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Editorial

Der September-kreuzer ist da!

Das Editorial

  Der September-kreuzer ist da! | Das Editorial  Foto: Annabell Goldacker, Tanja Schreiber Kirmse

»Ich will Hole!« So kann man jemandem auch zum Buchvertrag gratulieren. Wie es dazu kam, erfahren Sie in unserer Titelgeschichte über die Buchreihe »These Girls«. Diese hat die ehemalige kreuzer-Musikredakteurin Juliane Streich herausgegeben. Nicht wenige unserer Autorinnen und Autoren wirkten daran mit. Warum das dann nicht zum Thema machen? Wir haben in diesem Stil eigens Musikerinnenporträts angefertigt und eines aus dem Buch abgedruckt (wer errät welches, bekommt ein Exemplar geschenkt). Zusätzlich hat die famose Mrs. Pepstein Frauen zum Interview gebeten, die zu zwei Dritteln ebenfalls in den Büchern vorkommen. Aber lesen Sie selbst und lassen Sie sich von unserer Surprise-Kandidatin überraschen. Was Sie sonst im Heft erwartet, erfahren Sie wie immer zuverlässig im Inhaltsverzeichnis nebenan.

Ein ungewöhnlich heißer und trockener Sommer läuft langsam aus. Hitzetote und Waldbrände, den Ausfall des öffentlichen Nahverkehrs in Leipzig könnte man als besorgniserregend bezeichnen. Der Kanzler will davon nichts wissen und erklärt, er werde weiter das Wetter beobachten. Vielleicht kommt er noch darauf, dass Wetter und Klima unterschiedliche Vorgänge sind. Am Leipziger Tropos-Institut ist man da viel weiter als in Berlin. Angesichts der jüngsten Brände warnt man dort nicht nur vor den gesundheitlichen Folgen der Rauchpartikel, die über weite Strecken transportiert werden. Diese haben auch reflektierende Wirkung, wodurch sie in der Luft die Wärmeabstrahlung von der Erde abmildern: »Somit sind Waldbrände langfristig mit einer weiteren Zunahme der Erderwärmung verbunden.« Und Wissenschaftler der Uni Leipzig »fanden heraus, dass sich der Spätsommer mittlerweile deutlich stärker erwärmt als der Frühsommer und die Böden tendenziell trockener sind als in Sommern früherer Jahre«. Was das für die Region bedeutet, werden wir demnächst für Sie aufschreiben.

Vielleicht liest man aus den Zeilen heraus: Ich bin Team Wissenschaft. Daher versuche ich auch, im Alltag möglichst oft nett zu anderen zu sein. Das ist kein Achtsamkeitsfimmel – Kooperation bildet unseren evolutionären Vorteil. Warum den verspielen? Nettsein hat nicht nur eine positive Wirkung auf andere, sondern steckt mich selbst mit an. Welchen Zacken breche ich mir aus der Krone, wenn ich fröhlich an der Konsumkasse stehe oder jene Menschen grüße – und mich bei ihnen bedanke –, die übers WC wachen? Die britische Tageszeitung Guardian hat eine eigene Rubrik »Kindness of Strangers«: »Manchmal kann eine spontane Geste oder eine großzügige Handlung die Art und Weise verändern, wie man über seinen Tag – oder sein Leben – denkt.« Dort können Leserinnen und Leser mitteilen, was ein warmer Akt von Fremden bei ihnen Positives auslöste. Wenn Ihnen auch so ein Moment widerfahren ist, schreiben Sie uns einfach.

Das war jetzt hoffentlich nicht zu altersmilde. Grund genug, wütend auf die Welt und die Verhältnisse zu sein, gibt es ja. Aber lassen wir das an den Richtigen, an den Verantwortlichen, aus und nicht an unseren Mitmenschen. Ich fahre jetzt, Sie ahnen es, an den See. Grüße meine nackten und bekleideten Strandnachbarn. Und: Platsch!

Bleiben Sie den Wogen gewogen und natürlich uns. Und seien Sie nicht zu hart zu sich selbst.

Es winkt,

Ihre Urlaubsvertretung
TOBIAS PRÜWER

chefredaktion[at]kreuzer-leipzig.de


PS: Das Musikvideo zu »Die da!?!« wurde in Plagwitz gedreht.


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