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Kultur

Kino der Kulturen

Die Kinotipps der Woche

  Kino der Kulturen | Die Kinotipps der Woche  Foto: eksystent distribution filmverleih

​Zum zehnten Mal zeigt das Cineding Filme aus Kurdistan und der kurdischen Diaspora. Gezeigt werden in den vier Spiel- und Dokumentarfilmen Menschen zwischen der gewaltsamen Repression des Militärs und dem Einfluss der PKK-Guerilla, Schmuggler auf den Bergpässen zwischen dem Iran und dem Irak, eine Dokumentation der Völkermord-Prozesse, sowie ein Porträt der Band Kardeş Türküler. Außerdem gibt es eine Rolle mit kurdischen Kurzfilmen.

»Kurdische Filmtage«: 04.–06.06., Cineding


Film der Woche:

Ein Sommer in Paris
F 2025, R: Valentine Cadic, D: Blandine Madec, India Hair, Arcadi Radeff, 77 Min.

Sommer 2024: Während ganz Paris im Olympiafieber ist, scheinen die Spiele Blandine, einer jungen Frau aus der Normandie, nur wenig Glück zu bringen. Eigentlich wollte sie sich die Schwimmwettbewerbe gemeinsam mit ihrer Freundin ansehen, doch nicht nur musste sie die Reise in die Hauptstadt allein antreten, die strengen Einlassbestimmungen der Wettbewerbe lassen es auch nicht zu, dass sie ihre Lieblingsathletin Béryl Gastaldello live um die Medaillen antreten sieht. Auch ein Besuch bei ihrer Halbschwester Julie verläuft eher chaotisch. Immerhin findet Blandine schnell einen Draht zu ihrer Nichte Alma, deren Vater – Julies Ex-Mann – sie aber direkt in seinen Olympia-Gegenprotest hineinzieht. Blandines Erlebnisse bilden einen entspannten, fast stoischen Kontrast zum Trubel der Spiele, traumwandlerisch bewegt sie sich durch die Stadt. Auch wenn sie ein ruhiger Charakter ist, bringt ihre Neugier und Aufgeschlossenheit sie immer wieder in neue, absurde Situationen. Dabei geht es weniger um die konkreten Erlebnisse, als mehr um ein Gefühl der unendlichen Möglichkeiten, die sich Blandine in ihrer Urlaubswoche zu bieten scheinen, und durch die sie sich langsam treiben lässt. »Ein Sommer in Paris« von Regisseurin Valentine Cadic hält exakt, was der Titel verspricht, und eignet sich damit perfekt für laue Sommerkinoabende, hat am Ende aber zu wenige Höhen und Tiefen, um noch lange nachzuwirken. HANNE BIERMANN

»Ein Sommer in Paris«: ab 4.6., Cinémathèque


Dao
F/SEN/GUB 2026, R: Alain Gomis, D: Katy Correa, D‘Johé Kouadio, Samir Guesmi, 185 Min.


185 Minuten Film sind ein Versprechen, das es einzulösen gilt. Wer sich als Zuschauer für drei Stunden ins Kino setzt, erwartet zumindest, dass ihn die Story in den Bann zieht, die Charaktere näher rücken und die Zeit verfliegt. Der französische Regisseur und Autor Alain Gomis stellt bei »Dao«, der seine Premiere im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale feierte, von vornherein klar, dass es sich hier um ein filmisches Experiment handelt. Zunächst wohnen wir einem Casting bei, bei dem die Protagonistin Gloria gefunden wird. Gemeinsam mit der Filmtochter reist sie dann in eine Dorfgemeinschaft in Guinea-Bissau an der afrikanischen Westküste. Hier werden die beiden in die Arme der Familie geschlossen und feiern die Beerdigung ihres Vaters in einem mehrtägigen traditionellen Fest. Zeitlich vermutlich später, im Film jedoch parallel erzählt, begleiten wir Gloria bei der Hochzeit ihrer Tochter in Frankreich. Die beiden Anlässe, die Vielzahl verschiedener Figuren und Leben, Tanz, Musik, Freude und Trauer begleiten uns durch die drei Filmstunden, die von einer Handlung nur lose zusammengehalten werden. Das erfordert Aufgeschlossenheit vom Zuschauer, belohnt aber auch mit einem außergewöhnlichen Einblick in eine exemplarische Familie zwischen den Kulturen.

