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Stadtleben

Skatestadt Leipzig

Besuch bei einem Beteiligungsworkshop für den neuen Skateparks am Wilhelm-Leuschner-Platz

  Skatestadt Leipzig | Besuch bei einem Beteiligungsworkshop für den neuen Skateparks am Wilhelm-Leuschner-Platz  Foto: Symbolbild/Pixabay

Leipzig soll eine Skatestadt werden. Überall in der Stadt werden deshalb neue Skateanlagen gebaut. Einer der neuen Skateplätze soll auf dem neu zu gestaltenden Wilhelm-Leuschner-Platz entstehen. 325 Quadratmeter sind dafür vorgesehen. Doch die Stadtverwaltung hat sich nicht nur vorgenommen, neue Anlagen zu bauen und alte regelmäßig zu warten, sondern möchte die neuen Skateplätze unter Beteiligung der lokalen Szene planen. Zu Besuch bei einem Workshop, bei dem genau das gemacht wird.

Im Stadtbüro am Burgplatz treffen sich an einem frühen Donnerstagabend Skatebegeisterte jungen und mittleren Alters. Um 17.30 Uhr sind ungefähr 15 Leute in dem großen, hellen Raum mit Blick auf die Straße um einen großen Tisch versammelt. Einer der Workshopleiter freut sich über die vielen Menschen, die gekommen sind. Ein Teilnehmer ist anderes gewohnt: »Ich würde sagen es sind nicht so viele«, entgegnet er. Zu Zufriedenheit aller kommen wächst die Gruppe nach und nach auf rund 30 Personen. Am Ende passen nicht mehr alle um den Tisch und müssen auf Stühlen im Raum verteilt sitzen. Die Neuen werden herzlich begrüßt. Viele der Teilnehmenden kennen sich schon aus der Szene oder vom letzten Beteiligungsverfahren, bei dem der große Skateplatz am Heizhaus in Grünau entworfen wurde.

Es folgt eine kurze Einführung in das Begrünungskonzept des Wilhelm-Leuschner-Platzes. Der Skatepark soll direkt vor dem südlichen S-Bahnausgang entstehen. Anschließend bekommen die Teilnehmenden ein Papier mit der vorgesehenen Form des Parks, ein paar Stifte und die Anweisung, ihre Traumskateanlage aufzumalen. In Gruppen beginnen sie, den Plan mit Kästen, Linien und Kurven zu füllen. Die meisten kennen sich aus und haben konkrete Vorstellungen, welche Skateelemente in Leipzig noch fehlen und wie eine gute Anlage auszusehen hat. Doch das die Vorstellung deutlich auseinandergehen, wird bei der anschließenden Präsentation deutlich.

Die Kinder, unterstützt von ihren Eltern, plädieren für einen Anfänger- und Anfängerinnenfreundlichen Park mit kleinen Elementen. Dieser Wunsch steht im krassen Gegensatz zu Vorschlägen mit Namen wie »Fette Rampe« oder »Halfpipehausen«, der Leipzig durch die erste Halfpipe in entsprechender Größe olympiafitt machen möchte. Beim »Plateau« können sowohl regular als auch für goofy Fahrer und Fahrerinnen ihr Können unter Beweis stellen – also egal, ob sie den linken oder den rechten Fuß auf dem Brett vorne haben. Außerdem soll er auch für Rollerskates befahrbar sein. Ansonsten kommen diese Sportgeräte wie auch Roller und Mountainbikes nicht sehr gut weg beim skatebegeisterten Publikum. Deren Sportlerinnen und Sportler würden auf den Anlagen oft stören.

So könnte der Skatepark
aussehen
(Foto: Hans Paul Koch)

Zuletzt präsentiert eine Gruppe nicht einen Plan für den Skateplatz, sondern ein Gesprächsangebot: Die drei Vortragenden betreiben Parkour, einen Sport, der wie das Skaten von der Straße kommt, aber noch nicht die hohe Anerkennung eines Entwicklungskonzepts durch die Stadt Leipzig erfahren hat. Daher wollen sie sich neben allgemeiner Aufmerksamkeit für ihren Sport auch einen Teil des Skateplatzes für sich reservieren. Der Vorschlag wird gemischt aufgenommen. Grundsätzlich gibt es Solidarität zwischen den verschiedenen Sportarten, die von der Straße kommen, auch wenn es keine konkreten Zusicherungen an die Straßenakrobaten gibt.

Gegen 19.00 Uhr geht der Abend zu Ende und die Menschen nach Hause. Bemerkenswert an dem Abend ist die hohe Beteiligung, die gemessen an den Stühlen offenbar so nicht erwartet wurde. Die Teilnehmenden hatten nicht nur die Möglichkeit ihre eigenen Vorstellungen zur Entwicklung des Skateplatzen einzubringen, sondern konnten auch erfahren, was es bedeutet, Kompromisse im öffentlichen Raum einzugehen. Die Ergebnisse des Nachmittags sollen in die finale Konzeption der Skateanlage einfließen. Prozesse wie diese könnten zu einem höheren gegenseitigen Verständnis auf dem voraussichtlich bis 2030 fertiggestellten Skatepark am Wilhelm-Leuschner-Platz führen.


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