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Kultur

»Es gibt keine Bücher auf einem toten Planeten«

Die Klimabuchmesse in Leipzig findet zum dritten Mal statt

  »Es gibt keine Bücher auf einem toten Planeten« | Die Klimabuchmesse in Leipzig findet zum dritten Mal statt

Wie Bücher und Geschichten einen Beitrag zum Klimaschutz leisten

In Kooperation mit der Leipziger Buchmesse wird vom 27. bis zum 29. April die dritte Klimabuchmesse in Leipzig veranstaltet. Die geplanten Lesungen, Diskussionen und Angebote, die sich kritische mit den Themen Klimaschutz, Artensterben und Buchbranche auseinandersetzen, finden sowohl im WERK 2 als auch auf dem Messegelände statt.

»Leipzig als Buchstadt und der Publikumsmagnet Buchmesse bieten für uns eine großartige Bühne. Die Leipziger Buchmesse ist eine Leser*innenmesse. Gleichzeitig sind die wichtigsten Verlage vor Ort und die Medien – so stehen die Veranstaltungen der Klimabuchmesse im richtigen Rampenlicht«, erklärt Sven J. Olsson von »Writers for Future«. 2021 hatte die Initiative, die Autorinnen und Autoren sowie Personen aus der Buch- und Verlagsbrunche eint, in Zusammenarbeit mit »Parents for Future« zum ersten Mal die »Klimabuchmesse« ins Leben gerufen. Zukünftig soll diese in jedem Jahr stattfinden.

»Die Klimabuchmesse wirft ein Spotlight auf Bücher, die auf vielfältige Weise Klima- und Umweltschutz thematisieren. Ein weiteres großes Ziel ist die Thematisierung der Frage: Wie werden wir als Buchbranche klimaneutral? Durch Lesungen, Vorträge und die Beschäftigung mit den Inhalten werden wichtige und spannende Diskurse angeregt. Und natürlich soll der Spaß und die Freude an Büchern nicht fehlen – die Organisatoren sind schließlich selbst Büchermenschen und Leseratten.«, sagt Olsson.

Eröffnung durch Dr. Eckhart von Hirschhausen und Maja Lunde

Zur Auftaktveranstaltung der Klimabuchmesse am 27.04. sprechen Förster Peter Wohlleben und Professor Pierre L. Ibisch (»Waldwissen«) mit »Oma for Future« Cordula Weimann darüber, wie man unsere Welt grüner machen kann (15 Uhr, Messegelände: Halle 2). Am Abend eröffnen Schirmherr Dr. Eckart von Hirschhausen, Prof. Katrin Böhning-Gaese, Friederike Bauer und Bestsellerautorin Maja Lunde offizielle die Klimabuchmesse im WERK 2 (19 Uhr, Halle A), indem sie über Wege zur Erhaltung der Lebensgrundlagen und des Artenreichtums diskutieren.

Kinder- und Jugendprogramm: Bildung & Unterhaltung

Neben dem allgemeinen Programm, dass sich auf 10 Veranstaltungen verteilt, gibt es ein spezielles Schulprogramm, dass sich konkret an Kinder und Jugendliche richtet. »Bücher sind das schönste und nachhaltigste Mittel, um Kindern die Welt zu erklären, in der sie groß werden. Sie bilden und unterhalten gleichzeitig und anhand von Büchern können Eltern auch schwierige Themen ansprechen. Wenn es gute Bücher sind, dann nehmen Kinder und Jugendliche daraus Mut, Inspiration und praktische Lebenshilfe mit, die sie noch lange Zeit begleitet«, fasst Olsson zusammen. In diesem Sinne werden am 27. und 28. April die Bücher: »Das erbarmungslos ehrliche Tagebuch der Rebella Rosin«, »Demo in der Kohlegrube« und »Wir sind die letzte Generation« vorgestellt, welche Klimaveränderungen anhand von Geschichten für Schülerinnen und Schüler greifbar machen (WERK 2: Halle 5). Für Lehrkräfte stehen zusätzlich Unterrichtsmaterialien zu den Lesungen auf der Webseite der Klimabuchmesse zur Verfügung.

Fachprogramm: Wie kann die Buchbranche klimafreundlichen werden?

Außerdem organisiert »Writers for Future« zusammen mit dem Schriftsteller: innen-Verband VS ein Fachprogramm, das aus sechs Veranstaltungen besteht, die sich mit den großen Fragen beschäftigen: Wie kann die Buchbranche klimafreundlich werden? Wie tragen unsere Geschichten dazu bei, dass unsere ganze Welt klimafreundlich wird?

»Writers for Future« erklärt dazu: »Einige Verlage widmen sich dem Thema bereits, veröffentlichen etwa Jahresberichte über ihre Umweltauswirkungen und kompensieren Emissionen. Aber da ist noch viel Luft nach oben. Wir brauchen einen Zusammenschluss aller Verlage, damit wir schneller und effektiver handeln können. Laut Umweltbundesamt verursachen Papierprodukte etwa 13 Prozent der CO2-Emissionen im Haushalt. Die Buchbranche ist zwar nur ein Teil davon, aber sie ist eben ressourcenintensiv und verbraucht eine große Menge Energie – ob diese aus Erneuerbaren stammt, ist entscheidend«. Neben dem Papier seien die verwendeten Farben und die Transportwege von Bedeutung. Wer ein Buch veröffentliche, habe die Möglichkeit, im Verlag nachzufragen, wie dieses produziert wird – und könne dadurch zum Wandel beitragen.

Im Rahmen des Fachprogramms soll am 28.04. auch über die Rolle von Schriftstellerinnen und Schriftstellern im Zuge der Klimakrise diskutiert werden (»Writers Rebellion«, 16 Uhr, Messegelände: Halle 5). Olsson hält dazu vorab fest: »Ist es nicht das Anliegen von Schreibenden seit jeher, sich mit der Welt auseinanderzusetzen? Diese verändert sich gerade rapide – wir brauchen Schriftstellerinnen und Autoren, die sich dazu Gedanken machen«.

Büche und Texte so wichtig wie nie

»Writers for Future« ist daher insbesondere die Vernetzung von Schreibenden untereinander und mit der Klimagerechtigkeitsbewegung wichtig. Denn wer schreibt, könne andere mit seinen Texten bewegen, Gedanken anstoßen, Überzeugen festigen und Mut vermitteln. »Bücher und Texte sind so wichtig wie nie, wenn es darum geht, zu inspirieren und Gedanken zu übermitteln«, sagt Olsson. Inzwischen sind für die Initiative rund 120 Personen aktiv - darunter bekannte Autorinnen und Autoren wie Isabelle Abedi, Björn Kern, Thore D. Hansen, Katrin Bongard, Inés Maria Jiménez, Theresa Hannig und Kira Mohn.


Allgemeines Programm
Schulprogramm
Fachprogramm


Foto: Klimabuchmesse 2022. Bettina von Suntum


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