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Kultur

Filmrausch

Die Kinostarts der Woche

  Filmrausch | Die Kinostarts der Woche  Foto: Filmstill »Rose«/ ROW Pictures, Walker+Worm Film, Gerald Kerkletz


Die Spiele sind eröffnet: Mit der afghanischen RomCom »No Good Men« beginnt heute Abend die 76. Berlinale. Bis zum 22.2. gibt es im Herzen von Berlin mehr als 270 Filme zu sehen. Zahlreiche Stars flanieren über den roten Teppich, darunter Amanda Seyfried, Charle XCX und Channing Tatum. Die Jury leitet in diesem Jahr Wim Wenders. Max Richter wird mit der Berlinale Kamera geehrt, Michelle Yeoh erhält den Goldenen Ehrenbären. Uraufgeführt wird auch »Rose« mit Sandra Hüller in der Hauptrolle. Wir sind die ganze Zeit vor Ort – was sich lohnt und was eher nicht, gibt es in den kommenden Tagen hier nachzulesen.


Film der Woche:Zunächst war es diese krankhafte Eifersucht, bald kontrolliert er ihre E-Mails, schließlich mündet es in Gewalt. »Es fing an mit einem Schubser, dann ein Treten und es wurde immer schlimmer.« Die Schilderungen gleichen sich immer wieder. Jede dritte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Partnerschaftsgewalt. Jeden Tag wird eine Frau aufgrund ihres Geschlechts getötet. Die Statistiken sind alarmierend und offenbaren ein strukturelles Problem. Die Leipzigerin Alina Cyranek nahm Kontakt zu jenen Menschen auf, an die sich betroffene Frauen wenden: Polizistinnen und Polizisten, Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Psychologinnen und Rechtsanwältinnen. Und sie sprach mit betroffenen Frauen. Ihr Film »Fassaden« gibt die Geschichten ungefiltert wider. Die Originalzitate aus Gesprächen mit vier betroffenen Frauen werden einfühlsam gesprochen von Sandra Hüller. Sie verkörpert die Protagonistinnen. Ihre Erlebnisse gehen unter die Haut. Visuell unterstützt werden die Zeugnisse von Sebastian Webers intensiver Choreografie, in der Gesa Volland und Damian Gmür die Dynamiken der toxischen Beziehungen verkörpern. Dazwischen Bilder von friedlichen Fassaden deutscher Wohnsiedlungen und animierte Sequenzen von Aline Helmcke. Unterbrochen werden die mitunter schwer erträglichen Schilderungen von den Interviews mit Fachleuten, die Auskunft geben über ihre Erfahrungen, Abläufe und Regeln. So entsteht ein guter Eindruck von dem System, das greift, wenn Frauen Gewalt erfahren. Ein ausführlicher Text zum Film gibt es hier.​

»Fassaden«: ab 12.2., Luru-Kino in der Spinnerei, Passage-Kinos, Schaubühne Lindenfels, am 20.2. mit Filmgespräch


Weitere Filmtermine der Woche

Streik
F 2018, R: Stéphane Brizé, D: Vincent Lindon, Mélanie Rover, Jacques Borderie, 109 min

Als im französischen Anges ein Werk geschlossen werden soll, ziehen die Mitarbeiter in den Arbeitskampf. Ein wütender Film über den verzweifelten Kampf gegen die Ungerechtigkeit.

Cineding 12.02. 19:00 (OmU, Reihe »Gewerkschaftskino«)

Prinzessin Mononoke
J 1997, R: Hayao Miyazaki, 128 min

Prinzessin Mononoke lebt zusammen mit Wölfen in einem riesigen Wald. Doch die Zivilisation frisst sich immer weiter in die Natur hinein und die Menschen machen Jagd auf den mächtigen Waldgott. Mitten hinein in diesen Konflikt gerät der junge Krieger Ashitaka. In einer einnehmenden Abenteuergeschichte thematisiert Miyazaki die Umweltzerstörung und die Frage, ob es eine echte Koexistenz von Mensch und Natur geben kann.

