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Kultur

Frische Kunst

Mit »Daisies« starten die Spinnereigalerien am Samstag ein neues Format mit junger Kunst für junge Sammelnde

  Frische Kunst | Mit »Daisies« starten die Spinnereigalerien am Samstag ein neues Format mit junger Kunst für junge Sammelnde  Foto: Britt Schlehahn

Am vergangenen Sonntag ging die Art Basel zu Ende. Die Kunstmesse in der Schweiz vermeldete 90.000 Besucherinnen und Besucher aus 103 Ländern, die sich die von 290 Galerien aus 43 Ländern feilgebotenen Kunstwerke anschauten und kauften. Ein Picassowerk wurde gleich zu Beginn für 35 Millionen US-Dollar verkauft. Besonderer Wert wurde zudem auf die Exklusivität des VIP-reglementierten Zugangs an den ersten zwei Messetagen gelegt.

Diese Erfolgsmeldung passt einerseits nicht so recht in das allgemeine Befinden des Kunstmarktes, der von der kriselnden Gegenwart genauso betroffen ist, wie andere Teile der Wirtschaft auch. Andererseits beschreibt sie auch eine Kluft und den immer höher geschraubten Zugang zu Kunstwerken.

Ganz im Gegensatz dazu eröffnet am Samstag ein neues Format von Ausstellungen auf der Spinnerei. Es widmet sich der Förderung von jungen künstlerischen Positionen, die bisher weder von den Galerien vertreten noch hier zu sehen waren.

Die Idee stammt von Berit Bührmann, die bei der Galerie Reiter arbeitet, und Laura Gerstmann von der Galerie Aspn. Gemeinhin stellt jede Galerie Positionen aus ihrem Galerieprogramm bei den gemeinsamen Eröffnungen vor. Dieses Mal steht nun alles unter dem Motto der Newcomer. Denn die beiden Anfang Dreißigjährigen, studierten Kunsthistorikerinnen konnten mit ihrer Idee und dem Konzept alle Galerien auf dem Spinnereigelände begeistern. Die Galerien laden an diesem Samstag ab 16 Uhr auf dem Spinnereigelände und im Anschluss ab 20 Uhr in den Club Neue Welle zur Premiere.


Junge Kunst für junge Kunstinteressierte

Der Titel »Daisies« mag manche an das Sprichwort »Fresh like a Daisy« aus den English for You-Sendungen erinnern. Der Titel hier entstand laut Laura Gerstmann »in einem gemeinsamen Brainstorming. Uns war wichtig, einen Namen zu finden, der leicht und zugänglich ist, bildhaft, aber trotzdem Eigenständigkeit hat. Daisies hat genau das: etwas Offenes, Unprätentiöses und gleichzeitig Beharrliches. Das fanden wir sehr treffend für ein neues Newcomer-Format in der zeitgenössischen Kunst.« 

Dieses Format bildet einerseits ein Sprungbrett für Absolventinnen und Absolventen der Kunsthochschule in der wie Gerstmann sie beschreibt »krass instabilen Gegenwart«. Andererseits sollen Menschen um die Enddreißiger angesprochen werden, die Kunst sammeln möchten und bisher noch nicht den richtigen Einstieg dazu fanden. Das Format soll das ins-Gespräch-kommen ebenso fördern wie dem merkantilen Kunstfeld die Hürde zum Eintritt nehmen.

Die Galerien suchten sich die jungen Positionen jeweils selbst aus, sodass am Samstag in 13 Galerien über zwanzig junge Positionen, die bisher in den Galerieräumen noch nicht präsent waren, zu sehen sind. Der Trend dabei liegt mehrheitlich auf Malerei. Ab 20 Uhr sind dann im Club Neue Welle weitere Positionen zu sehen.

Berit Bührmann und Laura Gerstmann sehen in diesem Format und dem Bekenntnis an die jüngere und noch nicht etablierte Generation eine Alternative zur Krisengegenwart und hoffen nach einer erfolgreichen Premiere auf eine Wiederholung in der Zukunft.


> »Daisies. An new generation takes spaces«: 27. Juni

> 16-20 Uhr Eröffnung, Spinnereigalerien, Spinnereistr. 7

> 20-22 Uhr, Art & Music, Food and Drinks, ab 22 Uhr; Clubnight, AK 14 € (davor ist der Eintritt frei), Neue Welle, Rolf-Axen-Str. 35, 04229 Leipzig

> Liste und Vorstellung der Künstlerinnen und Künstler unter: Spinnereigalerien auf Instagram


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