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»Gemeinsam die Corona-Krise bisher gut geschafft«

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch im Interview

  »Gemeinsam die Corona-Krise bisher gut geschafft« | Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch im Interview

Im kreuzer-Interview zieht Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch Zwischenbilanz zum Programm »Kultur-Erhalt« und verspricht Hilfen auch bei den Energiekosten.

kreuzer: In einem MDR-Bericht beklagten Sie, dass nur 2,5 von 17 Millionen Euro des Programms »Kultur-Erhalt« ausgezahlt wurden. Hat die Zahl zugenommen?
Barbara Klepsch: Die Summe an Auszahlungen hat sich verdoppelt, beantragt sind bereits weit über die Hälfte der Mittel: Der Sächsischen Aufbaubank (SAB) liegen mit Stand 30. September insgesamt 265 Anträge mit einem Antragsvolumen von etwa 9,5 Millionen Euro vor. Die SAB hat mittlerweile 167 Bewilligungen mit Zuwendungen von insgesamt circa 5,7 Millionen Euro vorgenommen. Die Zahl an Bewilligungen wird bis Jahresende noch einmal steigen.

Reagierten Sie auf die Kritik, den Zugang zu den Fördermitteln niedrigschwelliger zu gestalten?
Sofern es Probleme im Antragsverfahren gab, sind wir diesen gemeinsam mit der SAB nachgegangen und konnten in aller Regel auch eine Lösung finden. Die Kulturförderung ist bereits sehr niederschwellig und die SAB hat dazu Beratungen angeboten.

Corona-Maßnahmen wie der Einbau von Lüftungen wurden kaum implementiert. Welchen Einfluss hat das Virus in den kommenden Monaten?
Die Pandemie belastet die Kultur weiterhin. Aber es gilt nach wie vor, dass Kultureinrichtungen sichere Orte sind. Und nach den uns vorliegenden Informationen sind die Gründe für eine teilweise geringere Auslastung bei Kulturveranstaltungen vielschichtiger. Diese sind nicht nur in der Sorge vor steigenden Infektionszahlen begründet. Gleichwohl gibt es in den meisten Einrichtungen nach wie vor eine Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Wie schätzen Sie die Lage der Kulturbetriebe im Herbst 2022 ein?
Die vielfältigen Krisen sind eine große Belastung auch für den Kulturbereich. Die Energiekrise vor allem in finanzieller Hinsicht. Die von der Bundesregierung avisierte Einführung der sogenannten Gaspreisbremse ist ein wichtiges Zeichen. Zudem begrüße ich den eine Milliarde Euro schweren Sonderfonds des Bundes zur Bewältigung der Energiekrise für den Kulturbereich.

Welche Maßnahmen plant der Freistaat hinsichtlich steigender Energiepreise?
Es ist ein gutes Signal, dass uns die Mittel aus dem Sonderfonds des Bundes, der ursprünglich für die Corona-Folgen aufgelegt wurde, nun auch für die Energiekrise zur Verfügung stehen. Zudem haben wir dem Sächsischen Landtag als Haushaltsgesetzgeber auch für den Kulturbereich einen gut aufgestellten Entwurf für den kommenden Doppelhaushalt 2023/24 eingereicht, der bis zum Ende dieses Jahres beraten und dann im Plenum beschlossen werden soll. Und als Landesregierung werden wir natürlich schauen, wie die avisierten Bundeshilfen konkret wirken und wo es möglicherweise zu Förderlücken kommt, die wir gegebenenfalls ausgleichen müssen.

Rechnen Sie mit Insolvenzen im Kulturbereich?
Wir haben gemeinsam die schwere Corona-Krise bisher gut geschafft, auch mit viel Hilfe von Bund, Freistaat Sachsen und den Kommunen – aber auch dem großen Einsatz der Kulturschaffenden selbst. Ich vertraue darauf, dass uns gemeinsam auch die Bewältigung der Energiekrise gelingt.


Titelfoto: Christian Hüller. 


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