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Streichzüge durch die feministische Musikgeschichte

This Girl: Was Herausgeberin Juliane Streich bei ihrem Buchprojekt antrieb

  Streichzüge durch die feministische Musikgeschichte | This Girl: Was Herausgeberin Juliane Streich bei ihrem Buchprojekt antrieb

Was mache ich als Nächstes?« Ab 2008 leitete die Journalistin Juliane Streich über zehn Jahre die kreuzer-Musikredaktion. Dann setzte sie einen Schlussstrich, Neues musste her. »Ich suchte nach neuen Aufgaben. Beim Ventil Verlag gab es dieses Buch ›Damaged Goods‹, davon habe ich mir die Idee abgeguckt.« Diese Punk-Historie, an der auch einige kreuzer-Autorinnen und -Autoren mitgeschrieben haben, sei inspirierender Ausgangspunkt gewesen. »Ich saß dann in meinem kleinen neuen Büro, surfte im Netz und stieß auf eine Liste mit den besten Punk-Musikerinnen. Dann dachte ich, warum das nicht für die Musikgeschichte an sich machen und die spannendsten Frauen vorstellen?«

Sie schlug das Projekt dem Ventil Verlag vor, der lud sie zum besiegelnden Handschlag auf der Leipziger Buchmesse ein. Kurz nach diesem Vertragsabschluss traf Streich den kreuzer-Theaterredakteur. Der reagierte wenig reserviert: »Ich will Hole!« »Glück gehabt, Hole wollten viele«, sagt Streich dazu. »Ein Buchmesse-Besuch lohnt sich.«

Dann zapfte Streich ihr Netzwerk an, der Ventil Verlag schrieb seine Autorinnen und Autoren an. »Das war nicht ganz leicht. Weil alle nur für den Fame schrieben, es gab ja kein Honorar. Immerhin bekommen die Leute Rabatt beim Verlag. Ich wurde jetzt auch nicht überbezahlt.« Das habe den Veröffentlichungsprozess etwas verzögert. »Aber viele waren sofort begeistert, weil sie eh schon im Stoff standen.« Vor allem Journalistinnen und Journalisten sind beteiligt, aber auch Wissenschaffende und Leute aus der Literatur bringen ihren Blick ein – und Menschen, die selten Texte schreiben, aber mit Leidenschaft dabei waren. »Dadurch ist das ein besonderer Zugang mit vielen Perspektiven.«

Ziel war es, eben kein Lexikon zu veröffentlichen, also nicht das Internet auszudrucken. »Es ist wie ein Mixe-Tape. Die einzige Kritik in der fast durchweg guten Presse galt neben einem inhaltlichen Fehler dem Umstand, dass jemand fehlen würde oder die Auswahl zu wild ist.« Leerstellen seien unvermeidlich gewesen, der wilde Charakter gewollt.

»Als wir das Buch mit Lesung und Party vorstellten, war es schon krass, die Schlange vorm Conne Island zu sehen. Da gehe ich ja selbst ständig als Gast hin.«

Weil das Projekt sehr positiv aufgenommen wurde, drehte Juliane Streich als Herausgeberin noch zwei weitere Runden. Und wird ihren dritten Streich mit Mitstreitenden im Conne Island vorstellen, dem Club, wo sie immer noch gern hingeht. »Das dritte Buch füllt wichtige Leerstellen. Es ist aber das letzte, fest versprochen.« 

> »These Girls Forever! Ikonen feministischer Musikgeschichte«. Mainz: Ventil 2026. 240 S., 24 €
> Buchvorstellung, 4.9., 19 Uhr, Conne Island

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