Jeden Morgen wird Victor von seiner Mutter aus der Südvorstadt nach Leipzig-Grünau gefahren, um im Kinderhaus »Groß Und Klein – GUK« seinen Tag zu verbringen. Der Vierjährige besucht dort das FIPs-Kindergarten-Projekt für hochbegabte Kinder. Schon sehr früh zeigte er ein großes Interesse an Buchstaben und Zahlen. Er brachte sich autodidaktisch das Lesen bei, rechnet mittlerweile mit Zahlen bis einhundert und entwickelte eine ungewöhnliche Leidenschaft für den Liniennetzplan der LVB. Victor kennt jede beliebige Verbindung mit der Straßenbahn in dieser Stadt.
Jeden Morgen wird Victor von seiner Mutter aus der Südvorstadt nach Leipzig-Grünau gefahren, um im Kinderhaus »Groß Und Klein – GUK« seinen Tag zu verbringen. Der Vierjährige besucht dort das FIPs-Kindergarten-Projekt für hochbegabte Kinder. Schon sehr früh zeigte er ein großes Interesse an Buchstaben und Zahlen. Er brachte sich autodidaktisch das Lesen bei, rechnet mittlerweile mit Zahlen bis einhundert und entwickelte eine ungewöhnliche Leidenschaft für den Liniennetzplan der LVB. Victor kennt jede beliebige Verbindung mit der Straßenbahn in dieser Stadt.
Im Kinderhaus GUK spielen und lernen derzeit 30 Kinder aus Leipzig und dem Umland – zehn davon sind hochbegabt. Heilpädagogin Nancy Böhland sieht den Schwerpunkt ihrer Arbeit darin, »alle Kinder ganzheitlich zu fördern und dabei die Hochbegabten mit besonderem Augenmerk zu integrieren, damit sie so soziale und emotionale Kompetenz entwickeln«. Als hochbegabt werden Menschen definiert, die in einem Intelligenztest einen IQ von 130 und mehr erreichen – das schaffen nur zwei Prozent der Gesamtbevölkerung. Mit einer hohen geistigen Begabung kann Außerordentliches jedoch nur dann erbracht werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. »Bei Kindern, die schon lange keine besondere Förderung erhalten haben oder wo die Hochbegabung nicht festgestellt wurde, entstehen oftmals seelische Schäden«, weiß die Diplom-Psychologin Susanne Schindler. »Bei manchen geht das in Schulphobie mit Panikattacken, psychosomatische Beschwerden, Suizidalität, Essstörungen, Depressionen und späteren Persönlichkeitsstörungen über.« Sie rät betroffenen Eltern, »sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich Hilfe zu holen« – zum Beispiel bei der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V. (DGhK).

Die Sächsische Bildungsagentur empfiehlt dafür drei Leipziger Grundschulen, die erste konzeptionelle Ansätze zur Hochbegabtenförderung aufweisen können. Dabei handelt es sich um die Grunschulen in Marienbrunn, am Rabet und in Markkleeberg-West. »Wir haben dort Lehrer, die sich auf dem Gebiet der Begabtenförderung vertieft fortbilden. Außerdem wurden für diese Einrichtungen die Schulbezirke geöffnet und damit die juristischen Grundlagen für den Besuch dieser Schulen geschaffen«, sagt Roman Schulz, Pressesprecher der Bildungsagentur. Aus Sicht der Behörde sei es sogar sinnvoll, hochbegabte Kinder »in ihrem sozialen Umfeld zu belassen«. Sie kämen dort besser zurecht, denn feste soziale Strukturen seien für Hochbegabte ebenso wichtig wie für alle anderen Kinder. Optimal wäre demnach, das hochbegabte Kind würde die Grundschule im Wohngebiet besuchen und individuellen Förderunterricht mit ganztagsschulischen Angeboten kombinieren. Auch private Schulen wie die Montessori-Schule und die Kreativitätsgrundschule arbeiten mit Hochbegabten.

Kommentieren
0 Kommentar(e)