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Kultur

Psychedelische Klangorgien

Bitchin Bajas kommen erstmals nach Leipzig und laden zum lauschigen Trip ins UT Connewitz

  Psychedelische Klangorgien | Bitchin Bajas kommen erstmals nach Leipzig und laden zum lauschigen Trip ins UT Connewitz  Foto: Promo

Über die letzten 16 Jahre hat sich das Chicagoer Trio Bitchin Bajas auf einen Sound verständigt, dem man am ehesten an einem warmen Frühlingstag im Wald auf den glückverheißendsten halluzinatorischen Substanzen begegnen könnte. Knisternde, wohlige Soundscapes, beiläufige, aber nicht willkürliche Tüpfelchen von Perkussion und Saxofon sowie repetitive Patterns, gerne gestreckt auf mehr als 10-minütige Tracks. Anleihen bei deutschen Elektronik-Pionieren wie Cluster und Harmonia treffen auf die hippieesken Experimente der Kosmische-Musik-Disponenten Ash Ra Temple oder von Tangerine Dream. Auf ihren Plattencovern wie in ihren Liveshows wird das Ganze mandalaähnlich, bunt schimmernd visualisiert verstärkt, was die letzten Zweifel am Tripgefühl beseitigt.

Weniger eine Entwicklung mit Spannungskurven als vielmehr eine psychedelische Reise ins Jetzt war somit bislang die Visitenkarte der Band aus den USA. Immer wieder jedoch lichten sich aus dem Soundnebel Songstrukturen heraus, insbesondere seit dem Sun-Ra-Tribute-Album und den jazzigen Kollaborationen mit den Kollegen der Natural Information Society. Auf dem letzten September bei Drag City erschienenen Album »Inland See« klärt sich der Blick nun noch weiter – ohne dabei die Grundstimmung aufzugeben: Es bleibt transzendent und freischwebend, lässt aber mehr und mehr ein Grundgerüst erkennen. Während immer noch reichlich viel parallel passiert – schon im Opener »Skylarking« wird geklimpert, getutet, geklopft und geloopt, was das Zeug hält –, wird es immerzu organischer und kohärenter. Der vierte Song »Graut«, der die gesamte B-Seite füllt, wartet mit so viel Dramaturgie auf, wie man es von dieser Gruppe bislang noch nicht kannte. Gerade dieses Album dürfte nun auch viele neue Hörerinnen und Hörer finden, ohne die alteingesessenen zu vergraulen. Die Tour führt die Band nicht nur nach Berlin und Prag, sondern auch erst- und hoffentlich nicht letztmals nach Leipzig. 

> 17.4., 20 Uhr, UT Connewitz


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