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Ein Jahr #le1101prozess

Die gesamte Berichterstattung zu #le1101 und den Leipziger Connewitz-Prozessen auf einen Klick

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Seit exakt einem Jahr wird in Leipzig der vermutlich größte koordinierte Angriff von Neonazis und Hooligans der vergangenen zwei Jahrzehnte verhandelt: der »Sturm auf Connewitz«. Als einziges journalistisches Medium hat der kreuzer jeden Prozess beobachtet – und Hintergründe des Angriffs offengelegt, die bis dahin vor Gericht keine Rolle spielten. Das große Dossier: alle Artikel rund um den Angriff auf Connewitz und die juristische Aufarbeitung.

 


Die gesamte Titelgeschichte des kreuzer-Hefts April 2019 ohne Paywall:

Der Proceß

Schneise der Verwüstung: Eine Zwischenbilanz der Leipziger Prozesse zum Neonazi-Angriff auf Connewitz
Mehr als 200 Angeklagte, Bewährungsstrafen gegen »Teilgeständnisse«, Körperverletzungen, die vor Gericht keine Rolle spielen – die Leipziger Prozesse zum Neonazi-Angriff auf Connewitz ergeben ein komplexes Bild. Fest steht: Der Angriff wird die sächsische Justiz noch lange beschäftigen (kreuzer Heft 04/19)

Der Proceß – eine Art Drama

Best of #le1101prozess: Originalaussagen aus dem Gerichtssaal
Seit August 2018 beobachtet der kreuzer die Prozesse zum Neonazi-Angriff auf Connewitz. Wir schreiben mit, wenn Angeklagte, Zeugen, Staatsanwaltschaft und Gericht sich über den Abend des 11. Januar 2016 äußern oder den Prozessverlauf kommentieren. Meist folgen die Verhandlungen einer festen Dramaturgie. Auch in der Gesamtschau ergibt sich aus den Aussagen der Protagonisten ein beinahe literarisch anmutendes Bild. Es folgt eine – nicht ganz ernst gemeinte – Bühnenfassung in der Inszenierung des Amtsgericht Leipzig (kreuzer Heft 04/19)

Etabliertes Kampfmilieu

Hooliganismus-Forscher Robert Claus über das vernetzte Gewaltpotential hinter dem Angriff auf Connewitz
Nie zuvor wurden so viele rechte Hooligans, Neonazis, Rocker und Kampfsportler bei einer gemeinsamen Gewalttat von der Polizei festgesetzt, wie am 11. Januar 2016. Der Prozess um den Überfall auf Leipzig-Connewitz ist eine große Chance, extrem rechte Netzwerke zu durchleuchten. Das Gericht vergibt sie bisher kläglich (kreuzer Heft 04/19)

Editorial

Chefredakteur Andreas Raabe erklärt, warum die Prozesse zum Überfall auf Connewitz vor allem eins sind: eine vergebene Chance


Die gesamte Berichterstattung auf kreuzer Online rund um den #le1101prozess:

»Bürgerkriegsähnliche Zustände«

Connewitz-Prozess im Eiltempo: Einminütige Geständnisse, einsilbige Antworten und Bewährungsstrafen bereits nach knapp einer Stunde
Das Amtsgericht Leipzig hat am Mittwochmorgen den Neonazi-Angriff auf Connewitz überraschend zügig abgehandelt: einminütige Geständnisse, wenige Fragen, keine Zeugen. Bereits nach einer Stunde gab es Bewährungsstrafen und ungeachtet des vorgelegten Tempos ein drastisches Fazit des Richters (4.7.19)

»Ich habe Sie erkannt!«

Haftstrafe für Connewitz-Angriff: Polizeivideos werden einem Angeklagten zum Verhängnis
In einer Verhandlung zum Neonazi-Angriff auf Connewitz am Donnerstag wurde dem Angeklagten ein Video zum Verhängnis, das seine Verteidigerin eigentlich zur Entlastung nutzen wollte. Die vorsitzende Richterin bewies ein gutes Auge und demonstrierte akribische Vorbereitung. Das Ergebnis: Anderthalb Jahre Haft ohne Bewährung für den Angeklagten (20.6.19)

Gemischtes Doppel

Verbindungen der Prozesse zu Connewitzangriff und Anschlag auf Wohnung von Justizminister Gemkow
An zwei verschiedenen Leipziger Gerichten wird am Donnerstag parallel gegen zwei verschiedene Personen wegen zwei verschiedenen rechten Gewalttaten verhandelt – dem Neonaziangriff auf Connewitz im Januar 2016 und dem Anschlag auf die Wohnung von Sachsens Justizminister Gemkow. Kurios: Beide Angeklagte müssen sich demnächst auch für die jeweils andere Straftat vor Gericht verantworten (23.5.19)

Erneut Haftstrafen wegen Connewitz-Angriff

Verteidiger kritisiert »Vorverurteilung« und »geschäftsmäßiges Abarbeiten« am Amtsgericht Leipzig
Das Amtsgericht verhängt erneut Haftstrafen wegen des Angriffs auf Connewitz im Januar 2016. Beide Angeklagte hatten im gesamten Prozess geschwiegen. In früheren Verhandlungen zum »Sturm auf Connewitz« fielen bei Geständnissen stets Bewährungsstrafen. Ein Verteidiger kritisiert das Vorgehen des Gerichts als »geschäftsmäßiges Abarbeiten« (16.4.19)