Cinestar (IMAX), 12.02. 20:00 (OmU), 15.02. 16:00, 17.02. 20:00 (OmU), 18.02. 16:00, Passage-Kinos, 18.02. 20:30 (OmU), Regina-Palast, 12.02. 19:30, 15.02. 16:30 (OmU)

21 Gramm
USA 2003, R: Alejandro González Iñárritu, D: Sean Penn, Naomi Watts, Benicio Del Toro, 120 min

Ein tödlicher Autounfall verknüpft das Leben dreier Menschen. Der brillant inszenierte und montierte Film wirft existenzielle Fragen auf und beeindruckt vor allem mit Stimmungen und Gefühlslagen, in die er den Zuschauer einbezieht.

Passage-Kinos, 13.02. 19:00 (Psychoanalyse trifft Film, OmU)

Der grüne Kakadu
AT 1932, R: Franz Hohenberger, 68 min

Armut, Unterdrückung, Mord, Gewalt, Liebe – der packende Krimi thematisiert alles Weltbewegende in der zum zwielichtigen Lokal umdekorierten Werkstätte des Ottakringer Rauchfangkehrers. Der Amateurstummfilm steckt voller Geschichte(n) und spannenden Ansichten des alten Wien.

Schaubühne Lindenfels, 13.02. 20:00 (Öster Reicht − Drei Abende aus der Alpenrepublik)

Frühstück bei Tiffany
USA 1961, R: Blake Edwards, D: Audrey Hepburn, Patricia Neal, George Peppard, 115 min

Das melancholische Playgirl Holly Golightly findet in New York auf der Suche nach einem Millionär zum Heiraten schließlich zum Happy End mit einem armen Schriftsteller. Inszeniert nach einer Story von Truman Capote, gab es zwei Oscars, unter anderem für den wundervollen Song »Moon River« von Henry Mancini.

Schaubühne Lindenfels, 13.02. 20:00 (Öster Reicht − Drei Abende aus der Alpenrepublik)

Lolita
GB/USA 1961, R: Stanley Kubrick, D: James Mason, Shelley Winters, Sue Lyon, 153 min

Kubricks damals als äußerst skandalös geltende Adaption von Vladimir Nabokovs Roman um die Liaison eines Literaturprofessors mit einer 15-Jährigen.

Passage-Kinos, 16.02. 20:30 (Literatur trifft Film, mit Einführung, OmU)

Luru Archive: 7 dreckige Teufel / Tote faulen in der Sonne
I 1969, R: Mario Siciliano / Giuseppe Vari, D: Ivan Rassimov, Sieghardt Rupp / Guy Madison, Maurice Poli, 197 min

2 x Italo-Kriegsfilmaction aus dem Jahr 1969.

Luru-Kino in der Spinnerei, 16.02. 20:00

Notting Hill
USA/GB 1999, R: Roger Michell, D: Julia Roberts, Hugh Grant, Richard McCabe, 124 min

Eine Hollywooddiva und ein Londoner Buchhändler verlieben sich durch eine Verkettung schicksalhafter Umstände ineinander. RomCom-Klassiker mit viel Wortwitz, Situationskomik und schrulligen Nebenfiguren.

Luru-Kino in der Spinnerei, 14.02. 17:15

Schwarz sehen – Kurzfilmnacht

Kurzfilmrolle zum Black History Month.

Ost-Passage-Theater, 18.02., 19 Uhr (Black History Month, OmU)


Shorts Attack: Sci-Fi-Klassiker

10 Filme in 80 Minuten

Schaubühne Lindenfels, 15.02. 18:30

The Dangers in My Heart: The Movie
\J 2026, R: Hiroaki Akagi, John Swasey, 102 min

Der Film rundet die ersten beiden Staffeln der gleichnamigen Animeserie ab.

Cinestar, 14.02. 14:15

The Earth Is Blue As an Orange
UKR/LTU 2020, R: Iryna Tsilyk, D: Myroslava Trofymchuk, Hanna Gladka, Stanislav Gladky, 74 min

Während die Außenwelt aus Bombenanschlägen und Chaos besteht, versuchen Hannah und ihre vier Kinder, im ukrainischen Donbass-Kriegsgebiet ihr Zuhause als sicheren Hafen voller Leben und Licht zu erhalten.

Passage-Kinos, 19.02. 18:00

Union
USA 2024, Dok, R: Stephen Maing, Brett Story, 100 min

Eine Gruppe aktueller und ehemaliger Amazon-Beschäftigter im New Yorker Stadtteil Staten Island fordert eines der größten Unternehmen der Welt in einem Kampf um gewerkschaftliche Organisierung heraus.

Cineding, 19.02. 19:00 (OmeU, Reihe »Gewerkschaftskino«)


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