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Hexenkonvent in der Peterskirche

Live und surreal: Die Horror-Band Goblin vertont den Kino-Klassiker »Suspiria«

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Mit »A Night in Blood Red« kommt etwas Einmaliges in die Peterskirche: Eine Horror-Band vertont einen Horror-Klassiker der Filmgeschichte.

Am Ende geht alles in Flammen auf, erfüllen sich die blutroten Erwartungen. Die Hexe ist tot und es darf getanzt werden. Der Goblin spielt auf, das neugotische Kirchenschiff schwankt, Psychedelisches drückt aufs Auge. Mit »A Night in Blood Red« kommt etwas Einmaliges in die Peterskirche. Der Abend verspricht einen Superlativ, den man Nichteingeweihten ins Horrorgenre erklären muss.

Mit »Suspiria« schuf der italienische Regisseur Dario Argento 1977 einen Meilenstein des Sujets. Das lag weniger an der eher typisch hanebüchenen Handlung um eine Tanzadeptin, die entdeckt, dass sich hinter ihrer schwarzwäldischen Ballettakademie in Wahrheit ein Hexenzirkel verbirgt. Argentos audiovisuelle Umsetzung macht den Film so bemerkenswert. Da ist das Farbenspiel, bei dem in wechselnden Szenen immer wieder einzelne Farben herausgefiltert, andere verstärkt werden. Die Kamerafahrten sind dynamisch und irgendwie scheint in allen Ecken die Magie zu blitzen. Zudem wird das surreale Meisterwerk von einer besonderen Filmmusik begleitet. Hier kommt Goblin ins Spiel.

Die Band um Claudio Simonetti wird für ihre Horror-Vertonungen gerühmt. Der Soundtrack für »Suspiria« zählt zu ihren wichtigsten Werken. Bei einem exklusiven Live-Konzert, auf dem sie zum Film die entsprechende Musik spielen, treten sie im Februar in die Peterskirche auf. Der Raum wird zur Projektionsfläche des Horrors und – wenn alles gelingt – zu einer Art Installation, die Film und Musik mit theatralem Touch erleben lässt.

Als Prolog liefern die Veranstalter von Swansea Connection einen Vortrag des Filmwissenschaftlers Marcus Stiglegger, der sich Argentos Ikonografie widmet. Und die »Suspiria«-Neuinterpretation von 2018 wird gezeigt. Auch diese kann getrost als Explosion der Primärfarben bezeichnet werden. Im Italienischen bedeutet »suspiria« übrigens so etwas wie »Seufzer«. Mögen Satzgebälk und Ausdrucksästhetik an dieser Stelle auch ächzen: Kein Stoßgebet wird jene retten, die sich ins Horrorhaus Peterskirche begeben, um den Hexenkonvent in Blutrot zu erleben.

> Prolog: 14.2., 19 Uhr, Luru-Kino
> »A Night in Blood Red«: 15.2., 19 Uhr, Peterskirche

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