anzeige
anzeige
Kultur

Gute Aussichten

Die Kinotipps der Woche

  Gute Aussichten | Die Kinotipps der Woche  Foto: Universal Studios

»Die Odyssee« stellt neue Rekorde auf, »Spider-Man« fängt die Kinozuschauer ein und »Extrawurst« wird zum Publikumshit – Das Kino kann sich derzeit wirklich nicht über mangelnden Zuspruch beklagen. Die GenZ geht mittlerweile mehr ins Kino als die älteren Generationen. Wie man darauf aufbauen kann, wird eine der Themen bei den Diskussionen der diesjährigen Filmkunstmesse sein. Im Mittelpunkt stehen aber natürlich auch wieder die Highlights des kommenden Herbstes.


»Filmkunstmesse«: 14.–18.9., u.a. Passage-Kinos, Schauburg


Film der Woche:


Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf
D 2026 R: Güner Yasemin Balci, Jesco Denzel 92 Min.

„God Bless America“ läuft im Radio und Albrecht Weinberg singt lauthals mit. Man kann es ihm nicht verdenken, schließlich hat ihm das einstige „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ 60 gute Jahre geschenkt, nachdem er bereits den Glauben an das Gute im Menschen verloren hatte. 1947 kam Albrecht Weinberg mit seiner Schwester Friedel nach New York – aus dem Konzentrationslager in Auschwitz. Nie wieder wollte er zurück in das Land der Täter. „Wir wollten vergessen“, sagt er. Doch dann erlitt Friedel einen Schlaganfall und sie kehrten in ihre Heimat Ostfriesland zurück, wo Friedel kurz darauf starb. Seitdem erzählt Albrecht seine Geschichte, in Schulklassen und bei Gedenkveranstaltungen. Die Kamera von Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel begleitet ihn dabei respektvoll. Noch immer kann er die Lieder auswendig, die am Morgen auf dem Adolf-Hitler-Platz gegenüber seines Elternhauses gesungen wurden. Wenn er sie schließlich gemeinsam mit dem Pfarrer singt, der einst in der Hitlerjugend war, ist das ein starkes Zeichen der Versöhnung. Albrecht Weinberg lernte zu vergeben. Der Dokumentarfilm zeigt aber auch, wie schwierig die Aussöhnung mit den früheren Tätern ist. Ein Glück für den Film ist, dass neben den Geschichten auch die Bilder überlebt haben, die Weinberg vor seiner Gefangennahme an Freunde übergab. Gemeinsam mit seinen Erzählungen bilden sie ein schreckliches, aber sehr wichtiges Zeitdokument. „Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf“ ist ein Film über zwei bemerkenswerte Menschen. Nachdem die Krankenschwester Gerda Dänekas Albrechts Schwester in den Tod begleitete, nahm sie ihn bei sich auf und pflegte ihn. Im Mai starb Albrecht Weinberg mit 101 Jahren. Bis zuletzt war sein Geist wach und die Bilder in seinem Kopf lebendig.

»Albrecht Weinberg – Es ist immer in meinem Kopf«: ab 10.9., Passage-Kinos, Kinobar Prager Frühling, Schauburg, Regina-Palast





Bad Apples
GB 2025, R: Jonatan Etzler, D: Saoirse Ronan, Eddie Waller, 101 Min.


Bad Apples, also schlechte Äpfel, können am Fließband einfach aussortiert werden, wenn sie madig oder anderweitig von niederer Qualität sind. Im Schulbetrieb ist es hingegen nicht möglich, sich einfach unliebsamer Kinder zu entledigen. Das weiß auch Maria Spencer (Saoirse Ronan) nur zu gut, die in einer Grundschule in Somerset unterrichtet.
Eigentlich kommt die Lehrerin hervorragend mit ihrer Klasse zurecht. Lediglich der 10-jährige Danny (Eddie Waller) stört als Chaot und Rüpel immer wieder die Harmonie. Eines Tages eskalieren die Ereignisse und Maria greift zu einem drastischen Schritt: Sie kidnappt den Störenfried und schließt ihn bei sich zu Hause im Keller ein. Während draußen die Suche nach dem verschollenen Jungen beginnt, versorgt sie ihn mit Nahrung und Bildung. Nur wie soll sie aus dieser vertrackten Situation jemals wieder herauskommen, wenn Danny droht, sie nach seiner Freilassung den Autoritäten auszuliefern?

