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Kultur

Grenzüberschreitend

Die Kinotipps der Woche

  Grenzüberschreitend | Die Kinotipps der Woche  Foto: Piffl

In der kommenden Woche findet das Neisse Filmfestival zum 23. Mal statt. Seit 2004 präsentiert das Filmfest jährlich im Mai in der Dreiländerregion an der Neiße aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Deutschland, Polen und Tschechien sowie Ost- und Mitteleuropa. Was mit der Idee begann, Filme in drei Nachbarländern zu zeigen, hat sich zu einer kulturellen Brücke für Cineasten entwickelt und ist inzwischen ein wichtiger Treffpunkt für Filmschaffende. Auch in diesem Jahr bietet das Festival wieder einen einzigartigen Blick auf das aktuelle Filmschaffen der Region und darüber hinaus. Eröffnet wird das 23. Neisse Filmfestival Dienstag mit dem Spielfilm »Etwas ganz Besonderes« von Eva Trobisch, der seine Premiere in diesem Jahr im Wettbewerb der Berlinale feierte.

»23. Neisse Filmfestival«: 26.-31.5., u.a. in Zittau, Görlitz, Großhennersdorf, Varnsdorf, Zgorzelec, Liberec

www.neissefilmfestival.net


Film der Woche:

The North
NL 2025, R: Bart Schrijver, D: Bart Harder, Carles Pulido, Olly Bassi, 130 Min.

Der Niederländer Chris und der Spanier Lluis kennen sich seit Jugendzeiten. Inzwischen sind sie Mitte 30, leben weit voneinander entfernt und haben nur noch wenig Kontakt. Nun haben sie sich aber verabredet, um einen alten Traum wahr zu machen: eine 600 Kilometer lange Wanderung durch die schottischen Highlands. Mit im Gepäck haben sie jedoch nicht nur ein Zelt, Proviant und sonstige Ausrüstung, sondern auch ihre gegenwärtige Lebenssituation – von der der jeweils andere kaum etwas weiß. So freut sich Chris auf seine nahende Vaterschaft, hat aber auch einen stressig-öden Bürojob, der ihn bis in den Urlaub verfolgt. Lluis wirkt dagegen recht freigeistig, hat aber ein eigenes Päckchen zu tragen, das sich Chris erst im Verlauf ihrer Reise erschließt. Die beiden Freunde erfahren grandiose Natureindrücke miteinander, aber auch Unerwartetes über den anderen und sich selbst. Regisseur Bart Schrijver, seine beiden Hauptdarsteller und eine Kerncrew haben den Trail von Milngavie bis zum Cape-Wrath-Leuchtturm im Zuge der Dreharbeiten selbst erwandert und chronologisch gefilmt. Das merkt man ihrem authentisch wirkenden Roadtrip-Drama deutlich an, das das Publikum nicht nur mit grandiosen Naturaufnahmen belohnt, die die Lust aufs Wandern wecken, sondern auch mit einem Schubser, möglichst bald einen lieben Menschen wiederzutreffen, den man viel zu lange nicht gesehen hat. PETER HOCH

»The North«: ab 21.5., Passage-Kinos


Weitere Filmtermine der Woche

Vom Verschwinden der Insekten – Das große Insekten Kino

Filmabend mit Musik, Bildern und Texten zum Tag der Biologischen Vielfalt − mit Michael Ludwig.

Bürgerbahnhof Plagwitz, 22.5., 21 Uhr (Eintritt frei)


Songs for Joy – Der Film zur Musik 
D 2025, Dok, R: Jan Becker

Der Dokumentarfilm begleitet die Ausnahmemusiker Jacques Palminger und Carsten Meyer alias Erobique bei ihrem außergewöhnlichen Mitmachprojekt, das aus dem Hamburger Veddel eingeschickte Texte vertonte und zur Aufführung brachte.

