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Kultur

Queer Coding

Die Kinotipps der Woche

  Queer Coding | Die Kinotipps der Woche  Foto: Remembers-MountainA

Von den Anfangstagen des Films bis in die Gegenwart, »Queer Coding« – das Andeuten queerer Figuren und Themen im Film, ohne sie direkt anzusprechen – hat eine lange Tradition. Das Team der Passage-Kinos hat sich in die Filmgeschichte vertieft und Beispiele gefunden, die ab April in der Reihe Passagen-Werke präsentiert werden. Am 13.4. gibt es die Horrorsatire »Jennifer’s Body«.

»Passagen-Werke: Queer Coding«: 13.4., Passage-Kinos


Film der Woche:

Arco
B 2025 R: Ugo Bienvenu, 88 Min.

Europäischer Filmpreis, Oscarnominierung, Preise bei allen wichtigen Animationsfilmfestivals und viel Applaus von Künstlerinnen und Künstlern wie Alfonso Cuarón oder Thomas Bangaltar: »Arco« ist wirklich etwas Besonderes. Bild für Bild handgemalt und animiert, ist in den Trickfilm des französischen Comic-Autors Ugo Bienvenu enorm viel Liebe geflossen. Ähnlich wie das Katzenabenteuer »Flow«, für das der Lette Gints Zilbalodis im vergangenen Jahr den Oscar erhielt, ist auch »Arco« komplett unabhängig produziert, abseits der großen Studios, und größtenteils handanimiert von einem Team aus Kunststudenten. Durch seinen kindlichen Stil und eine recht konventionelle Erzählung ist Bienvenus Zeitreiseabenteuer aber deutlich zugänglicher als Zilbalodis’ wortloses Werk. Für seine Geschichte um einen Jungen aus einer fernen Zukunft, der auf dem Regenbogen durch die Zeit reist und mit einem einsamen Mädchen Freundschaft schließt, ließ sich Bienvenu von den großen des Fachs wie Hayao Miyazaki (»Das Schloss im Himmel«) und Steven Spielberg (»E.T. – Der Außerirdische«) inspirieren. Die Welt, die er schafft, ist einzigartig und gegenwärtig, geht es hier doch auch darum, wie wir unsere Zukunft gestalten. Mit viel Liebe zum Detail und zu seinen Figuren, erweckte das Team um Bienvenu diese Welt zum Leben. »Arco« verbindet ernste Themen mit viel Witz und visuellen Spielereien, ein Kunstwerk für die ganze Familie, das große und kleine Kinogängerinnen und Kinogänger berühren wird.

»Arco«: ab 9.4., Passage-Kinos, Regina-Palast


Der Magier im Kreml 
F/USA 2025 R: Olivier Assayas, D: Paul Dano, Alicia Vikander, Tom Sturridge, 145 Min.

Olivier Assayas hat einige Filme über zeitgeschichtliche Personen gedreht. Putin allerdings dürfte auch für ihn eine Herausforderung gewesen sein. Immerhin konnte er sich für »Der Magier im Kreml« auf die gleichnamige Buchvorlage stützen. Protagonist ist nicht, wie zu erwarten, Putin selbst, sondern ein an Wladislaw Surkow angelehnter Berater. Surkow ist eine schillernde Figur in Russland, ehemaliger Theatermacher, Schriftsteller, wichtige Figur in Putins innerem Zirkel. Bei Assayes wird er von Paul Dano gespielt und sitzt in seinem Haus am Rand von Moskau, wo er einem amerikanischen Journalisten emotionslos von seiner Karriere berichtet.

In Rückblenden erfahren wir zunächst aus Surkows eigenem Leben von den wilden neunziger Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Einer Zeit, die der Film funkelnd zum Leben erweckt. Luxuriöse Partys, Männer, die sich schamlos bereichern, Attentate auf offener Straße. Mitten in das politische Chaos wird Putin als Ministerpräsident installiert. Ein KGB-Mann, der Ordnung bringen soll. Jude Law spielt ihn überzeugend, fast ein bisschen zu charmant.

Weniger überzeugend ist die zweite Hälfte des Films. Indem er wirklich jede Station auf Putins Weg bis zum Krieg in der Ukraine aufnimmt, gerät er immer mehr zur bebilderten Geschichtsstunde. Das hat etwas ermüdendes, vor allem weil es wenig Neues erzählt. Sehenswert bleibt »Der Magier im Kreml« trotzdem. JOSEF BRAUN

»Der Magier im Kreml«: ab 9.4., Passage-Kinos, CineStar, Cineplex, Regina-Palast


Weitere Filmtermine der Woche

Pferd am Stiel – Ein Hobby-Horsing-Abenteuer 
D/LT 2025, Dok, R: Sonja Kröner, 80 min

Die 13-jährige Sarah aus München entdeckt den finnischen Sport »Hobby Horsing« und reist zu Wettbewerben durch Europa.

Passage-Kinos, 12.04. 14:00 (Premiere für Kids mit dem Filmteam)


Shorts Attack: Oscar Shorts 2026

Die Kurzfilme, die 2026 für den Oscar nominiert sind.

