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Etabliertes Kampfmilieu

Hooliganismus-Forscher Robert Claus über das vernetzte Gewaltpotential hinter dem Angriff auf Connewitz

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Nie zuvor wurden so viele rechte Hooligans, Neonazis, Rocker und Kampfsportler bei einer gemeinsamen Gewalttat von der Polizei festgesetzt, wie am 11. Januar 2016. Der Prozess um den Überfall auf Leipzig-Connewitz ist eine große Chance, extrem rechte Netzwerke zu durchleuchten. Das Gericht vergibt sie bisher kläglich.

Benjamin Brinsa reißt die Käfigtür auf und stürmt ins grelle Licht der Scheinwerfer. Dort hat sein Kämpfer Timo Feucht gerade den fünften MMA-Fight seiner noch jungen Karriere gewonnen. Der Ringrichter brach das Duell gegen den Nürnberger 
Daniel Dörrer in der zweiten Runde ab. Es ist August 2016, die Leipziger Imperium 
Fighting Championship veranstaltet ihr viertes Event seit 2013 und Brinsa umarmt Feucht euphorisch. Dieser steigt mit seinem Sieg im Leipziger »Kohlrabizirkus« zur Nummer zwei der deutschen Rangliste im Halbschwergewicht auf.

Feucht war mit einer Fahne in den Käfig eingelaufen, auf der »VfB Hooligans« stand. Auch Benjamin Brinsa, Chef des Leipziger »Imperium Fight Teams«, trägt den Kampfnamen »The Hooligan«, war viele Jahre führendes Mitglied der extrem rechten Hooligangruppe »Scenario Lok«. Sie machen keinen Hehl daraus, aus welcher Szene sie kommen. Die 1.500 Zuschauer jubelten Feucht frenetisch zu, skandierten immer wieder »Timo – Timo«. Rund 200 Ultras und Hooligans aus dem …

■ Der Autor liest aus seinem Buch »Hooligans«: 3.4., 18 Uhr, Wirkbau Chemnitz (Lothringer Straße 11)

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