anzeige
anzeige
Kultur

Geschichtsweg

Vom 13. bis 18. April erinnert der Schneeblumenweg an den Todesmarsch von mehr als 1.500 Frauen aus dem KZ-Außenlager Markkleeberg nach Theresienstadt

  Geschichtsweg | Vom 13. bis 18. April erinnert der Schneeblumenweg an den Todesmarsch von mehr als 1.500 Frauen aus dem KZ-Außenlager Markkleeberg nach Theresienstadt  Foto: Tom Thiele

Im Markkleeberger Rüstungsbetrieb der Junkers-Flugzeug- und Motorenwerke mussten 1.300 ungarische und 250 französische Frauen bis kurz vor der Befreiung im April 1945 Zwangsarbeit als Gefangene des Außenlagers vom KZ Buchenwald verrichten. Untergebracht waren sie im Equipagenweg 15, wo seit Ende der neunziger Jahre eine Gedenktafel an sie erinnert.

Als eine von den ungarischen jüdischen Frauen erzählt Zahava Szász Stessel in ihrem Buch »Schneeblumen« über das Lager, in das sie Anfang Dezember 1944 von Bergen-Belsen kam, und den am 13. April 1945 beginnenden Todesmarsch in Richtung Theresienstadt, den sie durch Flucht in der Nähe von Dresden überlebte.

Bereits seit 2015 erinnert der Leipziger Verein Notenspur an diesen Marsch auf der damaligen Route rund um Leipzig – mit Texten und Liedern der jüdischen Frauen.

In diesem Jahr – dem sächsischen Themenjahr zur jüdischen Kultur – verlängert sich der Gedenkmarsch um weitere Stationen: nach dem ersten Tag am 13. April von Markkleeberg nach Leipzig, am 14. April von Althen nach Borsdorf, am 15. April von Bennewitz nach Wurzen, am 16. April in Oschatz, am 17. April in Stauchitz und Lommatzsch. Und findet schließlich am 18. April in Meißen seinen Abschluss.

Den Erinnerungsweg haben der Notenspur-Verein und die Kunstgruppe Werkbühne Leipzig in Kooperation mit lokalen Initiativen erarbeitet. Er erzählt von den unterschiedlichen Stationen des Todesmarsches, wie und wo Erinnerungen daran in den lokalen Geschichtsschreibungen und dem kulturellen Gedächtnis anzutreffen sind, etwa das Verstecken von Frauen bei Oschatz oder wie die Orte die Zeit rund um die Befreiung im April 1945 erlebten.

Gestartet wird der Fußmarsch am 13. April um 19 Uhr in Markkleeberg. Auf der Website der Notenspur sind die genauen Angaben zum Erinnerungsweg wie auch die Kontaktdaten zu den Initiatoren zu finden, damit sie unterstützt werden können.

> Zahava Szász Stessel: Schneeblumen. Leipzig: Hentrich & Hentrich 2021. 432 S., 24,90 €


Kommentieren


0 Kommentar(e)