UT Connewitz, 10.04. 19:00 Animation, 20:30 Live Action (OmU)


Wanda 
USA 1970, R: Barbara Loden, D: Barbara Loden, Michael Higgins, 102 min

Eine perspektivlose Frau aus dem Bergbaugebiet Pennsylvanias driftet nach dem Verlust ihrer Familie ziellos durch heruntergekommene Landschaften.

Luru-Kino in der Spinnerei, 11.04. 17:00 (OmU, Wiederaufführung), 14.04. 19:00 (OmU, Wiederaufführung)
Passage-Kinos, 12.04. 20:30 (OmU, Wiederaufführung)


Clueless – Was sonst!
USA 1995, R: Amy Heckerling, D: Alicia Silverstone, Paul Rudd, Donald Faison, 98 min

Die kultige Teeniekomödie basiert lose auf Jane Austens »Emma«.

Passage-Kinos, 12.04. 16:00 (Strickkino)


Banff Centre Mountain Film Festival

Im kanadischen Banff treffen sich seit 1976 Alpinisten, Filmemacher und Abenteurer von Rang und Namen. Die Abenteuerkurzfilme und -dokus des Banff Mountain Film Festivals sind wieder auf Welttournee und bei einem zweistündigen Filmabend zu sehen.

Werk 2, 16.04. 19:30


The Big Short
USA 2015, R: Adam McKay, D: Christian Bale, Ryan Gosling, Brad Pitt, 130 min

Adam McKay (»Anchorman«) bereitet die Finanzkrise 2008 gleichermaßen spannend und höchst unterhaltsam auf und kann dabei auf ein hervorragendes Ensemble bauen.

Zeitgeschichtliches Forum, 14.04. 19:00 (Filmvorführung und Gespräch, Wissenschaftskino)


Pinocchio 
B 2025, R: Carll Cneut, 70 min

Die Post-Rock-Band We Stood Like Kings aus Belgien vertont die animierte Adaption von »Pinocchio« des Malers Carll Cneut.

UT Connewitz, 11.04. 20:00 (Live-Vertonung durch We stood like Kings)


Kurzsuechtig – Mitteldeutsches Kurzfilmfestival

Im April kommen wieder die besten Kurzfilme Mitteldeutschlands zur Aufführung. An insgesamt fünf Abenden werden die Sieger in den Kategorien Dokumentarfilm, Animation, Fiktion und Experimentalfilm gewählt. Der Länderschwerpunkt zeigt Kurzfilme aus der Türkei in der Cinémathèque, es gibt Kurze für die Kleinen, am Samstag den Wettbewerb Filmmusik und Sounddesign und die ganze Woche über Austausch und Workshops für Filmschaffende.

Verschiedene Orte, bis 12.04.


On the Border – Europas Grenzen in der Sahara 
AT/CH/D 2024, Dok, R: Gerald Igor Hauzenberger, Gabriela Schild, 103 min

Bildgewaltige Langzeitbeobachtung der Region im Norden Nigers, wo Beduinen Geflüchtete durch die Sahara begleiten, bis die EU dem ein Ende setzt, ohne die Folgen für die Bevölkerung zu bedenken.

Schaubühne Lindenfels, 10.04. 20:00 (OmeU)


Aurora's Sunrise 
ARM/D 2022, R: Inna Sahakyan, 97 min

Der animierte Dokumentarfilm erzählt die Lebensgeschichte der jungen Armenierin Aurora Mardiganian, die 1915 den Völkermord überlebte und in die USA floh.

Schaubühne Lindenfels, 12.04. 20:00 (OmeU)


Lonig und Havendel 
D 2025, R: Claudia Tuyết Scheffel, D: Tri An Bui, Nano Nguyen, Volker Scheffel, 116 min

In ihrem Debütfilm erzählt Claudia Tuyết Scheffel von Fremdheit, Alltagsrassismus und familiärem Erwartungsdruck im Erzgebirge.

Zeitgeschichtliches Forum, 13.04. 19:00 (2, Filmvorführung und Gespräch, Reihe »Ein anderer Kino-Osten«)


Luru Archive: Mit Django kam der Tod / Einer gegen Sieben
I 1967 / 1962, R: Luigi Bazzoni / Umberto Lenzi, D: Franco Nero, Tina Aumont, Klaus Kinski / Fernando Lamas, Liana Orfei, Armand Mestral, 180 min

Zwei Italo-Western nacheinander.

Luru-Kino in der Spinnerei, 13.04. 20:00


Prinz in Hölleland
D 1993, R: Michael Stock, D: Wolfram Haack, Stefan Laarmann, Michael Stock, 94 min

Die reale Geschichte von Jockel und Stefan, deren Freundschaft an Jockels Heroinsucht zerbricht. Angesiedelt zwischen der Aussteigeridylle einer Bauwagenkommune, der Kreuzberger Junkieszene und schrillen Tuntenkneipen, verlieren sich Jockel und Stefan in einem Rausch aus Sex, Drogen und Eifersucht.

