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Kultur

Endlich Sommer(kino)!

Kinotipps der Woche

  Endlich Sommer(kino)! | Kinotipps der Woche  Foto: Neue Visionen Filmverleih

Die Nächte werden länger, die Temperaturen steigen – Zeit für Kino unterm Sternenhimmel. Bereits ab Ende April wirft das Luru-Kino auf die Mauer der Spinnerei Highlights der vergangenen Kinosaison. Die Kinobar flimmert Selbiges voraussichtlich ab Mai wieder in der Feinkost und das Sommerkino an der Plagwitzer Markthalle zeigt kulinarische Filmklassiker, Musikfilme mit Jamsessions und ein Sonderprogramm zum CSD mit einer queeren Filmauswahl bis in den September hinein.

»Sommerkino Open Air«: u.a. Feinkost, Plagwitzer Markthalle, Spinnerei

Film der Woche:

Die reichste Frau der Welt

F/B 2025, R: Thierry Klifa, D: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Marina Foïs, 123 Min.

Basierend auf dem Skandal um die L’Oreal-Erbin Liliane Bettencourt, begibt sich Regisseur Thierry Klifa mit »Die reichste Frau der Welt« ins Milieu der französischen Superreichen. Isabelle Huppert verkörpert dabei Marianne Farrère, Erbin eines Kosmetikunternehmens, das sie – ganz in der Tradition ihres Vaters – konservativ führt. Frühstück, Vorstandssitzung, Mittagessen mit ihrer Tochter, Pressetermine – all das ist perfekt durchgetaktet. Doch die Begegnung mit dem berühmt-berüchtigten Fotografen Pierre-Alain Fantin lässt sie ihre Prinzipien über Bord werfen, was von ihrer Familie mit großem Misstrauen beobachtet wird. Denn Pierre-Alain genießt das Luxusleben mit Marianne und lässt sich kaum lange bitten, ihr Geld anzunehmen und in großem Stile zu verprassen. Der Fokus des Films liegt auf dieser Freundschaft, andere Aspekte des Bettencourt-Skandals wie Antisemitismus-, Steuerhinterziehungs- und Bestechungsvorwürfe sind kaum mehr als eine Randnotiz in der Erzählung. Dazu gibt es fiktive Interviewsequenzen mit der Familie, die seltsam fehl am Platz wirken und nicht helfen, dem Film mehr Tiefe zu geben. So ist »Die reichste Frau der Welt« unterhaltsam und kann durch gute Darsteller überzeugen, aber das Bewusstsein, dass der eigentliche Fall noch viel komplexer ist, führt einen nach dem Kinobesuch dann doch zum Streaming, wo es eine dreiteilige Doku zu den realen Hintergründen gibt. HANNE BIERMANN

»Die reichste Frau der Welt«: ab 23.4., Passage-Kinos, Schauburg, Kinobar Prager Frühling, Regina-Palast


Rosebush Pruning

D/I/GB/Spanien 2026, R: Karim Aïnouz, D: Callum Turner, Jamie Bell, Elle Fanning, Pamela Anderson, 95 Min.

Unter der katalanischen Sonne lebt eine wohlhabende, weiße US-amerikanische Familie in hedonistischer Isolation und sucht Liebe und Bestätigung im Miteinander, in Designerkleidung und Popmusik. Als eine Außenstehende in ihr Leben tritt, kommen unterdrückte Spannungen zum Vorschein und Familienbande drohen zu zerreißen. Eine provokante, bissige Satire auf die Absurdität patriarchaler Familienstrukturen unter der Regie des preisgekrönten Karim Aïnouz (»Motel Destino«) und nach einem Drehbuch des Oscar-nominierten Efthimis Filippou (»The Lobster«).

»Rosebush Pruning«: ab 23.4., Passage-Kinos, Luru-Kino in der Spinnerei


Weitere Filmtermine der Woche

My Armenian Phantoms
Arm/F 2025, Dok, R: Tamara Stepanyan, 75 min

Die Regisseurin Tamara Stepanyan verarbeitet den plötzlichen Tod ihres Vaters, des Schauspielers Vigen Stepanyan, indem sie einen fiktiven Dialog mit seinem Geist und der armenischen Filmgeschichte führt.

Schaubühne Lindenfels, 23.04., 18:30 (mit Regiegespräch, OmeU, Eintritt frei)


Ararat

CAN/F 2002, R: Atom Egoyan, D: Christopher Plummer, Bruce Greenwood, Elias Koteas, 100 min

Edward Saroyan, armenisch-stämmiger Regisseur dreht einen Historienfilm als Zeugnis seines Lebens gegen das Vergessen. Komplexes, verschachteltes Drama von Atom Egoyan um den türkischen Genozid an den Armeniern.

