Oberräder grüne Sauce/Tafelspitz/Kartoffel sowie Streuobst/Calvados/Eis/Zitronenverbene. »Die Gäste überrascht jeweils die Zubereitung. Rote Bete kürzlich wurde morgens gegen 9 Uhr in der Gärtnerei Annalinde geerntet, 12 Uhr habe ich sie abgeholt und 18 Uhr serviert«, sagt Krätzer und freut sich, dass für diese Abende stets Tische reserviert werden.

Spricht man ihn auf seine Dankbar an, schwingen Emotionen mit: Früher war er selbst oft Gast, nun ist ihm wichtig, dass seine Handschrift deutlich wird – nicht nur bei dem eigens entworfenen Logo. Und so erklärt er die Intention des Namens Café Dankbar in mehrfacher Hinsicht: »Ich bin viel gereist, habe schon in verschiedenen Lokalen gearbeitet und jetzt die Chance, ein eigenes Café zu führen. Wir wollen hier ein kollegiales Miteinander, bei dem alle zufrieden sind, gern zusammenarbeiten.«

Dankbar, Jahnallee 23, 04109 Leipzig, Tel. 25 69 35 47, Sa/So/Di/Mi 9–19, Do/Fr 9–1 Uhr, Hauptgerichte um 5 €, Espresso 1 €, Menü für 2 Personen: 64 €, Facebook

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