Cinémathèque, 14.04. 19:30 (mit Einführung)


Dementia 
USA 1955 Regie: John Parker, Besetzung: Ed McMahon, Adrienne Barrett, Bruno VeSota, 56 Min.

Die albtraumhaften Erfahrungen einer psychotischen jungen Frau, vertont von Anja Kleinmichel und Lutz Eitel.

Grassi-Museum Leipzig, 17.04. 19:30 (Gegenkino meets Kinoorgel, vertont von Anja Kleinmichel und Lutz Eitel)


Hedwig and the Angry Inch 
USA 2001, R: John Cameron Mitchell, D: Michael Pitt, John Cameron Mitchell, Stephen Trask, 95 min

Mitreißendes »Post-Punk-Neo-Glam-Rock-Musical« mit fantastischen Darstellern, allen voran Regisseur John Cameron Mitchell in der Hauptrolle.

Ost-Passage-Theater, 15.04. 20:00 (OmeU)


Es war einmal in Amerika 
USA/I 1984, R: Sergio Leone, D: Robert De Niro, James Woods, Elizabeth McGovern, 229 min

Ein jüdischer Gangster aus der Zeit der Prohibition kehrt nach über dreißig Jahren in die Lower East Side von Manhattan zurück, wo er sich erneut mit den alten Geistern und Problemen seines früheren Lebens konfrontiert sieht.

Passage-Kinos, 15.04. 19:00 (Jewish America on Film, mit Einführung, OF)


Frauensee
D 2012, D: Nele Rosetz, Therese Hämer, Lea Draeger, 86 min, Zoltan Paul

In dem Beziehungsdrama verbringen die Fischerei-Aufseherin Rosa und ihre Lebensgefährtin Kirsten ein Wochenende an einem einsamen See in der Uckermark, das durch den Besuch zweier junger Studentinnen aus Berlin aus dem Gleichgewicht gerät.

Cinémathèque, 16.04. 19:30 (mit Gast, OmeU)


Mein Onkel Lubo
D 2022, Dok, R: Nikola Boshnakov, Ray van Zeschau, 58 min

Der Leipziger Künstler Ray van Zeschau spürt seinem Onkel nach, dem verstorbenen bulgarischen Maler und Grafiker Ljuben Stoev, der Anfang der Sechziger an der Hochschule für bildende Künste bei Lea Grundig in Dresden studierte.

Luru-Kino in der Spinnerei, 17.04. 19:00 (in Anwesenheit des Regisseurs)


My Two Lives
D/PAK 2025, Dok, R: Jürgen Schaflechner, 45 min

Der Film erzählt von Konvertiten in Pakistan, die religiöse Grenzen überschritten haben und nun mit den Konsequenzen dieses Schrittes leben müssen.

Cinémathèque, 15.04. 19:30 (mit Einführung)


No Mercy 
D/AT 2025, Dok, R: Isa Willinger, 104 min

Ein energiegeladener, wilder Trip durch das revolutionäre Filmschaffen von Frauen – direkt, sinnlich, unbequem und voller Kraft.

Cineding, 16.04. 19:00, 17.04. 19:00


Nebelkind - The End of Silence 
AT/CZ 2024, R: Tereza Kotyk, D: Jeanne Werner, Susanne Michel, Klára Melíšková, 94 min

Wolfsschützerin Hannah begibt sich auf die Suche nach einem entlaufenen Tier in das tschechische Heimatdorf ihrer Großmutter, wo sie widerwillig mit ihrer entfremdeten Mutter zusammentrifft.

Schaubühne Lindenfels, 17.04. 18:30 (mit Regiegespräch)


Jennifer‘s Body 
USA 2009, R: Karyn Kusama, D: Megan Fox, Amanda Seyfried, Adam Brody, 102 min

Die populäre Highschool-Schülerin Jennifer wird nach einem dubiosen Ritual einer Rockband von einem Dämon besessen und beginnt, ihre männlichen Mitschüler zu verspeisen.

Passage-Kinos, 13.04. 20:30 (mit Filmgespräch, OmU, Passagen-Werke)


Trainspotting – Neue Helden 
GB 1996, R: Danny Boyle, D: Ewan McGregor, Ewen Bremner, Robert Carlyle, 94 min

Episoden aus dem Leben des heroinabhängigen Renton: Die Adaption des Kult-Klassikers der Drogenliteratur von Irvine Welsh wurde selbst zum Kultfilm.

Luru-Kino in der Spinnerei, 15.04. 19:00 (kreuzer-Klassiker, OmU)


Filmriss Filmquiz 

Was ist Paddingtons Lieblingsspeise? Welche Hausnummer trägt das Haus in der Elm Street? Wie ist der zweite Nachname von Tom Cruise? Wo wurde Michael Fassbender geboren? André Thaetz und kreuzer-Redakteur Lars Tunçay präsentieren wieder einen Blumenstrauß an Fragen rund ums Thema Film und belohnen Wissen mit Merch und Freikarten.

Moritzbastei, 16.04. 20:00


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