»Wer meine Stadt zerkloppt, hat hier schlechte Karten«

Bewährung trotz rhetorischer Härte vs. erneute Haftstrafen in Connewitz-Prozessen
Insgesamt zehn Personen mussten sich in den letzten Tagen in drei Prozessen am Amtsgericht wegen des »Sturm auf Connewitz« verantworten. Erneut zeigte sich, dass für Bewährungsstrafen bereits minimale Einlassungen ausreichen. Wer schweigt, wird hingegen zu Haftstrafen verurteilt (13.2.19)

»Ich glaube, da können wir diesmal auch drauf verzichten«

Chat-Protokolle über Bewaffnung bringen keine Wende in Connewitz-Prozessen
In den »Connewitz-Prozessen« am Amtsgericht Leipzig spielen Angriffe auf Personen weiterhin keine Rolle. Trotz Chat-Protokollen, in denen ein Angeklagter anscheinend über genau die Waffen schreibt, mit denen an dem Abend Menschen verletzt wurden (7.2.19)

Rechtspflege

Rechte Szeneanwälte bei den Connewitzprozessen in Leipzig
Nicht nur bei zahlreichen mutmaßlichen Beteiligten des Angriffs auf Connewitz finden sich Verbindungen in die organisierte rechte Szene. Seit August 2018 traten bereits zwei Anwälte als Verteidiger auf, die aus dem NSU-Verfahren bekannt sind (23.1.19)

Kurzfristig verschoben

Linkes Bündnis ruft auf, Connewitzprozess zu besuchen – Verhandlung wurde kurzfristig abgesagt
Weil sie den Verlauf der Prozessreihe zum »Sturm auf Connewitz« kritisieren, hat eine Initiative für Donnerstag eine Kundgebung vor dem Amtsgericht Leipzig angemeldet und ruft dazu auf, den Prozess gegen zwei mutmaßliche Connewitzangreifer zu besuchen. Eine entsprechende Verhandlung wird es an dem Tag aber gar nicht geben (9.1.19)

»Anhören müssen wir uns das jetzt nicht, oder?«

Die Perspektive der Opfer rückt bei den Connewitz-Prozessen weiter in den Hintergrund
Angesichts der hohen Zahl an Verfahren zum Angriff rechter Hooligans auf Connewitz setzt das Amtsgericht Leipzig auf Effizienz. Sofern die Angeklagten sich geständig einlassen, wird auf Zeugenbefragungen verzichtet. Mittlerweile findet die Perspektive der Opfer des Angriffs allerdings selbst in schriftlicher Form nur noch bedingt Raum im Verfahren (6.12.18)

»Sie hätten es noch mehr als jeder andere wissen müssen«

Das Amtsgericht Leipzig verurteilt einen Rechtsreferendar wegen des Connewitzangriffs
Auch der fünfte Prozess zum »Sturm auf Connewitz« verlief größtenteils in bekannten Bahnen. Das Gericht lud zahlreiche Zeugen und bestellte kurzfristig die meisten davon wieder ab. Für einen Rechtsreferendar könnte das Urteil von Donnerstag allerdings das Ende seiner juristischen Ausbildung bedeuten. Am Rande wurden erstmals auch Angriffe auf Personen thematisiert (29.11.18)

»Ich bin gerade beschossen worden!«

Wie die Leipziger Justiz das volle Ausmaß des Neonaziangriffs auf Connewitz aus der Öffentlichkeit hält
Als am Abend des 11. Januar 2016 rund 250 bewaffnete Neonazis und Hooligans durch Connewitz zogen, hinterließen sie massiven Sachschaden. Nur durch Glück wurden dabei keine Menschen verletzt, so die öffentliche Darstellung. Dabei ist den Justizbehörden bekannt, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist (15.11.18 & taz – die tageszeitung vom 16.11.18)

Am besten nichts Neues

Das Amtsgericht scheint seine Linie für die Connewitz-Prozesse gefunden zu haben
Auch der vierte Prozess am Leipziger Amtsgericht zum Angriff von über 200 Neonazis und rechten Hooligans auf Connewitz bringt keine neuen Erkenntnisse zum Ablauf oder zu den Hintergründen der Aktion. Derartige Erkenntnisgewinne scheinen aber auch gar nicht mehr im Interesse des Gerichts zu liegen. Man setzt auf effizientes Vorgehen: Durch »Teilgeständnisse« erhalten die Angeklagten Bewährungsstrafen (29.10.18)

#le1101prozess: Deal? Deal!