»Dao«: ab 4.6., Passage-Kinos


Weitere Filmtermine der Woche

Aferim!


RO/BG/CZ 2015, R: Radu Jude, D: Teodor Corban, Mihai Comănoiu, Toma Cuzin, 108 min




Der historische Spätbalkan-Western in Schwarz-Weiß thematisiert die Verfolgung eines entlaufenen Roma-Sklaven im Jahr 1835 in der Walachei.

​Cinémathèque, 05.06. 19:00 (OmeU, Lacho Dives Festival)

The Spies who ruined our Lives


GB 2024, Dok, R: Justyn Jones, Madoc Roberts, 90 min




Der Dokumentarfilm behandelt den sogenannten »Spycops«-Skandal in Großbritannien um eine geheime Abteilung der britischen Polizei, die über 40 Jahre lang mehr als 1.000 linke, antirassistische und Umweltschutz-Gruppen infiltrierte – auch in Deutschland.

Ost-Passage-Theater, 05.06. 20:00 (Film & Forum, OmU)


Stummfilmtage auf der Warze
Ein lauschiges Plätzchen zwischen Bäumen auf dem Hügel im Clara-Zetkin-Park trägt schon seit vielen Jahren die sanften Abdrücke der Reifen des feuerroten Spielmobils. Vor dem werden die passionierten Musiker und Cineasten auch in diesem Jahr wieder die Leinwand aufspannen, um Filme aus den Kindertagen des Kinos musikalisch live zu begleiten. Darunter zwei Abenteuerklassiker mit Douglas Fairbanks, Buñuels »andalusischer Hund« und Murnaus »Nosferatu«.


Warze im Clara-Zetkin-Park, 3.-10.6.


Kurdische Filmtage
Zum zehnten Mal zeigt das Cineding Filme aus Kurdistan und der kurdischen Diaspora. Gezeigt werden in den vier Spiel- und Dokumentarfilme Menschen zwischen der gewaltsamen Repression des Militärs und dem Einfluss der PKK-Guerilla, Schmuggler auf den Bergpässen zwischen dem Iran und dem Irak, eine Dokumentation der Völkermord-Prozesse, sowie ein Porträt der Band Kardeş Türküler. Außerdem gibt es eine Rolle mit kurdischen Kurzfilmen.

Cineding, 04.–06.06. 


Islands


D 2025, R: Jan-Ole Gerster, D: Sam Riley, Stacy Martin, Jack Farthing, 123 min




Tom driftet durch sein Leben als Tennislehrer auf den Kanaren. Bis er in ein Familienschicksal hineingezogen wird. Das englischsprachige Debüt von Jan Ole Gerster (»Oh Boy«) wandelt auf Hitchcocks Pfaden.

Cinémathèque, 06.06. 20:15 (OmU, Tatorte)



It Follows


USA 2014, R: David Robert Mitchell, D: Maika Monroe


In der Tradition von Carpenter und Craven zerlegt Regisseur und Autor David Robert Mitchell die Bewohner der zerfallenen Vorstadt von Detroit. Hochspannend und mit einem fantastischen Soundtrack unterlegt.

Passage-Kinos, 07.06. 20:30 (OmU, Sunday Séance)


Axiom

D 2022, R: Jöns Jönsson, D: Moritz Treuenfels, Ricarda Seifried, Thomas Schubert, 112 min




»Fake it till you make it«: Julius zieht alle in seinen Bann, ist aber nicht der, der er zu sein vorgibt. Ein Film über Identität und Sozialverhalten.

Cineding, 11.06. 19:00 (Reihe Grenzgänger)


Das Gewicht der Welt


D 2026, Dok, R: Florian Heinzen-Ziob, 93 min




Der Dokumentarfilm beleuchtet das emotionale und professionelle Dilemma einer neuen Generation von Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern im Angesicht der globalen Klimakrise.

Kinobar Prager Frühling, 08.06. 17:00 (mit Filmgespräch)


Final Girls Berlin Nachspiel

Das Final Girls Berlin Film Festival präsentiert Horror-Kurzfilmkino, in welchem Frauen und nicht-binäre Menschen Regie geführt haben, und Filme, die von ihnen geschrieben oder produziert wurden.

