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Kultur

Das neue logbuch ist da!

Das kreuzer Sonderheft zur Leipziger Buchmesse 2026

  Das neue logbuch ist da! | Das kreuzer Sonderheft zur Leipziger Buchmesse 2026  Foto: Janina Lechner/Kleines Kulinarium. Gestaltung: Tanja Kirmse


Liebe Leserinnen und Leser,

»Amoi wird da Tag kumma, die Donau außer Rand und Band«

Vielleicht ist der von Falco erwartete Tag gar nicht mehr so fern, denn der ganze Donauraum kommt zu Besuch nach Leipzig. Der ganze? Ja, selbst kleinere und weniger bekannte Gebiete wie das Banat in Rumänien tauchen auf; durch die Literatur fest ins kulturelle Gedächtnis gebannt (zu den Banater Schwaben lesen Sie mehr im Interview mit Betty Boras). Die Geschichte des Flussgebiets, das sich vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer zieht, war mehr als bewegt, und so sind es die Geschichten ebenfalls. Frank Willmann gewährt einen besonderen Einblick in das Leben des kriminellen Fußballclubbesitzers und Warlords Arkan, an dessen Leben man viel über Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten ablesen kann (einen Auszug aus dem Roman »Balkanblut« finden Sie im logbuch). Mit dieser Geschichte ist auch die Loslösung vom Sozialismus und die darauffolgende Entwicklung der kapitalistischen Marktwirtschaft verbunden. Das Entstehen und Überschreiten neuer, nicht nur wirtschaftlicher Grenzen im steten Fluss des Lebens bespricht auch die kroatische Autorin Ena Katarina Haler. Ein ganzes Stück weiter flussaufwärts befinden wir uns in der Hauptstadt der ehemaligen, für das gesamte Donaugebiet so wichtigen k. u. k. Doppelmonarchie und der Heimat des Zsolnay-Verlags, der sich durch ein besonderes Gespür für Bestseller auszeichnet (das Interview mit dem Verleger Herbert Ohrlinger lesen Sie hier). Und schlussendlich ist auch Deutschland als Quelle der Donau selbst zu Gast in Leipzig und wird insbesondere durch den Ulmer Verlag Danube-Books vertreten, der mit seinem Programm wiederum stromabwärts reisend den Gesamtblick nicht verliert und seine Leserinnen und Leser Richtung Osten bringt. (Ein Gespräch mit Verlagsgründer Thomas Zehender gibt es auf hier, ein Beispiel der von ihm verlegten Poesie auf unserer letzten Seite.)

Und sonst? Lohnt es sich auch ohne den zweitlängsten Fluss Europas, in Richtung Osten zu schauen. In Polen vereint Dorota Masłowska die Rollen der Autorin, Rapperin und Dramatikerin in einer Person und spielt in einer Weise mit ihrer Sprache, die das Übersetzen zur Herausforderung macht. Und während in Leipzig selbst im Grafischen Viertel die letzten Lichter ausgehen, der letzte Buchdrucker das Quartier verlässt und die bedrohte Existenz des Literaturhauses die Frage aufwirft, welche Funktion Literaturhäuser in Deutschland generell noch erfüllen, wandert die Literatur in die ostdeutsche Peripherie. Auf diese richten Simon Strauß und Lukas Rietzschel ihre Aufmerksamkeit: Strauß in seinem 2025 veröffentlichten Sachbuch »In der Nähe« und Rietzschel in seinem Roman »Sanditz«. Was diese beiden Texte trennt oder wo sie sich begegnen, lesen Sie hier.

Also bleibt nur noch zu sagen: Badesachen an und rein in die Flut an Neuerscheinungen, mit denen Sie sich über alle Grenzen hinweg tragen lassen können – und dieses Jahr ganz besonders gen Osten. Denn für dieses Frühjahr gilt, was Bibiza schon 2024 sang:

»Es wurde leider übersehn
Die Donau wird bald übergehn
Sie macht vor nix und niemand halt
Oh, was eine Naturgewalt!
Die Donau außer Rand und Band
Die Donau fließt übers ganze Land«


Das logbuch gibt es als kostenlose Beilage zur März-Ausgabe des kreuzer. Das können Sie hierbestellen. 

Das lobguch gibt es außerdem als kostenloses ePaper. Hierkönnen Sie es herunterladen.


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