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Geschützter Ort

Das Theatrium lässt junge Menschen die Welt des Theaters erleben – vor allem auf der Bühne

  Geschützter Ort | Das Theatrium lässt junge Menschen die Welt des Theaters erleben – vor allem auf der Bühne  Foto: Christiane Eisler

»Wir versuchen, alle über die Kunst zu erreichen. Darum gibt’s keine Auswahlkriterien, kein Casting, keine Kosten.« – So fasst Geschäftsführerin Almut Haunstein das Theatrium zusammen. »Die Kinder und Jugendlichen können hier erfahren, was Theater alles bedeutet, sich mittels der Kunst auch mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen«, ergänzt Projektleiterin Constanze Burger.

Das Theatrium in Grünau feiert im Herbst 30. Geburtstag. Da die Projekte schon nach den Sommerferien losgehen, wollte der kreuzer früher berichten. Interessierte ab acht Jahren können sich gern melden. Eine kurze Mail genügt. »Die Projektleitenden stellen ihre Vorhaben allen Interessierten vor«, sagt Haunstein. »Das fühlt sich dann wie ein Pitch an«, meint Regisseurin Burger. »Das ist immer ein bisschen aufregend und man hofft, genügend Leute für seine Idee zu gewinnen.«

Aufs aktive Mitmachen sind alle Projekte angewiesen, denn im Theatrium finden Stückentwicklungen statt. Das geschieht gemeinsam, die Verantwortlichen liefern nur eine Grundidee für den Start. Einmal die Woche proben die Jugendlichen drei Stunden, die Kinder zwei Stunden lang. Zudem geht es in den Winterferien gemeinsam ins Probenlager. Das verlange schon Engagement, so Haunstein. »Eine gewisse Verbindlichkeit verlangen wir ab.« Dafür bekommen die Mitmachenden auch einiges geboten. Constanze Burger erklärt: »Alle Prozesse sind transparent, jeder kapiert, was wie und warum passiert. Das betrifft das konkrete Stück, aber auch das Theater an sich. Die Kinder und Jugendlichen erfahren, was es bedeutet, auf der Bühne zu stehen, wie sie mit ihrer Stimme und ihrem Körper arbeiten und wie sie ein Bewusstsein dafür entwickeln.«

Das hat auch persönlichkeitsbildenden Charakter, immerhin ist das Theatrium ein soziokulturelles Zentrum. Deshalb werden die Projekte sozialpädagogisch begleitet. Die Mitmachenden kommen aus dem ganzen Stadtraum und darüber hinaus in die Grünauer Institution mit seltener Chance, weiß Almut Haunstein. »Hier herrscht eine Vertrauensbasis. Man kann im geschützten Raum Facetten zeigen, die anderswo unmöglich wären.« 

> Theatrium, Alte Salzstr. 59, 04209 (Grünau), www.theatrium-leipzig.de

> Programm im Juni: »Zucker und Zitrone«: 6. (Premiere) u. 7.6., »Subdomea«: 20. (Premiere) u. 21.6., jeweils 16 Uhr und ab 6 Jahre


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