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Fußball, trotz allem

Alaa Shehabi war Nationalspieler Palästinas, floh vor dem syrischen Bürgerkrieg und coacht jetzt Blau-Weiß Leipzig

  Fußball, trotz allem | Alaa Shehabi war Nationalspieler Palästinas, floh vor dem syrischen Bürgerkrieg und coacht jetzt Blau-Weiß Leipzig  Foto: Christiane Grundlach

Alaa Shehabi ist etwas außer Atem, als er an einem Freitagabend Mitte Juni auf der Sportanlage von Blau-Weiß Leipzig vom Fahrrad steigt. Nach der Arbeit war er kurz was essen, dann ging’s direkt weiter zum Fußballplatz, am Abend trainiert er die U19 des Vereins. Abschlusstraining vorm Stadtpokalfinale am nächsten Tag. Sein Team sei Favorit, erzählt der schmächtige 38-Jährige, als er im ersten Stock des Vereinshauses an einem langen Tisch Platz nimmt. Wenn er spricht, blickt Shehabi durch eine Fensterfront aufs Vereinsgelände, das seit 2016 auch ein bisschen zu seinem Zuhause geworden ist. Damals flieht er vor dem syrischen Bürgerkrieg nach Deutschland.

Shehabi beginnt auf den Straßen von Damaskus mit dem Fußballspielen. Die meisten Kinder in Syrien spielen auch vor dem Krieg nicht in Vereinen. Als er neun ist, spricht ihn der Trainer eines Erstligisten an. »Er hat gesagt: Du hast Talent, du solltest nicht nur hier auf der Straße spielen.« Shehabis aus Palästina stammende Eltern achten penibel darauf, dass er die Schule nicht vernachlässigt, während er die Jugendmannschaften durchläuft: »Sie haben mich unterstützt, mir gesagt: Ja, wenn du möchtest, kannst du weiterspielen – aber sie waren niemals bei einem meiner Spiele«, erzählt Shehabi.


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