Schaubühne Lindenfels, 24.04., 19:00 (Gedenktag zum Genozid an Menschen aus Armenien, OmeU)


Stadt der verlorenen Seelen
D 1983, R: Rosa von Praunheim, D: Angie Stardust, Jayne County, Judith Flex, 94 min

Avantgardistischer Musicalfilm über das Leben US-amerikanischer Cabaret-Darsteller und anderer Einwanderer in Berlin.

Cineding, 24.04., 19:00 (Hommage an Rosa von Praunheim)


Überleben in New York 
D/USA 1989, Dok, R: Rosa von Praunheim, 90 min

In dem Dokumentarfilm werden drei junge deutsche Frauen – Anna, Claudia und Ulli – begleitet, die in den 1980er Jahren versuchen, in der harten und widersprüchlichen Metropole New York Fuß zu fassen.

Cineding, 24.04., 21:00 (Hommage an Rosa von Praunheim)


Neubau
D 2019, R: Johannes M. Schmit, D: Tucké Royale, Monika Zimmering, Jalda Rebling, 82 min

Sommer in der Uckermark. Markus ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seinen pflegebedürftigen Omas und der Sehnsucht nach einem anderen Leben in Berlin.

Cinémathèque, 23.04., 19:30 (mit Gast, OmU)


No Ordinary Man
CAN 2020, Dok, R: Aisling Chin-Yee, Chase Joynt, 83 min

Porträt von Musiker und Trans-Ikone Billy Tipton Jr.

Kinobar Prager Frühling, 24.04., 17:30 (Queer Music Festival, OmeU)


Der Golem

D 1920, R: Paul Wegener, Carl Boese, D: Paul Wegener, Albert Steinrück, Lyda Salonova, 86 min

Der expressionistische Stummfilmklassiker nach dem Sagenkreis um den Prager Rabbiner Judah Löw.

Heilandskirche Plagwitz, 24.04., 20:30 (Stummfilm mit Live-Begleitung Tobias Rank)


Fassaden
D 2025, Dok, R: Alina Cyranek, 90 min

Die Leipziger Regisseurin spricht in ihrem Dokumentarfilm mit Frauen, die Gewalt in der Beziehung erfahren haben, und legt ein politisches und gesellschaftliches System dar, das lieber wegschaut.

Cineding, 25.04., 19:00 (mit Filmgespräch)


In die Sonne schauen
D 2025, R: Mascha Schilinski, D: Hanna Heckt, Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler, 159 min

Drei Frauenschicksale in drei verschiedenen Zeiten verwebt Mascha Schilinski in ihrem Film auf kunstvolle und atmosphärische Weise und erhielt dafür den Preis der Jury in Cannes.

Passage-Kinos, 26.04., 11:00


Shorts Attack: Die Tiere sind los

Schafe springen fröhlich singend durch Indien, Wasserschweine befreunden sich mit Küken und Enten sollte man nicht füttern. Kleintiere hopsen in einer turbulenten Parade und Hunde erobern die Theaterbühne.

Schaubühne Lindenfels, 26.04., 18:00 (OmU)


Indigo Girls: It‘s Only Life After All
USA 2023, Dok, R: Alexandria Bombach

Dokumentarfilm über das Folkrock-Duo Indigo Girls.

Kinobar Prager Frühling, 26.04., 15:00 (OmeU, Queer Music Festival)


Wir Erben
CH 2024, Dok, R: Simon Baumann

Als seine Eltern ihren 70 Hektar großen Landwirtschaftsbetrieb in Frankreich aus Altergründen aufgeben und ihren Söhnen vererben wollen, bringt das die Moral des Filmemachers Simon Baumann ins Schlingern. Dokumentarisches Essay.

Passage-Kinos, 26.04., 13:00 (mit Filmgespräch, Weitblick)


Lesvia
GR 2024, Dok, R: Tzeli Hadjidimitriou, 78 min

Seit den 1970er Jahren ist die griechische Insel Lesbos Zufluchtsort für Lesben aus aller Welt. Im Küstendorf Eressos, dem Geburtsort der antiken Dichterin Sappho, entstand über die Jahrzehnte eine lebendige Gemeinschaft, in der Frauen offen und frei leben und lieben konnten.

Kinobar Prager Frühling, 26.04., 17:15 (Lesbian Visibility Day, OmU)


Los sueños que compartimos
MEX 2025, Dok, R: Valentina Leduc Navarro, 102 min

Doku über die Europareise einer Delegation indigener Menschen aus Mexiko, die im Kampf gegen die Zerstörung ihrer Heimat um Mitstreiter werben.

