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Politik

Het was een groot feest

Aus den Lautsprechern pumpt der Bass, orangene T-Shirts leuchten in der Sonne, Glitzer-Make-Up und Sonnencreme werden herumgegeben – auf dem Truck der niederländischen und belgischen Botschaft ist man ready to Party.

  Het was een groot feest | Aus den Lautsprechern pumpt der Bass, orangene T-Shirts leuchten in der Sonne, Glitzer-Make-Up und Sonnencreme werden herumgegeben – auf dem Truck der niederländischen und belgischen Botschaft ist man ready to Party.  Foto: Lara Schweizer

Als die Kundgebung auf dem Augustuplatz mit einem hoffnungsvollen »Diese Demokratie ist noch nicht verloren!« endet, dauert es einen Moment, bis sich der LKW in Bewegung setzt, dann geht es – ruckelnd – los. Diana Ross wird angespielt, Pride-Flaggen werden geschwungen und der belgische Botschafter Piet Heirbaut macht noch schnell ein Selfie-Video, bevor er dem Publikum am Straßenrand zuwinkt. Nach MDR-Angaben sind in diesem Jahr rund 23 Tausend Teilnehmende erschienen. Zum ersten Mal sind auch die Vertretungen von Belgien und Flandern sowie den Niederlanden in Leipzig auf dem CSD dabei, beide in Landesfarben: Hester Somsen, Botschafterin der Niederlande, trägt eine weiß-rot-blaue Blumenkette und Herzbrille. Heirbaut erscheint im roten Fantrikot. Bisher sei man immer auf dem CSD in Berlin mitgefahren, erklärt Somsen, doch man wolle auch über die Hauptstadt hinaus Präsenz zeigen. Und präsent ist der Truck auf jeden Fall: Riesengroß, pastellpink und mit einer Playlist, die Disco- und Dance-Pop-Herzen höherschlagen lässt.

Die Pride ist für beide Botschafter ein wichtiger Termin. In diesem Jahr feiert man in den Niederlanden 25 Jahre gleichgeschlechtliche Ehe – aber dadurch allein ist Queerfeindlichkeit natürlich nicht gelöst. Queere Menschen werden auch in den Niederlanden immer noch mit Gewalt konfrontiert, so Somsen: »Wir müssen dranbleiben und jedes Jahr dafür einstehen, dass alle Menschen frei und sie selbst sein können«. Mit dem Auftritt in Leipzig zeige man, »ihr seid nicht allein, wir sind alle mit euch«, ergänzt Heirbaut. Als belgischer Vertreter kommt besonders er aus einem Land, dass im politischen Umgang mit LGBTI-Personen eine Vorreiter-Rolle einnimmt. Auf der »Rainbow Map« der ILGA Europe, die die politische und rechtliche Situation von LGBTI-Personen bewertet, belegt Belgien den vierten Platz. Deutschland steht an siebter Stelle, die Niederlande an 13. Heirbaut erklärt sich Belgiens gutes Ranking vor allem mit gesamtgesellschaftlicher Awareness: »Es geht nicht nur um Behören oder Politik, alle müssen mitmachen«. Auf dem CSD sind beide nicht nur, um dort zu feiern – als diplomatische Vertreter repräsentieren sie dort auch ihre Länder. Der Einsatz für Menschenrechte sei ein wichtiger Teil der niederländischen Außenpolitik, betont Somsen, »Solidarität miteinander steht für uns ganz vorne«.

Trotz der offiziellen Mission ist die Stimmung auf dem Wagen, der langsam durch Leipzig Straßen rollt, gelöst – und auf jeden Fall CSD-würdig: Inmitten von schwarz-gelb-roten und orangenen Ballons wird zu Lady Gaga und »Release Me« getanzt. Und auch das kulinarische Angebot zeigt internationale Verbundenheit: Neben niederländischen »Krentenbollen« und »Lollies« gibt es Brezeln und belgische Waffeln mit Schokoglasur, die in der Sonne langsam schmilzt. An der Bar auf dem Truck stehen eisgekühlte Dosen Stella Artois neben Heineken und – naja – Gösser.

Um künftig Pride-Veranstaltungen in ganz Deutschland unterstützen, hält Somsen Leipzig für den idealen Ausgangspunkt: »Man spürt hier ein Gefühl von Freiheit. Leipzig war auch 89 eine der wichtigsten Städte, das ist eine gute Grundlage, um hier anzufangen und dann zu sehen, wie wir weitermachen können«. Auftritte der niederländischen und belgischen Botschaft an CSDs im ländlichen Raum seien aktuell aber nicht geplant: »Das ist auch eine logistische Frage«, so Heirbaut.

Dass die Diplomaten an diesem Samstag in Leipzig sind, freue sie sehr – es sei eine wunderschöne Stadt, beteuern beide, während im Hintergrund der Bass pumpt. Besonders Heirbaut freue sich besonders auf die Musik – bei der Playlist des niederländisch-belgischen Trucks sollte dabei nicht nur er auf seine Kosten gekommen sein.


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