»Bad Apples«: ab 10.9., Cinestar, Regina-Palast




The Uprising
GB/D 2026, R: Paul Greengrass, D: Andrew Garfield, Jamie Bell, 127 Min.

Im Jahr 1381 hat die zurückliegende Pest große Teile der Bevölkerung ausgelöscht. Ein Bauer (Andrew Garfield), der als Pflüger arbeitet, hat die grassierende Epidemie mehrere Jahre zuvor zwar überlebt, dabei aber seine gesamte Familie verloren. England geht es schlecht und das spürt die unterste Bevölkerungsschicht am meisten.
Als der Londoner Adel mehr Geld benötigt, dafür aber weder die Handelschicht einbeziehen will noch die Kirche zur Finanzierung der königlichen Ausgaben gewinnen kann, wird kurzerhand eine neue Steuer erhoben. Da ist der Funke, der eine Rebellion auf unterster Ebene entzündet. Niemand auf dem Land, der überleben will, kann noch mehr vom eigenen kargen Einkommen abgeben. Der Pflüger ist nicht der Einzige, der sich gegen die ausgeschickten Steuereintreiber erhebt. In dem Prediger John Ball (Jamie Bell) und dem ehemaligen Soldaten Wat Tyler (Cosmo Jarvis) sowie einfachen Frauen wie Alyce (Thomasin McKenzie) findet er Verbündete, die an seiner Seite die protestierenden Massen Richtung London führen.
In der Hauptstadt wollen sie den jungen König (Woody Norman) um Gerechtigkeit ersuchen. Der junge Thronfolger agiert nur als Marionette seiner mächtigen Berater (Tom Hollander, Stephen Dillane) und dem kann auch seine Mutter (Katherine Waterston) wenig entgegensetzen. Ein Krieg droht, wenn das Gesuch des einfachen Volkes auf taube Ohren fällt. Doch kann eine Veränderung von unten erzwungen werden?

»The Uprising«: ab 10.9., Cineplex, Regina-Palast


Queerfilmfestival

Das Queerfilmfestival zeigt in Animiertem (»Jim Queen«), Klassikern (»Paris Was a Woman«), Spiel- und Dokumentar-, Lang- und Kurzfilmen die Lebenswelten queerer Menschen rund um den Globus. 

Passage-Kinos, Kinobar Prager Frühling, 10.–13.9.

Gegenkino
Das Festival für abseitiges Kino präsentiert wieder zehn Tage voll mit spannenden Vorführungen, Musik und Gästen.

Luru Kino, Schaubühne Lindenfels, UT Connewitz, Milieu Kino im Rabet, 10.–20.9.

Das Flüstern der Wälder


F 2025, Dok, R: Vincent Munier, 95 min




Eine Ode an Flora und Fauna der Vogesen, ein Brückenschlag zwischen Vater, Sohn und Enkel, zwischen Menschen und Natur, zwischen Fotografie und Film, zwischen Tag und Nacht, zwischen Persönlichem und Universellem.

Sommerkino im Hildegarten, 11.09. 20:00

Prinzessin Mononoke 


J 1997, R: Hayao Miyazaki, 128 min




Prinzessin Mononoke lebt zusammen mit Wölfen in einem riesigen Wald. Doch die Zivilisation frisst sich immer weiter in die Natur hinein und die Menschen machen Jagd auf den mächtigen Waldgott. Mitten hinein in diesen Konflikt gerät der junge Krieger Ashitaka. In einer einnehmenden Abenteuergeschichte thematisiert Miyazaki die Umweltzerstörung und die Frage, ob es eine echte Koexistenz von Mensch und Natur geben kann.

Sommerkino im Hildegarten, 12.09. 20:00


Who Cancelled Ronja Brainstorm 



D 2026, R: Ronja Brainstorm, 30 min




Kurz-Experimentalfilm von, mit und über die Künstlerin/Filmemacherin Ronja Brainstorm.




Open-Air-Kino in der Spinnerei, 11.09. 19:30 (Eintritt frei, OmU)


Niñxs – Das Leben glitzert


MEX/D 2025, Dok, R: Kani Lapuerta, 96 min




In Tepoztlán in Mexiko dreht Karla einen Film über ihre Geschichte mit Kani, während sie mit einer binären Gesellschaft konfrontiert wird, die sie dem einen oder anderen Geschlecht zuordnen will.

