anzeige
anzeige
Kultur

Auf gute Nachbarschaft

Die Kinotipps der Woche

  Auf gute Nachbarschaft | Die Kinotipps der Woche  Foto: Filmstill »Etwas ganz besonderes«/ Adrian Campean, Trimafilm
Die Kinos im Osten zeigen Lieblingsfilme von und für Menschen auf der Eisi und geben Nachwuchsfilmemachern die Chance, ihren Film auf der großen Leinwand im Kino der Jugend zu präsentieren. Eingereicht wurden hochprofessionelle Arbeiten, die erste kleine Festivalerfolge feierten, und Low-Budget-Streifen, roh, aber charmant. Außerdem gibt es Neues von Birk Poßeckers Stadtteilserie »Grünau50«.

»Ost-Passage goes IG Fortuna − Sommerkino der Nachbarschaft«: 11.7., 21 Uhr, Fortuna – Kino der Jugend


Film der Woche:

Etwas ganz Besonderes
D 2026, R: Eva Trobisch, D: Frida Hornemann, Eva Löbau, Max Riemelt, 116 min.

Bei einer Talentshow wird Lea (Frida Hornemann) gefragt, was sie ausmacht. Eine Antwort darauf hat sie nicht. Ihre Eltern sind getrennt. Während sie ihr Vater Matze (Max Riemelt) bei ihrem Traum einer Bühnenkarriere unterstützt, kommt es mit ihrer Mutter Rieke (Gina Henkel) regelmäßig zu Konflikten. Lea lebt bei ihren Großeltern Christel (Rahel Ohm) und Friedrich (Peter René Lüdicke), deren Hof inmitten der thüringischen Idylle vor der Pleite steht. Die einzige wirkliche Vertraute der 16-Jährigen ist ihre Tante Kati (Eva Löbau), die aus dem Westen zurück in die Heimat gezogen ist, um das sanierte Stadtschloss als DDR-Museum zu betreiben. Eva Trobisch (»Ivo«) ordnet ihre Figurenkonstellation sorgsam an, um die Konflikte zwischen den Generationen auszuspielen. Genau beobachtet, mit spitzen Dialogen und fast beiläufig erzählt sie viel über familiäre und ostdeutsche Identität. Eine ausführliche Rezension gibt es hier

»Etwas ganz Besonderes«: ab 9.7. Passage-Kinos, Regina-Palast, 9.7., 20 Uhr, Passage-Kinos, Premiere mit Gästen


Auf zwei Rädern
F 2024, R: Mathias Mlekuz, D: Mathias Mlekuz, Philippe Rebbot, Josef Mlekuz, 90 min

Der Verlust des eigenen Kindes ist wohl das schmerzhafteste Ereignis, das ein Mensch überhaupt durchleiden kann. Der seit dreißig Jahren in Nebenrollen tätige französische Schauspieler Mathias Mlekuz musste diese traumatische Erfahrung im Jahr 2022 machen, nachdem sein Sohn Youri sich im Alter von 28 Jahren das Leben genommen hat. Vier Jahre zuvor hatte Youri eine Reise mit dem Fahrrad von La Rochelle bis nach Istanbul quer durch Europa unternommen. Um ihm Ehre zu erweisen und sich ihm noch einmal nahe zu fühlen, hat Mathias Mlekuz die gleiche Tour absolviert und mit der Kamera semidokumentarisch festhalten lassen. Mitgenommen auf diesen ungewöhnlichen Trauertherapie-Trip hat er seinen Hund Lucky und seinen langjährigen Freund Philippe Rebbot, der ebenfalls Schauspieler ist. Auch sein anderer Sohn Josef hat gegen Filmende eine Rolle. Auf dem Weg durch Deutschland, Österreich, Ungarn und Rumänien führen Mathias und Philippe Gespräche miteinander, die überwiegend improvisiert wurden, und begegnen, wie es sich für ein Roadmovie gehört, den verschiedensten Menschen. Entstanden ist so ein höchst persönlicher Film mit nachdenklich stimmenden Erkenntnissen über Leben, Tod, Familie, Freundschaft, Liebe und vieles mehr, aber auch mit manch humorvollen Momenten, die dafür sorgen, dass das Publikum den Kinosaal trotz des schweren Themas mit einer gewissen Leichtigkeit verlassen kann. PETER HOCH

»Auf zwei Rädern«: ab 9.7. Passage-Kinos, Schauburg


Weitere Filmtermine der Woche

Call Me By Your Name 
F/I/USA/BRA 2017, R: Luca Guadagnino, D: Timothée Chalamet, Armie Hammer, Michael Stuhlbarg, 131 min

Drehbuchautor und Regisseur James Ivory adaptierte für seinen Kollegen Luca Guadagnino den Roman von André Aciman und erhielt dafür einen Oscar. Sein Film erzählt vom Erwachsenwerden und sexuellen Erwachen in einem heißen italienischen Sommer in den 1980ern und bringt eine der berührendsten Liebesgeschichten der letzten Jahre auf die Leinwand.