Luru-Kino in der Spinnerei, 22.5., 19 Uhr (mit Filmteam), 23.5. 17 Uhr


Die Legende von Paul und Paula
DDR 1973, R: Heiner Carow, D: Angelica Domröse, Winfried Glatzeder, Heidemarie Wenzel, 105 min

Die Lebenswege der alleinerziehenden Paula und des frischgebackenen Studienabsolventen Paul aus Ost-Berlin kreuzen sich und beide verlieben sich ineinander. Allerdings ist Paul verheiratet, wenn auch unglücklich in seiner Ehe und er versucht, den Schein zu wahren. Das Liebesdrama war 1973 ein großer finanzieller Erfolg in der DDR.

Luru-Kino in der Spinnerei, 23.5., 15 Uhr, 24.5. 17 Uhr


Shorts Attack: Cannes Shorts 2026 

Das Shorts-Attack-Kurzfilmprogramm präsentiert in diesem Monat eine Auswahl außergewöhnlicher Kurzfilme aus dem Cannes-Wettbewerb 2026.

Schaubühne Lindenfels, 24.5. 18.15 Uhr
Kinobar Prager Frühling, 24.5. 20 Uhr (OmU)


A jumpin‘ Night in the Garden of Eden
USA 1987, Dok, R: Michal Goldman, 75 min

Der Dokumentarfilm fängt gegen Ende der achtziger Jahre die Bemühungen zweier wegweisender Gruppen ein – Kapelye und Boston Klezmer Conservatory Band – ,um verlorene Geschichte der Klezmer-Musik wiederzubeleben.

Cinémathèque, 29.5., 19.30 Uhr (OV)


Dancer in the Dark
DK/D/NL/I/USA/GB/F/S/FIN/ISL/N 2000, R: Lars von Trier, D: Björk, Catherine Deneuve, Peter Stormare, 140 min

Selma arbeitet in einer Fabrik, um ihrem Sohn eine Augenoperation zu ermöglichen, damit er nicht erblindet – ein Schicksal, das ihr selbst in naher Zukunft drohen wird. Um dem trostlosen Alltag zu entkommen, träumt sie sich immer wieder in eine Musicalwelt hinein.

Passage-Kinos, 25.05., 11:30 (Eintritt frei mit WGT-Festivalbändchen)


Grüne Tomaten
USA 1991, R: Jon Avnet, D: Kathy Bates, Jessica Tandy, Mary Stuart Masterson, 130 min

Anrührendes Drama um zwei Frauen, die in den USA der 1930er ein Café eröffnen, in dem Schwarze und Weiße zusammen bedient werden.

Passage-Kinos, 24.5., 20.30 Uhr (OmU, Passagen-Werke)


Immortals – Bagdads Jugend erhebt ihre Stimme 
CH/IRQ 2024, Dok, R: Maja Tschumi, 94 min

Der Dokumentarfilm begleitet Milo, eine junge Feministin, und Khalili, einen Filmemacher, die im Nachhall der irakischen »Oktober‑Revolution« von 2019 trotz Repression mutig für Freiheit, Selbstbestimmung und eine bessere Zukunft kämpfen.

Schaubühne Lindenfels, 29.5., 20.30 Uhr (mit Filmgespräch mit der Regisseurin, OmU)


Los sueños que compartimos
MEX 2025, Dok, R: Valentina Leduc Navarro, 102 min

Doku über die Europareise einer Delegation indigener Menschen aus Mexiko, die im Kampf gegen die Zerstörung ihrer Heimat um Mitstreiter werben.

Kinobar Prager Frühling, 26.5., 17 Uhr (Nach dem Film Gespräch mit Aktivist*innen aus Lützerath)


Wolken über Lützerath 
D 2025, Dok, R: Lukas Reiter, 110 min

Lukas Reiter dokumentiert die Zeit im Protestcamp Lützerath, das sich gegen den Abriss des Dorfes und den Braunkohleabbau durch RWE richtete.

UT Connewitz, 27.5., 20 Uhr (mit Regiegespräch, OmeU)


Luru Archive: In den Krallen des Hexenjägers / Nachts, wenn die Zombies schreien
GB / USA 1971/1975, R: Piers Haggard / Robert Fuest, D: Patrick Wymark, Michele Dotrice, Linda Hayden / Ernest Borgnine, Eddie Albert, Ida Lupino, 172 min

Satansanbeter treiben in diesen zwei Horrorfilmen ihr Unwesen.