Neustädter Markt, 11.09. 20:00 (Polyloid Filmfestival)

Wir Erben


CH 2024, Dok, R: Simon Baumann



Als seine Eltern ihren 70 Hektar großen Landwirtschaftsbetrieb in Frankreich aus Altersgründen aufgeben und ihren Söhnen vererben wollen, bringt das die Moral des Filmemachers Simon Baumann ins Schlingern. Dokumentarisches Essay.

Linke-Hof Baalsdorf, 12.09. 20:00 (Polyloid Filmfestival)

Cooking up Democracy


D 2026, Dok, R: Monika Treut, 86 min



Doku über die progressive, aber von der Übernahme durch China bedrohten Republik Taiwan.

Kinobar Prager Frühling, 12.09. 15:15 (OmU)

Shrek – Der tollkühne Held

USA 2001, R: Andrew Adamson, Vicky Jenson, 89 min



Der erste Film über die Erlebnisse des grünen Ogers Shrek im Märchenreich wird 25 Jahre alt, brachte damals frischen Wind ins Animationsfilmgenre und ist auch heute immer noch der beste Teil der Reihe.

Cineplex, 12.09. 14:30, 13.09. 10:45, 13:00
Regina-Palast, 12.09. 15:30, 13.09. 16:00
Cinestar, 12.09. 16:45, 13.09. 11:40

Hard Boiled


HKG 1992, R: John Woo, D: Chow Yun-Fat, Tony Leung Chiu-Wai, Teresa Mo, 130 min

John Woos brutaler Krimi über Undercover-Cops in der Hongkonger Unterwelt wird eine Wiederaufführung spendiert.



Luru-Kino in der Spinnerei, 11.09. 21:00 (OmU)
Cinestar, 13.09. 22:45 (OmU)

Das Gewicht der Welt


D 2026, Dok, R: Florian Heinzen-Ziob, 93 min



Der Dokumentarfilm beleuchtet das emotionale und professionelle Dilemma einer neuen Generation von Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern im Angesicht der globalen Klimakrise.

Passage-Kinos, 13.09. 16:00 (mit Gespräch, Weitblick)


Emma

GB 2020, R: Autumn de Wilde, D: Anya Taylor-Joy, Johnny Flynn, Mia Goth, 124 min



Im England des 18. Jahrhunderts mischt sich eine wohlmeinende, aber egoistische junge Frau in das Liebesleben ihrer Freunde ein. Adaption des Romans von Jane Austen.


Passage-Kinos, 13.09. 16:00 (OmU, Strickkino)

Oasis: Donʼt Look Back In Anger

GB 2026, Dok, R: Will Lovelace, Dylan Southern, 122 min




Der Dokumentarfilm zeichnet den Weg der Band Oasis an die Spitze nach und begleitet die Brüder Gallagher bei ihrer Comeback-Tour.

Regina-Palast, 11.09. 19:45 (OmU), 12.09. 19:45 (OmU), 13.09. 12:00 (OmU)
Cineplex, 11.09. 22:30 (OmU), 12.09. 11:00 (OmU)
Passage-Kinos, 12.09. 18:00 (OmU), 13.09. 20:45 (OmU)
Kinobar Prager Frühling, 12.09. 20:30 (OmU), 13.09. 18:00 (OmU)

Bagger Drama


CH 2024, R: Piet Baumgartner, D: Bettina Stucky, Phil Hayes, Vincent Furrer, 94 min



Das Leben einer Familie ist aus den Fugen geraten, seit die Tochter bei einem tragischen Kanuunfall ums Leben kam. Berührendes Familiendrama über Trauer, Verlust und tief sitzende Sprachlosigkeit.

Schaubühne Lindenfels, 18.09. 20:00 (Filmgespräch mit dem Regisseur)


Baldiga – Entsichertes Herz


D 2024, Dok, R: Markus Stein, 92 min

Dokumentarfilm über den Künstler Jürgen Baldiga, der in den 1980er und frühen 1990er Jahren die queere Szene West-Berlins mit seinen Fotos dokumentiert hat.

Luru-Kino in der Spinnerei. 15.09. 19:00 (24 FPS)
Ost-Passage-Theater, 16.09. 20:00 (OmeU)


Between Heaven and Earth


PAL/LUX/IL 2019, R: Najwa Najjar, D: Mouna Hawa, Firas Nassar, Louise Heem, 93 min



Vielfach prämiertes palästinensisch-europäisches Beziehungsdrama, in dem sich ein Paar scheiden lassen will, dabei jedoch auf ein schockierendes Geheimnis aus der Vergangenheit stößt. Es beginnt ein 72-stündiger Wettlauf gegen die Zeit.