Passage-Kinos, 12.7. 16 Uhr (OmU, Strickkino)
Sommerkino auf der Feinkost, 15.7. 21.30 Uhr (OmU)


DEFA-Kurzfilme

Gezeigt werden »Dornröschen war ein schönes Kind«, »Unsere Frauen im neuen Leben« und »Sie«.

Luru-Kino in der Spinnerei, 10.7. 18 Uhr (Factory for a(fem.)century)

Hütten sind für alle da 
D 2023, Dok, R: Birk Poßecker, 91 min

Doku über den Leipziger Osten – ein Stadtviertel, geprägt von Gegensätzen, Geschichten und einzigartigen Persönlichkeiten. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurde der Osten mit VHS-Kameras porträtiert.

Ludwigsgarten, 09.7. 19 Uhr (Auftakt und Leipzig-Fokus bereits ab 16 Uhr, Flimmergarten, Räume im Wandel)

Bollwerk
D 2025, Dok, R: Jakob Wehner, 60 min

Doku über drei Aktivist*innen gegen Rechts und ihre schwierige Arbeit in der sächsischen Kleinstadt Wurzen.

Ludwigsgarten, 10.7. 19 Uhr (Flimmergarten, Räume im Wandel, Rahmenprogramm ab 16 Uhr, Vorgespräch mit den Filmeschaffenden ab 18 Uhr)

Flimmergarten Kurzfilm-Spezial

Kurzfilmblock mit Gesprächsrunde, gezeigt werden »Hotel Astoria« (Leipzig-Anidok, 28 min), »The Spectacle« (20 min) und »Masel Tov Cocktail« (31 min)

Ludwigsgarten, 11.7. 19 Uhr (Flimmergarten, Räume im Wandel, Rahmenprogramm bereits ab 16 Uhr)

Tata – Vater
RUM/D/NL 2025, Dok, R: Lina Vdovîi, Radu Ciorniciuc, 87 min

Die moldawische Journalistin Lina Vdovîi will in ihrer Dokumentation herausfinden, weshalb ihr eigener Vater sie als Kind missbraucht hat.

Ludwigsgarten, 12.7. 19 Uhr (Flimmergarten, Live-Konzert um 18 Uhr, OmeU, Räume im Wandel, Rahmenprogramm bereits ab 16 Uhr)


Plattenbau und Badehose

Radwanderkino mit Grünau-Kurzfilmen des Regisseurs Birk Poßecker und Livemusik.

Bürgerbahnhof Plagwitz, 10.7. 21 Uhr (im Rahmen der Ausstellung »Platte. Leben in der Großwohnsiedlung«, ZFL unterwegs)


Grasgeflüster 
GB 2000, R: Nigel Cole, D: Brenda Blethyn, Craig Ferguson, Tchéky Karyo, 94 min

Aus Geldnot beginnt eine Witwe in ihren Fünfzigern mit dem Anbau von Marihuana. Schwarze britische Komödie.

Pauluskirche Grünau, 10.7. 21 Uhr (Grünauer Kultursommer)


Caravaggio 
GB 1986, Dok, R: Derek Jarman, 93 min

Künstlerbiografie, die den Stil des Malers nicht nur visuell nachahmt, sondern ebenso wie dieser seine historischen Figuren in die eigene Zeit versetzt.

Sommerkino vor der Plagwitzer Markthalle, 10.7. 22 Uhr (mit Einführung von Schaubühnen-Kinoleitung Sonja Holzinger, OmU, Pride Pictures)


Lingua Franca
PHI/USA 2019, R: Isabel Sandoval, D: Isabel Sandoval, Eamon Farren, Ivory Aquino, 89 min

Um an eine Green Card zu kommen, beginnt eine philippinische Transfrau eine romantische Affäre mit dem Enkel einer älteren Frau, die sie pflegt.

Sommerkino vor der Plagwitzer Markthalle, 11.7. 21.45 Uhr (OmeU, Pride Pictures, Takeover Tiam e. V.)