Luru-Kino in der Spinnerei, 25.5., 20 Uhr


Yiddle with the Fiddle 
POL 1936, R: Joseph Green, Jan Nowina-Przybylski, D: Molly Picon, Simcha Fostel, Leon Liebgold, 92 min

In dem kommerziell erfolgreichsten Musical in der Geschichte des jiddischen Kinos verdient sich die arme junge Itke ihren Lebensunterhalt, indem sie auf Märkten und in Höfen in der kleinen Stadt Kazimierz-Dolny Geige spielt, wo sie zusammen mit ihrem alten, verwitweten Vater Arye lebt.

Cinémathèque, 27.5., 19.30 Uhr (OmeU) 


Master Cheng in Pohjanjoki
FIN/CHN/GB 2019, R: Mika Kaurismäki, D: Pak Hon Chu, Lucas Hsuan, Kari Väänänen, 114 min

Auf der Suche nach einem alten finnischen Freund reist der chinesische Koch Cheng in ein abgelegenes Dorf in Lappland. Bei der Ankunft scheint niemand im Dorf seinen Freund zu kennen, aber die lokale Cafébesitzerin Sirkka bietet ihm eine Unterkunft an. Im Gegenzug hilft Cheng ihr in der Küche und bald werden die Einheimischen mit den Köstlichkeiten der chinesischen Küche überrascht.

Cineplex, 28.5., 19 Uhr (Kino et Vino)


Mauern aus Sand
KRO/LT/SLO 2025, R: Čejen Černić Čanak, D: Lav Novosel, Andrija Žunac, Leon Grgić, 88 min

Marko führt ein scheinbar stabiles Leben in seinem kroatischen Heimatdorf, doch als sein früherer Freund Slaven zur Beerdigung seines Vaters zurückkehrt, brechen längst verdrängte Gefühle wieder auf und stellen Markos sorgfältig aufgebautes Selbstbild infrage.

Passage-Kinos, 27.5., 20.30 Uhr (OmU, QueerBLICK)


Metropolis 
D 1927, R: Fritz Lang, D: Alfred Abel, Gustav Fröhlich, Brigitte Helm, 153 min

Proletarier-Revolte in der Zukunftsstadt Metropolis. Expressionistischer Science-Fiction- und Stummfilm-Klassiker von Fritz Lang, dessen Architektur und Gestaltung seither oft zitiert und kopiert wurden.

Passage-Kinos, 25.5., 18 Uhr


Montag kommen die Fenster 
D 2006, R: Ulrich Köhler, D: Amber Bongard, Hans-Jochen Wagner, Isabelle Menke, 92 min

Eine junge Frau bricht nach dem Umzug in eine fremde Stadt aus ihrem Alltag aus und verlässt plötzlich Mann und Tochter, um der drohenden Enge zu entfliehen. Dichtes Drama um Ziellosigkeit, Unzufriedenheit und Stagnation, zugleich ein Psychogramm deutscher Gegenwart.

Stadtbüro, 26.5., 19 Uhr (18 Uhr Vortrag, Architektur im Film)


Perfect Blue 
J 1997, R: Satoshi Kon, 81 min

Hochspannende, großartig realisierte Manga-Verfilmung um eine Sängerin, die mit einer Doppelgängerin und merkwürdigen Morden konfrontiert wird.


Regina-Palast, 26.5., 18 Uhr (Anime-Night, OmU), 20 Uhr(Anime-Night, OmU)
Cineplex, 26.5., 20 Uhr (Anime-Night, OmU)
Cinestar, 26.5., 20 Uhr (Anime-Night, OmU)
Passage-Kinos, 26.5., 20.30 Uhr (Anime-Night, OmU)


Salonika – A City with Amnesia
D 2019, Dok, R: Mario Forth, Max Geilke

Einst eine kosmopolitische Stadt und ein religiöser sowie kultureller Schmelztiegel, erlebte das ehemalige Jerusalem des Balkans (Thessaloniki) im 20. Jahrhundert seinen Niedergang. Ein Schock, der die Stadt bis heute prägt.

Luru-Kino in der Spinnerei, 28.5., 19 Uhr


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