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Nicht zufrieden, aber erleichtert

Nach der Landtagswahl: »Zukunft Sachsen« über taktisches Wählen und Rot-Rot-Grün

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CDU wählen, um die AfD zu verhindern? Vor den Landtagswahlen warb das Bündnis »Zukunft Sachsen« für taktisches Wählen. Seit dem Wahlabend ist klar: eine Landesregierung ohne die AfD ist möglich. Sieht sich die Initiative bestätigt? Wir haben nachgefragt.

kreuzer: Vor der Landtagswahl hat Ihre Initiative dazu aufgerufen, eine Regierungsbeteiligung der AfD um jeden Preis zu verhindern – und dafür aus taktischen Gründen auch die CDU zu wählen. Werten Sie das Wahlergebnis als Erfolg?

SASCHA KODYTEK: Als Initiative waren wir erfolgreich. Wir haben das Thema »taktisches Wählen« in Sachsen erfolgreich platziert. Christian Lindner hat angemerkt, dass FDP-Anhänger aus taktischen Gründen anders gewählt haben, auch Linken-Vorsitzende Katja Kipping und Robert Habeck von den Grünen haben über taktische Wähler aus ihrer Anhängerschaft berichtet. Zufrieden sind wir natürlich nicht darüber, dass überhaupt taktisch gewählt werden musste. Über das Ergebnis sind wir erleichtert, aber zufriedenstellend ist es nicht.

kreuzer: Kritiker werfen Ihnen vor, das progressive Lager geschwächt zu haben – und damit auch die Opposition gegen eine CDU, die einen solchen Wahlerfolg der AfD erst ermöglicht hat.

KODYTEK: Diese Kritik hat uns bisher nicht erreicht. Die große Mehrheit in Sachsen ist froh, dass eine Regierung ohne Beteiligung der AfD möglich ist. Ich denke, dass solche Vorwürfe nur in einem sehr kleinen Kreis überhaupt diskutiert werden.

kreuzer: Vor der Wahl hatten Sie angekündigt, Sie könnten sich vorstellen, zur nächsten Landtagswahl für Rot-Rot-Grün zu werben. Ist das noch aktuell?

KODYTEK: Alle, die vor der Wahl für Rot-Rot-Grün getrommelt haben, sollten sich die Frage stellen, ob das wirklich sinnvoll war. Im Endergebnis haben die drei Parteien zusammen weniger Stimmen bekommen als die AfD. Ich persönlich bin deutlich näher an den Inhalten der Grünen und der SPD als an denen der CDU. Aber für eine Regierung muss es stabile Mehrheiten geben. Ob wir beim nächsten Mal für Rot-Rot-Grün in Sachsen werben können, wird von der Situation in fünf Jahren abhängen.

Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen trafen sich die beiden Initiativen »Sachsen umkrempeln« und »Zukunft Sachsen« zum Schlagabtausch in der kreuzer-Redaktion. Was sie sich zu sagen hatten, können Sie hier in voller Länge nachhören: https://kreuzer-leipzig.de/2019/08/13/zukunft-umkrempeln/

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