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Kunst im Schaufenster

Zahlreiche Ausstellungsräume zeigen Kunstwerke trotz aktueller Schließung

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Noch sind die Kunsträume derzeit geschlossen. Trotzdem gibt es in Leipzig einiges zu sehen in Sachen bildender Kunst. Bei einem Spaziergang durch die Stadt kann man sie entdecken.

Gestartet werden kann an einer Stelle in der Stadt mit Leuchtkästen. Seit dieser Woche finden sich in 200 von diesen Abbildungen von Gemälden aus dem Museum der bildenden Künste. Derzeit begrüßen Werke von Franziska Holstein »Ohne Titel (M3-12)« aus dem Jahr 2012 oder ein altbekanntes Bild von Wolfgang Mattheuer »Hinter den sieben Bergen« (1973). Jeweils ein Hörstück findet sich über den QR-Code auf den Reproduktionen oder bequemerweise über die Homepage des Museums.

Ganz zentral in der Petersstraße kann die Galerie Koenitz temporär die ehemaligen Warenhausräume nebst Schaufenster nutzen (siehe auch kreuzer 3/2021). Angeschaut werden können nun Arbeiten Leipziger Künstler zum Thema »Leeres Leipzig – zwischen Verzweiflung und Melancholie«.

Die Galerie für Zeitgenössische Kunst liefert einen Blick in die Geschichte. An den Außenwänden des Neubaus sind Fotodokumentationen von Ausstellungen zu sehen. Sie stammen von der im Innenraum befindlichen Schau »Shunk-Kender. Kunst durch die Kamera«. Harry Shunk, 1924 in Reudnitz geboren, starb 2006 in Paris. In den 1960er- und 1970er-Jahren dokumentierte er gemeinsam mit seinem damaligen Lebenspartner János Kender (1937-2009) eine Reihe von Ausstellungen in Paris und New York. Eine davon war die 1970 im Jewish Museum in New York zusehende Ausstellung »Software, Information, Technology – It’s New Meaning of Art« statt. Kuratiert von Jack Burnham waren damals Werke der Konzeptkunst und Computerarbeiten zu sehen.

Im Kunstraum Neu-Deli in der Sebastian-Bach-Straße 23 gewährt der beleuchtete Ausstellungsraum einerseits den Blick auf die Malerei von Daniel Krueger »Pure Nature«. Wer auf die Homepage klickt, sieht andererseits noch eine Panoramaaufnahme aus dem Innenraum. Der Blick durch die Scheibe in das ehemalige Ladenlokal macht allerdings schmerzhaft deutlich, was es heißt nicht direkt vor einem Kunstwerk stehen zu können. Hier wie auch an den anderen Kunstorten kann ganz praktisch an den Aura-Begriff Walter Benjamins aus »Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit« gedacht werden.

Im Kunstraum Ortloff an der Angerbrücke kann ebenfalls von außen in den Innenraum gesehen werden. Bis zum 13. März ist die Schau »Conjunctions« mit Arbeiten von Katarina Dubovska, Lisa Kottkamp, Sarah Pschorn und Mahali Wingender zu sehen.

»24/7« nennt die Galerie Reiter auf der Spinnerei eine Serie, die in den Schaufenstern des Galerieraumes Kunstwerke in der Schließzeit für die Flaneure bereithält. Vorige Woche war mit Tony Oursler und seiner Arbeit »Shoot out with the cops« ein Klassiker der Videokunstinstallation aus den 1990er-Jahren zu sehen.

Vom Westen einmal quer durchs Rosental befindet sich in der Gohliser Menckestraße der Showroom von der Galerie Artae. Dort wurde aufgrund der aktuellen Lage die Show »Ich bin die Rache, ich bin die Nacht« von Dominik Meyer ebenfalls verlängert.

Ab nächster Woche meldet sich auch das Bistro 21 in der Hermann-Liebmann-Straße 88 wieder zurück. Miles Schuler, Monty Richthofen & Philipp Zrenner stellen dort unter dem Titel »Stand der Dinge« aus.

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