Cinémathèque, 12.06. 19:30 (mit Einführung und Gespräch)


Jakob der Lügner

DDR/CSSR 1974, R: Frank Beyer, D: Vlastimil Brodsky, Henry Hübchen, Armin Mueller-Stahl, 101 min




1944 erfährt der in ein Ghetto in Osteuropa deportierte Jude Jakob per Zufall in einer mitgehörten Radiosendung, dass die Rote Armee erfolgreich vorrückt. Obwohl er selbst, ebenso wie alle anderen Deportierten, kein Radio hat, beschließt er, weitere ähnliche Nachrichten zu erfinden, um Hoffnung und Mut im Lager anzufachen.

Passage-Kinos, 08.06. 20:30 (Literatur trifft Film, mit Einführung)


Meine Frau weint


D/F 2026, R: Angela Schanelec, D: Vladimir Vulević, Agathe Bonitzer, Birte Schöink, 93 min



Ein gewöhnlicher Arbeitstag auf einer Baustelle. Thomas, ein 40-jähriger Kranführer, erhält einen Anruf von seiner Frau, die ihn bittet, sie vom Krankenhaus abzuholen. Er trifft sie weinend an.

Passage-Kinos, 11.06. 18:30 (mit Regiegespräch)


Mit der Faust in die Welt schlagen


D 2025, R: Constanze Klaue, D: Anton Franke, Camille Loup Moltzen, Anja Schneider, 110 min

Zwei Brüder, die in der ostsächsischen Provinz aufwachsen, erleben Arbeits- und Perspektivlosigkeit nach der Wende aus kindlich-jugendlichem Blickwinkel. Adaption des Romans von Lukas Rietzschel.

Zeitgeschichtliches Forum, 08.06. 19:00 (Ein anderer Kino-Osten, mit Regiegespräch)

Trois nuits par semaine

F 2022, R: Florent Gouëlou, D: Pablo Pauly, Romain Eck, Hafsia Herzi, 103 min



Baptiste ist in einer Beziehung mit Samia, als er Cookie Kunty zum ersten Mal trifft, eine junge Dragqueen aus der Pariser Szene, die ihn sofort fasziniert.

Schaubühne Lindenfels, 08.06. 18:30 (OmU, Soirée cinéma)


Punku

PER/E 2025, R: Juan Daniel Fernández Molero, D: Ricardo Delgado, Maritza Kategari, Marcelo Quino, 132 min




Meshia hilft einem Jungen im Dschungel von Peru und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die kulturelle Spannungen offenbaren.

UT Connewitz, 12.06. 20:00 (Gegenkino, OmeU)

See My Story

Madgermanes – so nennen sich Mosambikanerinnen und Mosambikaner, die eine Zeitlang als Vertragsarbeitende in der DDR lebten. Etwa 20.000 von ihnen waren auf Grundlage eines Staatsvertrags zwischen ihrem Heimatland und der DDR gekommen; viele mussten nach der Wiedervereinigung das Land verlassen. Bis heute kämpfen manche darum, dass ihnen Teile ihres ausstehenden Lohns ausgezahlt werden.

Zeitgeschichtliches Forum, 09.06. 19:00 (mit Filmgespräch)

The amazing digital Circus: The last Act


USA/AUS 2026, R: Gooseworx, 93 min




Abschluss der enorm erfolgreichen, skurilen YouTube-Animationsserie »Der unglaubliche digitale Zirkus«.

Cinestar, 04.06. 17:00, 20:00 ,05.06. 22:35, 06.06. 11:00, 22:45 (OF), 07.06. 14:15
,

CT-Lichtspiele Taucha, 04.06. 17:30, 05.06. 17:30, 06.06. 17:30, 07.06. 17:30
,

Cineplex, 04.06. 18:00, 18:30 (OmU), 18:45 (OmU), 06.06. 13:00, 07.06. 13:00 (OmU),

Regina-Palast, 04.06. 18:00, 05.06. 18:00 (OmU), 06.06. 16:00, 07.06. 16:00 (OmU)




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