Neustädter Markt, 18.09. 20:00 (Polyloid Filmfestival)

Bruderland ist abgebrannt


D 1991, Dok, R: Angelika Nguyen, 28 min



Eine zeitgenössische Momentaufnahme der Lage ehemaliger Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter aus Vietnam kurz nach der Wiedervereinigung. Ein Film über rechtliche und soziale Unsicherheit, über das Ankommen und den Abschied auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld.

Cineding, 18.09. 19:00 (Gespräch mit dem Initiativkreis »Rassismus tötet«)

Das Wiegenlied vom Totschlag


USA 1970, R: Ralph Nelson, D: Candice Bergen, Peter Strauss, Donald Pleasence, 115 min



Brutaler Spätwestern, in dem ein Soldat und eine junge Frau in die Kämpfe zwischen der Armee und den amerikanischen Ureinwohnern hineingezogen werden.

Luru-Kino in der Spinnerei, 14.09. 20:00 (Luru Archiv – 35 mm Doppel)

Viva la muerte – Es lebe der Tod

F/ALG/MAR 1971, R: Fernando Arrabal, D: Anouk Ferjac, Núria Espert, Mahdi Chaouch, 90 min




Während des spanischen Bürgerkriegs kommt ein Junge schrecklichen Familiengeheimnissen um die Verschleppung seines kommunistischen Vaters durch die Faschisten auf die Spur.

Luru-Kino in der Spinnerei, 14.09. 20:00 (Luru Archiv – 35 mm Doppel)

Eraserhead


USA 1977, R: David Lynch, D: Jack Nance, Charlotte Stewart, Allen Joseph, 89 min




Der Nobody Henry und seine Freundin Mary bekommen ein Kind. Das ist allerdings ein wahres Monstrum und lässt das Paar einen Albtraum erleben, aus dem es nur ein böses Erwachen geben kann.

Cinémathèque, 18.09. 21:30

Grand Budapest Hotel


USA 2013, R: Wes Anderson, D: Ralph Fiennes, Tony Revolori, Forrest Murray, 96 min



Die meisterhaft erzählte, abenteuerliche Geschichte von Gustave H., dem legendären Hotelconcierge eines berühmten europäischen Hotels, und seinem Protegé, dem Hotelpagen Zero Moustafa. Beide werden enge Freunde, als sie in den Streit um ein großes Familienvermögen und den Diebstahl eines wertvollen Renaissance-Gemäldes verwickelt werden. All das passiert zu einer Zeit, in der Kriege ausbrechen und Europa sich vollkommen verändert.

Cinémathèque, 18.09. 19:00


Halbe Treppe


D 2002, R: Andreas Dresen, D: Axel Praht, Steffi Kühnert, Thorsten Merten, 111 min



Realitätsnahes, improvisiert mit DV-Kamera inszeniertes, tragikomisches Beziehungsdrama um zwei Paare im Umfeld einer Plattenbau-Siedlung in Frankfurt/Oder. Regisseur Andreas Dresens Film erhielt auf der Berlinale 2002 den großen Preis der Jury.

Zeitgeschichtliches Forum, 14.09. 19:00 (Film des Monats, Zwischen Beton und Paradies)

Sedimente 


CH/D 2026, Dok, R: Laura Coppens, 81 min



Aus Angst vor einem drohenden Gedächtnisverlust bricht der Großvater der Regisseurin sein langes Schweigen und öffnet sich seiner Enkelin. Szene für Szene legt der Film die Verflechtungen der deutschen Geschichte frei – den Nationalsozialismus, die DDR und die Nachwendezeit.

Zeitgeschichtliches Forum, 16.09. 19:00 (mit Gespräch)
Kulturkino Zwenkau, 17.09. 20:00 (DOK-Day)

Weißer Rauch über Schwarze Pumpe


D 2025, Dok, R: Martin Gressmann, 89 min



Der Dokumentarfilm beleuchtet den tiefgreifenden Strukturwandel im ehemaligen Energiedreieck der DDR (um Spremberg, Hoyerswerder und das Industriegebiet Schwarze Pumpe) über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten.

Marktplatz Paunsdorf, 17.09. 20:00 (Polyloid Filmfestival)


Kommentieren


0 Kommentar(e)