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Essen & Trinken

Abschied von einer Institution

Der Chinabrenner in Plagwitz schließt nach zehn Jahren

  Abschied von einer Institution | Der Chinabrenner in Plagwitz schließt nach zehn Jahren

Dies ist kein Restaurant, dies ist ein Ort«, steht im Chinabrenner geschrieben. Ein Ort von Gastlichkeit und Geselligkeit und ein Ort der ganz besonderen, authentischen Küche. Zum Jahresende wird Betreiber Thomas Wrobel den Chinabrenner schließen. Dann geht, wie er es selbst und vollkommen zu Recht formuliert, »eine Ära zu Ende«. Kleiner lässt es sich nicht ausdrücken. Wrobel darf ohne Übertreibung als Pionier der Leipziger Gastronomie bezeichnet werden. Von seinem Design-Studium in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, brachte er hinreißende chinesische Kochkunst mit und zeigte dem hiesigen Publikum, welch großes Vergnügen die intensiven Aromen der Sichuan-Küche bereiten. Nebenbei lernten wir noch, über den Tellerrand zu schauen, wenn der ganze Tisch sich die bestellten Gerichte teilt.

Damit die Schließung nicht sang- und klanglos geschieht, veranstaltete Thomas Wrobel an den Sonnabenden im November opulente Festmahle. Im À-la-carte-Geschäft den Dezember über lässt sich ebenfalls ein letztes Mal das besondere China-Erlebnis genießen. Eröffnet wurde der Chinabrenner 2012. Die Schließung hängt weniger damit zusammen, dass zehn Jahre Gasthaus-Betrieb eine runde Sache sind und nun Zeit für eine neue Ära ist. Die gestiegenen Preise – für Energie, Lebensmittel und Personal – machen das Geschäft nach den Jahren mit Corona-Maßnahmen schwieriger. »Und es fehlt die Perspektive«, sagt Wrobel. »Es besteht nicht die Aussicht, dass das vorbeigeht. Ich will ja nicht ständig nur Löcher stopfen, sondern kreativ sein und etwas voranbringen.« Wie überall in der Gastronomie sind die Gästezahlen gesunken, eine starke Wintersaison, die für den Chinabrenner typisch war und derzeit auch gebraucht wird, ist nicht zu erwarten. Wie vor 2012 wird Wrobel nun erst einmal als »Einzelkämpfer« tätig sein, wie er es nennt, und Caterings anbieten. Es wird sich zeigen, welchen Dingen er sich außerdem zuwendet und ob China und die Sichuan-Küche weiterhin Thema sein werden. »Jetzt muss es erst einmal einen Bruch geben. Ich werde schon etwas Schönes finden.«


Titelfoto: Marcus Korzer.


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