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Mit Karacho durch die Stadt

Die Karli wird zur Angeberpiste für Krachkarren – die Polizei weiß von nichts

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Zur späten Stunde fahren die Autos rund um die beliebte Leipziger Kneipenstraße auf und ab – und machen dabei viel Lärm. Auf Nachfrage des kreuzer sieht die Polizei keine Problemlage.

BRUMM! – Wieder einer. Noch kann man sie täglich an zwei Händen abzählen. Aber die Fahrzeuge, die mit hohem Tempo und viel Lärm um den Südplatz touren, nerven schon jetzt Anwohner, Biergartenbesucher und Cornerer. Und ungefährlich ist das Schaufahren mit hundert Sachen auch nicht.

Meistens sind es Gäste der Gastronomien zwischen Shakespeare- und Kurt-Eisner-Straße, die beim Gehen noch einmal eine hochtourige Extratour drehen wollen. Natürlich in den Stunden nach Mitternacht. Unbemerkt kann das seit Monaten anhaltende Phänomen nicht bleiben. Jedoch weiß die Polizei von ihm nicht viel. Das verwundert, denn gerade eben jener Bereich wird besonders nachts intensiv bestreift – natürlich aus Sicherheitsgründen. Zudem liegen zwei Polizeidienststellen in relativer Nähe.

»Im gesamten Jahr 2020 gab es vier Bürgerhinweise zur angesprochenen Problematik im Bereich Karl-Liebknecht-Straße«, erklärt Birgit Höhn von der Pressestelle der Leipziger Polizei auf kreuzer-Anfrage. Die erste kam Mitte Mai, ungefähr zu dieser Zeit nahmen auch der Autor dieser Zeilen – er ist Anwohner – und das von ihm befragte Umfeld den steigenden Lärm- und Tempopegel wahr. »Lediglich am 12. Mai 2020 konnte ein Fahrzeug vor Ort festgestellt und angehalten werden«, so Höhn. In den anderen Fällen konnte niemand mehr angetroffen werden.

Höhn erklärt: »Die Polizeidirektion Leipzig, insbesondere die betreffenden Polizeirevier Zentrum und Südost, kann nicht bestätigen, dass das Phänomen ›Raserei auf Straßen im Stadtgebiet‹ und ›Schaufahren‹ massiv zugenommen hat. Ebenfalls kann kein Schwerpunkt im Stadtgebiet Leipzig benannt werden, da es hierfür weder verifizierte Grundlagen noch eine Statistik noch weitere Erkenntnisse gibt.« Darum habe die Polizei in dieser Hinsicht bisher nichts gesondert unternommen.

Die Polizei sei dankbar für Hinweise von Bürgern. Sie »können eine wichtige Grundlage für die Erhaltung der Verkehrssicherheit darstellen, da geeignete Maßnahmen durch alle Partner getroffen und umgesetzt werden können.« Verständigt werden sollten sowohl die Polizeidirektion als auch die Stadt Leipzig. Denn: »Treten Schwerpunkte zu den genannten Phänomenen auf, werden die zuständigen Polizeireviere und die Verkehrspolizeiinspektion in Kenntnis gesetzt und dann die dafür geeigneten Maßnahmen ergriffen.«

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Ein Kommentar

  1. Schlechter Witz... | 18. September 2020 | um 15:20 Uhr

    Die Aussage der Polizei ist der blanke Hohn. Seit einem Jahr erkundige ich mich regelmäßig per Telefon und Mail bei der Polizei sowie dem Ordnungsamt, was man denn bei massiven Lärmbeeinträchtigungen und Raserei zu jeder Tages- und Nachtzeit unternehmen kann. Bis jetzt ergebnislos weil sich NIEMAND zuständig fühlt. Das OA rechtfertigt sich ständig mit dem Argument, es könne nur was bei ruhendem Verkehr unternommen werden und die Polizei sagt sie müsse schon daneben stehen. Man „könne ja eine Anzeige gegen Unbekannt aufgeben, aber das führt wahrscheinlich zu nix“. Einfach niemand interessiert sich dafür, geschweige denn Kennzeichen wurden notiert, obwohl Zig Videoaufnahmen und Protokolle existieren.
    Die Lebensqualität hat sich massiv verschlechtert, besonders die letzten beiden Jahre, und das eigentlich nur durch wenige, aber extrem laute Fahrzeuge, die teilweise bis zu 10 Mal am Tag an der selben Stelle vorbeifahren. Also zumindest hier Neustadt/ Volkmarsdorf. Es ist zum Kotzen.