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Stadtleben

Solidaritätsdemo mit dem LSC in Schleußig

Mehrere hundert Menschen zeigten am Donnerstagabend ihre Unterstützung für den Sportverein

  Solidaritätsdemo mit dem LSC in Schleußig | Mehrere hundert Menschen zeigten am Donnerstagabend ihre Unterstützung für den Sportverein  Foto: Kreative Plakate auf der Solidaritätsdemo/Maika Schmitt

Am Donnerstagabend versammeln sich mehrere hundert Menschen auf dem Nettoparkplatz in Schleußig. Unter dem Motto »LSC 1901 e.V. – Hoch sollst du weiterleben!« ziehen sie durch die Pistorisstraße, um Solidarität mit dem Verein zu zeigen, der sich seit Monaten in einem Nachbarschaftsstreit befindet – dieser beeinträchtigt inzwischen auch die Trainingsbedingungen.

»Macht Sport, nicht Stress« und »Wir wollen nicht im Abseits stehen« steht auf den vielen bunten Schildern, die von den Demonstrationsteilnehmenden durch die Pistorisstraße getragen werden. Etwa 600 Menschen sind gekommen, schätzt die Polizei, die Veranstalter sprechen von rund tausend. Hintergrund ist ein Konflikt, der seit mehreren Monaten schwelt: gehäufte Beschwerden über Lärm beim Training und bei Veranstaltungen. Laut Verein blieben bisher alle Versuche, sich mit den Beschwerdeführern auszutauschen und gemeinsam eine Lösung zu finden, ohne Ergebnis. Die Stadt Leipzig erlies Ende Oktober außerdem eine strenge Verordnung für den Verein, die ihm jegliche Musikbeschallung untersagt, das Hockeytraining nur bis 20 Uhr erlaubt und die Nutzung der neuen Tribüne verbietet. Für einen Verein, in dem auch viele Berufstätige trainieren, sind die verkürzten Trainingszeiten eine enorme Einschränkung.

Schon bei der Recherche im letzten Jahr meldeten sich zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner beim kreuzer und verwiesen darauf, dass der Sportverein ein wichtiger Teil der Nachbarschaft sei, dass sie das Angebot schätzten und die Geräuschkulisse zumutbar sei. Aus der Nachbarschaft ist nun auch die Demonstration organisiert worden, viele kennen sich, es sind gut gelaunte kleine Menschengruppen unterwegs, viele Kinder halten stolz ihre selbstgebastelten Plakate in die Höhe. Nach der Ankunft am Vereinsgelände hat die Veranstaltung Sportfestcharakter.

Aus der Sportlerklause heraus werden Bratwürstchen verkauft, Kinder toben mit Fußbällen über den Rasen, eine Gruppe Jugendlicher singt einen LSC-Song durchs Megafon. Auch von anderen Vereinen sind Menschen gekommen, um den LSC zu unterstützen. Zum Beispiel vom Roten Stern oder vom SV Tresenwald aus Machern. Mit etwa dreißig Personen seien sie angereist, erzählt Natalie Hanschmann, die wie ihre Vereinskolleginnen und -kollegen an der grün-gelben Trainingsanzügen gut erkennbar ist. »Es ist super wichtig, dass der Sportverein erhalten bleibt. Wir sind hier, weil wir uns die Unterstützung auch wünschen würden, wenn das bei uns passieren würde.«

Norbertas Sieber, Geschäftsstellenleiter beim LSC, ist sichtlich berührt von den vielen Menschen, die gekommen sind, um ihre Solidarität auszudrücken: »Es ist toll, wie die Nachbarschaft zusammenhält.«

Eine Lösung für die eingeschränkten Trainingszeiten gibt es bisher noch nicht. Auch die Tribüne – mehrere kniehohe Betonklötze mit Sitzbänken – umflattert immer noch ein rot-weißes Absperrband, der Antrag auf rückwirkende Baugenehmigung läuft noch. Der LSC versucht weiterhin, die Situation zu entschärfen. Um etwa das Verkehrsaufkommen besser zu regulieren, gibt es jetzt zusätzliche Parkflächen, deren Zugänge ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern auf- und zugeschlossen werden.

Während des Winters seien die Beschwerden weniger geworden, was wohl vor allem auf den reduzierten Sport- und Veranstaltungsbetrieb zurückzuführen ist. Ob mit den wärmeren Temperaturen nicht nur die Mannschaften auf den Platz, sondern auch die Beschwerden ins Ordnungsamt zurückkehren, wird sich zeigen.


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