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Politik

1. Juli: Undichte Schule

Das Leibnizg-Gymnasium sollte saniert werden – jetzt bekommt es zumindest funktionstüchtige Fenster

  1. Juli: Undichte Schule | Das Leibnizg-Gymnasium sollte saniert werden – jetzt bekommt es zumindest funktionstüchtige Fenster  Foto: Stefan Ibrahim

Dass der Zustand der Infrastruktur vieler Schulen zu wünschen übriglässt, weiß wohl jedes Kind. Umso größer war wahrscheinlich die Freude am Leibniz-Gymnasium, als im Jahr 2022 eine Komplexsanierung für 37.000.000 Euro von der Stadt beschlossen wurde – und umso größer der Frust, als in der vergangenen Stadtratssitzung die Sanierung in unbekannte Zukunft gerückt ist. Das erste böse Erwachen kam mit der Kostenschätzung für das Projekt im März 2026: Ungefähr 42.300.000 Euro würde die Sanierung kosten und damit in der sowieso schon angespannten Haushaltslage deutlich das geplante Budget sprengen. Die Sanierungspläne liegen damit laut der Schulbaustrategie der Stadt bis mindestens 2031 auf Eis, während es im Leibniz-Gymnasium metaphorisch an allen Ecken brennt. In einem offenen Brief der Elternschaft werden sowohl bauliche Mängel als auch Kritik an zu wenig Platz für zu großen Klassen deutlich. Es gibt Probleme bei den sanitären Anlagen, beim Brandschutz, der Heizungsanlage, sowie der Elektrik im Schulgebäude. Berichte von undichten, defekten oder gesprungenen Fenstern und kaputten Sportgeräten ergänzen das Gesamtbild. Die Stadtratsfraktion der Linken stellte deshalb bereits am 12. Juni eine schriftliche Anfrage an den Oberbürgermeister, um zu erfahren, wann eine Sanierung möglich ist und wie mit den baulichen Mängeln umgegangen werden kann und erhielt die Antwort, dass sich einige der größeren Probleme, wie die sanitären Anlagen oder das Heizsystem in Arbeit befinden würden. Kleinere Baustellen seien dagegen aus dem Schulbudget zu bezahlen. Eine Antwort, die scheinbar weder die Linksfraktion noch die Eltern und Kinder des Leibniz-Gymnasiums wirklich zufriedenstellte, denn in der vergangenen Stadtratssitzung wurde das Thema als Anfrage direkt in die Ratssitzung angebracht. Als Gäste dabei im Saal: Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums. Konkret ging es Cornelia Falken (Linke) um drei Punkte: Wann kann mit der Sanierung gerechnet werden? Wie sollen die kleineren Probleme mit einem Schulbudget bezahlt werden, wenn das »überhaupt nicht leistbar« sei? Und was war nochmal mit den kaputten Fenstern? Peter Hirschmann, Leiter des Amtes für Schule, zeigte sich zumindest bezüglich der Renovierung pessimistisch: Diese sei in der mittelfristigen Haushaltsplanung nicht mehr vorgesehen. Bis mindestens 2032 könne nicht mit der Sanierung gerechnet werden. Hirschmann erklärt, dass das Budget, welches die einzelnen Schulen von der Stadt erhalten, nach der prognostizierten Schülerzahl berechnet werde und nicht erhört werden könne: »Die Schule kann jedoch einen Antrag auf Erstausstattung eines Raumes oder eines Gerätes stellen«. Und die Fenster? Die sollen nach den Sommerferien »funktionstüchtig« gemacht, jedoch nicht ersetzt werden. Auf die Nachfrage von Marius Wittwer (SPD), ob Instandsetzung hier bedeute, dass sich Fenster öffnen und schließen lassen, oder ob sie dann tatsächlich dicht seien, entgegnete Hirschmann, es ginge nur um das Öffnen und Schließen. Dem widersprach jedoch Oberbürgermeister Jung (SPD), als er sich direkt an die Schülerinnen und Schüler wandte: »Wenn Fenster renoviert werden, dann werden sie auch dicht gemacht.« Alles Weitere würde zu einem späteren Zeitpunkt besprochen werden. Für das Leibniz-Gymnasium wohl nur ein kleiner Erfolg. Aber wenigstens sind die Fenster bald dicht.



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