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Kultur

Dieser sinnlose Krieg

Mehrere Veranstaltungen in Leipzig erinnern an den vierten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine

  Dieser sinnlose Krieg | Mehrere Veranstaltungen in Leipzig erinnern an den vierten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine  Foto: Bild aus der Ausstellung »Coming of Age Amidst War«/Britt Schlehahn


Kinder stehen um einen Sarg, darin liegen die 14-jährigen Zwillinge Anna und Yuliia Aksenchenko, die im Juni 2023 in einer Pizzeria in der Region Donezk bei einem russischen Angriff zu Tode kamen. Das Foto von Alex Babenko ist nur eines von mehreren, die aktuell in der Ausstellung »Coming of Age Amidst War« im Ausstellungsraum der Bibliotheca Albertina zu sehen sind. Initiiert vom Deutsch-Amerikanischen Institut Sachsen und dem America House Lviv zeigt sie Aufnahmen von Jugendlichen während dieses russischen Angriffskriegs: beim fast normalen Alltag und in neuen Schulen, aber auch Fotos von Personen, die an der Front gestorbenen sind.

Zentral im Raum sind Porträts von vier Jugendlichen zu sehen, die nach dem Angriff in Leipzig eine neue Heimat fanden. Fast acht Millionen Menschen flohen seit Ende Februar 2022 aus der Ukraine, etwa 10.000 leben in Leipzig. Die Fotografin Sophie Meuresch porträtierte die Jugendlichen bei ihrer Ankunft und im Sommer 2025. Texte erzählen, wie sie die Zeit bisher wahrgenommen haben und wie es ihnen gerade geht.

Die Ausstellung ist eine von mehreren Aktionen, die um den 24. Februar in Leipzig im Gedenken an den seit vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg stattfinden.

Bereits am Freitag, 20. Februar, um 19 Uhr eröffnet im Kunstraum D21 die Einzelausstellung »Tears of Things« von Anna Perepechai, die sich mit den Auswirkungen des Krieges in der Gesellschaft, auf den individuellen und gesellschaftlichen Körper und die Psychen auseinandersetzt. Zum Interview mit Perepechai im kreuzer geht es hier.  Die Künstlerin wird am 25. Februar um 16 Uhr im Stadtgeschichtlichen Museum (Altes Rathaus) am Gespräch in der Ausstellung »Kyjiw im Wandel. Von der Unabhängigkeit zur Identität« teilnehmen, in dem es unter anderem auch um die aktuelle Situation in der Ukraine aus der Exil-Sicht gehen wird. »Kyjiw im Wandel« zeigt die letzten 30 Jahre der Leipziger Partnerstadt in einer Videoinstallation vom Museum der Geschichte Kyjiws.

Mit den Entwicklungen in der Ukraine setzen sich zudem zwei Ausstellungen in der Deutschen Nationalbibliothek auseinander. »Words in Flame« dokumentiert Bibliotheken während des Krieges. Um das kulturelle Erbe dreht sich die Präsentation »Schutz des ukrainischen Kulturerbes in Kriegszeiten«.

Am 24. Februar um 19 Uhr läuft im Luru-Kino in der Reihe 24 FPS – Fotografie im Film, die der Verein »Die Nacht« organisiert – der Film »Viktor« aus dem Jahr 2024 über einen ukrainischen Fotografen, der die Armee begleitet.


> Anna Perepechai »Tears of Tings« Kunstraum D21: bis 15.3.2026

> »Kyjiw im Wandel. Von der Unabhängigkeit zur Identität«, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Altes Rathaus: bis 31. März 2026

> »Words in Flame«, »Schutz des ukrainischen Kulturerbes in Kriegszeiten«: bis 2. April 2026, Deutsche Nationalbibliothek


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