Kinobar Prager Frühling, 27.04., 19:30 (OmU, Premiere mit Regisseurin Valentina Leduc und Aktivisten aus Lützerath)


Luru Archive: Scarletto – Schloss des Blutes / Das Monster auf Schloss Moorley
1965 / 1966, R: Max Hunter / Elio Scardamaglia, D: Mickey Hargitay, Walter Brandi, Louise Barrett / William Berger, Massimo Righi, Barbara Wilson, 172 min

Luru-Kino in der Spinnerei, 27.04., 20:00


Zwei Italo-Horrorschocker am Stück.

Rose
AT/D 2026, R: Markus Schleinzer, D: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, 94 min

Die Geschichte des Soldaten Rose, der im 17. Jahrhundert in einem Dorf auftaucht, um sein Erbe anzutreten, jedoch den Argwohn der Bewohner auf sich zieht. Silberner Bär für die brillante Darstellung von Sandra Hüller.

Passage-Kinos, 27.04., 20:00 (Premiere mit Regisseur Markus Schleinzer und den Hauptdarstellerinnen Sandra Hüller und Caro Braun), 20:30 (Premiere mit Regisseur Markus Schleinzer und den Hauptdarstellerinnen Sandra Hüller und Caro Braun)


Amrum

D 2025, R: Fatih Akın, D: Jasper Billerbeck, Laura Tonke, Diane Kruger, 93 min

Während sich der Zweite Weltkrieg dem Ende neigt, ist der zwölf Jahre alte Nanning auf Amrum auf sich allein gestellt und hat alle Hände voll zu tun, seiner Familie unter die Arme zu greifen.

Open-Air-Kino in der Spinnerei, 30.04., 21:00


A Serious Man
USA 2009, R: Joel & Ethan Coen, D: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Sari Lennick, 106 min

Larry Gopnik ist ein ehrbarer Mann. Doch eines sonnigen Morgens in der jüdischen Gemeinde beginnt das gut situierte Leben des Physikprofessors auseinanderzubröckeln. Brillante Tragikomödie der Coen-Brüder.

Passage-Kinos, 29.04., 20:15 (Jewish America on Screen, mit Einführung, OmU)


Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt: Tränen des azurblauen Meers tipp
J 2026, R: Yasuhito Kikuchi

Im zweiten Kinofilm zum beliebten Isekai-Anime bittet die geheimnisvolle Yura Rimuru und seine Freunde um Hilfe, um ihr bedrohtes Unterwasserreich Kaien vor einer finsteren Verschwörung zu retten.

Cinestar, 28.04., 17:00 (Anime-Night, OmU), 20:00 (Anime-Night)
Cineplex, 28.04., 18:00 (Anime-Night, OmU), 20:00 (Anime-Night)
Regina-Palast, 28.04., 18:00 (Anime-Night, OmU), 19:00 (Anime-Night), 20:15 (Anime-Night)


Die endlose Nacht
D 1963, R: Will Tremper, D: Karin Hübner, Harald Leipnitz, Hannelore Elsner, 85 min

Verschiedene Reisende stranden wegen dichten Nebels eine ganze Nacht lang auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof.

Cinémathèque, 29.04., 20:00 (Pyjamakino)

Denn dieses Leben lebst nur du
D 2024, Dok, R: Jan Sebening, 90 min

Der Film dokumentiert das Leben von zwei Transfrauen und zwei Transmännern, die sich in jeweils unterschiedlichen Phasen der biologischen Geschlechtsangleichung befinden.

Passage-Kinos, 29.04., 20:30 (mit Gästen, QueerBLICK)


Gavagai
D/F 2025, R: Ulrich Köhler, D: Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, 91 min

Als in Westafrika eine Medea-Verfilmung gedreht werden soll, verlieben sich die beiden Hauptdarsteller ineinander, wodurch sie allerlei Hürden zu überwinden haben.

Passage-Kinos, 30.04., 18:00 (mit Regiegespräch)


Ich will alles. Hildegard Knef
D 2025, Dok, R: Luzia Schmidt, 90 min

Dokumentarisches Porträt zum 100. Geburtstag.

Luru-Kino in der Spinnerei, 26.04., 15:30 (Eintritt auf Spendenbasis, Mit Konzert »Kirsten singt Knef« vorab um 14 Uhr)


International Ocean Film Tour Volume 12

Die neuesten Meeresabenteuer und Wassersportfilme auf der großen Leinwand mit viel Action auf und unter Wasser, Geschichten rund ums Meer und Salz in der Luft.

Werk 2, 28.04., 19:30


Kurzsuechtig Kurzfilmfestival – Wettbewerb

Die Gewinner der Wettbewerbe Animation, Dok und Fiktion.

Schaubühne Lindenfels, 27.-29.4., 18:30 


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