Traumtaucher 
D 2024, Dok, R: Christoph Fleischer, 92 min

Doku über einen Theateringenieur, der mit zwei Freunden ein Steampunk-U-Boot baut und sich dabei viele Gedanken über die Welt macht.

Sommerkino vor der Plagwitzer Markthalle, 16.7. 21.45 Uhr (mit Filmgespräch mit Regisseur Christoph Fleischer, OmeU)


Was haben wir gelacht 
D 2026, Dok, R: Eva Müller, Isabel Schneider, 96 min

Dokumentarfilm über die Comedy-Szene und das Unterhaltungsfernsehen der Neunziger aus weiblicher Perspektive.

Passage-Kinos, 11.7. 18 Uhr (Premiere mit Gästen)


Dunkirk 
USA/F/GB/NL 2017, R: Christopher Nolan, D: Fionn Whitehead, Mark Rylance, Tom Hardy, 107 min

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Christopher Nolan inszeniert fulminant die Befreiung der französischen Hafenstadt Dünkirchen von den Nazis durch die britischen Streitkräfte anno 1940.

Passage-Kinos, 12.7. 20.30 Uhr (OmU, Retrospektive Christopher Nolan)


Ferris macht blau 
USA 1986, R: John Hughes, D: Matthew Broderick, Alan Ruck, Mia Sara, 102 min

Kult-Komödie um den 16-jährigen Schüler Ferris Bueller, der traumtänzelnd durchs Leben spaziert und sich eine Auszeit mit seinen Freunden Cameron und Sloane nimmt, um einen unvergesslichen Tag in Chicago zu verbringen.

Luru-Kino in der Spinnerei, 15.7. 19 Uhr (kreuzer-Klassiker, OmU)


Rafiki 
F/SA/K 2018, R: Wanuri Kahiu, D: Wanuri Kahiu, Monica Arac de Nyeko, 88 min

Die 17-jährige Kena lebt in einem dicht bebauten Viertel der kenianischen Hauptstadt Nairobi bei ihrer Mutter, die von ihrem Mann für eine jüngere Frau verlassen wurde. Trotzdem hat Kena ein recht gutes Verhältnis zu ihm – das allerdings auf die Probe gestellt wird, als sie sich überraschend in Ziki verliebt, die Tochter des politischen Widersachers ihres Vaters. Zur Gefühlsverwirrung kommt außerdem die Frage, ob Kena für ein Medizinstudium zugelassen wird.

Kinobar Prager Frühling, 13.7. 19 Uhr (CSD, mit Einführung und Gespräch)


Love Me Tender 
F 2025, R: Anna Cazenave Cambet, D: Vicky Krieps, Antoine Reinartz, Monia Chokri, 134 min

Clémence hat ein Bindungsproblem. Die Frauen, die sie kennenlernt, lässt sie nicht an sich heran. Der Grund dafür ist das schwierige Verhältnis zu ihrem Ex-Mann, der ihr den gemeinsamen Sohn vorenthält.

Kinobar Prager Frühling, 16.7., 16 Uhr (CSD, OmU)


Ice Aged
D 2019, Dok, R: Alexandra Sell, 110 min

Doku über den jährlichen Hobbyeiskunstlaufwettbewerb für Seniorinnen und Senioren in Oberstdorf.

Cinémathèque, 14.7. 18.45 Uhr (Eis im Juli, OmU)

Hundreds of Beavers 
USA 2022, R: Mike Cheslik, D: Ryland Brickson Cole Tews, Olivia Graves, Wes Tank, 108 min

Herrlich irrer Slapstick-Spaß im Stil der Looney Tunes um einen Bierbrauer auf Biberjagd.

Cinémathèque, 14.7. 21.30 Uhr (Eis im Juli)

Manche mögen‘s heiß 
USA 1959, R: Billy Wilder, D: Marilyn Monroe, Tony Curtis, Jack Lemmon, 121 min

Temporeicher, cleverer und urkomischer Screwball-Komödien-Klassiker mit umwerfender Besetzung.

Passage-Kinos, 16.7. 20.30 Uhr (OV, Passagen-Werke mit Einführung)


Ost-Passage goes IG Fortuna − Sommerkino der Nachbarschaft 

Lieblingsfilme von und für Menschen auf der Eisi: Von hochprofessionell über erste kleine Festivalerfolge bis hin zu sehr low budget, roh, aber charmant. Zu sehen gibt es u. a. Neues von Birk Poßeckers »Grünau50«.

Fortuna – Kino der Jugend, 11.7., 21 Uhr



Kommentieren


0 Kommentar(e)