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Kultur

Aus eins mach drei

Magdeburger Leitungstrio übernimmt das Schauspiel Leipzig

  Aus eins mach drei | Magdeburger Leitungstrio übernimmt das Schauspiel Leipzig  Foto: Kerstin Schomburg

Künftig will das Schauspiel Leipzig mehr auf Kollektivleistung setzen. In der Spielzeit 2027/28 übernimmt das Trio Clara Weyde, Bastian Lomsché und Clemens Leander, die aktuell als Leitungsteam am Magdeburger Schauspiel arbeiten, die Intendanz von Enrico Lübbe. Dessen 2013 begonnener Vertrag läuft dann aus. Die Entscheidung gab das Kulturamt der Stadt Leipzig am Freitag bekannt.

Weyde, Lomsché und Leander werden laut Plan gleichberechtigt in der Intendanz und Betriebsleitung auftreten. Auch die Bereich Regie, Chefdramaturgie, Studioleitung und Kostümbild sollen sie gestalten. In Magdeburg ist das Trio seit 2022 als Schauspielleitung aktiv. Unter ihrer Leitung entstand die Produktion »Blutbuch«, die zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Ein Fachmagazin kürte die Bühne an der Elbe jüngst zum Theater des Jahres. Der Vertrag der drei am Theater Magdeburg läuft in der kommenden Spielzeit aus. Diese werden sie zugleich nutzen müssen, um sich auf Leipzig zu orientieren und ein Team zusammenzustellen.

Weyde, Lomsché und Leander setzten sich in der Endrunde des Auswahlverfahrens gegen acht Mitbewerber durch – als einziges Team. 50 Bewerbungen zählte das Kulturamt insgesamt. Da die Satzung des städtischen Kultureigenbetriebs bisher kein Intendanz-Team vorsieht, wird eine Neufassung nötig. Das soll im März geschehen, der Stadtrat soll der Neuberufung im April zustimmen. Leitungsteams sind in der Freien Szene nicht ungewöhnlich, im Stadttheater dagegen schon. Das Theater Halle leitet seit 2022 eine Doppelspitze.

Statt auf eine Findungskommission aus Fachleuten, setzt die Stadt auf eine Kommission aus Kommunalvertretern und Verwaltung. Damit sollen die »unschönen Debatten der Zehner-Jahre« vermieden werden, erklärte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke auf kreuzer-Anfrage. Die Findungskommission bestand aus Stadträtinnen und Stadträten, den Bürgermeistern für Kultur und für Allgemeine Verwaltung sowie dem Personalamt. Theaterexperten hatten beratende Funktion.

Im Ausschreibungstext wurde »progressives Stadttheater« als Wunsch formuliert. Zur Berufung des Trios erklärte Jennicke: »Das Dreierteam hat mit seinen programmatischen Ideen und künstlerischen Perspektiven die Auswahlkommission überzeugt; künstlerisch innovativ aber mit einer klaren Vision von zeitgemäßer Führung eines großen Bühnenhauses und pragmatischem Blick auf die begrenzten Ressourcen. Der Erfolg in Magdeburg verspricht, dass es eine große Chance für Leipzig ist: Mit dem Dreier-Team kann hier etwas wirklich Neues, Lebendiges entstehen. Ich freue mich auch persönlich sehr darauf.«


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