Richterin, Staatsanwalt und Verteidigung einigten sich erneut auf Bewährungsstrafen
Das Amtsgericht Leipzig scheint einen Umgang mit dem Prozessmarathon zum Überfall auf Connewitz Anfang 2016 gefunden zu haben: »Geständige Einlassungen« der Angeklagten gegen Bewährungsstrafen, lautete die Formel im dritten Prozess erneut. Erkenntnisse über Tathergang oder Hintergründe gab es hingegen nicht (10.10.18)

Im Schnellverfahren

Für den dritten Connewitzprozess wurden bereits alle Zeugen abbestellt
Diesen Mittwoch wird am Amtsgericht Leipzig zum dritten Mal der Angriff von Neonazi-Hools auf Geschäfte und Kneipen in der Wolfgang-Heinze-Straße im Januar 2016 verhandelt. Zeugen sollen diesmal gar nicht erst gehört, das Urteil hingegen noch am selben Tag verkündet werden (8.10.18)

#le1101 Prozess: »Geständige Einlassungen«

Vor dem Amtsgericht haben zwei Beteiligte des Überfalls auf Connewitz ausgesagt und Bewährungsstrafen erhalten
Im Prozess um den Überfall auf Connewitz durch über 200 Rechtsradikale im Januar 2016 haben zwei Beteiligte ausgesagt: Andreas C. und David D. sprachen über unbekannte Handynummern, Treffpunkte und ihre angebliche Angst vor Übergriffen durch Linksradikale. Richter Marcus Pirk setzte die Freiheitsstrafen von einem Jahr und vier Monaten zur Bewährung aus. Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich wegen der Aussagen darauf verständigt. Zeugen aus dem ersten Verfahren wurden wieder ausgeladen (13.9.18)

Organisatorische Belastung und Angst vor Vergeltung

Geschädigte des Connewitz-Angriffs müssen vielleicht über hundert Mal aussagen
Die juristische Aufarbeitung des Angriffs rechter Hooligans auf Connewitz im Januar 2016 hat gerade erst begonnen. Und doch zeichnet sich jetzt bereits ab, dass diese ausgerechnet für geschädigte Anwohner zur wesentlichen Belastungsprobe werden könnte. Denn neben emotionaler Anspannung und organisatorischem Aufwand ist auch die Angst vor Vergeltung keineswegs unbegründet (31.8.18)

#le1101prozess: »Das einzige Ziel war eine Schneise der Verwüstung«

Am Leipziger Amtsgericht wurden die ersten beiden Beteiligten des »Sturm auf Connewitz« zu Gefängnisstrafen verurteilt
Zeitgleich zur Feier des ersten Jahrestags von Legida zerstörten am Abend des 11. Januar 2016 rund 250 bis 300 Rechtsradikale zahlreiche Geschäfte, Kneipen und Autos auf der Wolfgang-Heinze-Straße und griffen Passanten an. Nun wurden die ersten Beteiligten in Leipzig jeweils zu einem Jahr und acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt (23.8.18)

#le1101Prozess: 01 von 73

Zweieinhalb Jahre nach dem Angriff hunderter Neonazi-Hools hat das erste Verfahren in Leipzig begonnen
Der Auftaktprozess zum Neonaziangriff auf Connewitz brachte, trotz manch überraschend klarer politischen Einordnung, wenig Neues zutage und zugleich den Unmut mancher Pressevertreter auf (16.8.18)


Unsere gesamte Twitter-Berichterstattung aus dem Amtsgericht auf einen Klick gibt es HIER.


Noch mehr Berichte und Hintergründe zum Angriff auf Connewitz:

»Game Over«

#le1101: Die Geschichte des Überfalls auf Connewitz
Im Januar 2016 überfielen hunderte Neonazis Connewitz. Am Donnerstag beginnt nun der Prozess gegen zwei Tatverdächtige, die sich wegen Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall verantworten müssen. An dieser Stelle veröffentlichen wir nochmal unsere Titelgeschichte aus dem Februar, in der wir die Vorbereitungen und Erlebnisse im Januar 2016 anhand von Zeugenberichten und Nachrichten auf Whatsapp, in sozialen Netzwerken und SMS rekonstruieren (kreuzer Heft 02/18)

Nazis, Schläger, Ideologen

Attacke auf Connewitz – Infografik zu den Vernetzungen der Festgesetzten
Wer griff am 11. Januar Connewitz an? Wir haben die Daten der nach dem Überfall Festgesetzten ausgewertet. Die Grafik aus der Oktoberausgabe war so heißbegehrt, dass wir sie an dieser Stelle nun auch online veröffentlichen (kreuzer Heft 10/16)

SA-Schläger in Connewitz

Kommentar zum Angriff rechter Gewalttäter auf die Wolfgang-Heinze-Straße
In den frühen neunziger Jahren gab es teilweise wöchentlich Nazi-Überfälle auf Wohngemeinschaften und besetzte Häuser in Leipzig, vor allem in Connewitz. Doch keiner war so im Stile der SA geplant und durchgeführt worden, wie der Überfall am gestrigen 11. Januar auf Geschäfte, Kneipen und Wohnhäuser in der Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße. Von seinen Ausmaßen her kann man vom verheerendsten Nazi-Überfall in Leipzig seit dem 9. November 1938 sprechen. Natürlich sind die beiden Ereignisse schwer miteinander vergleichbar, aber es zeichnen sich durchaus Parallelen ab (12.11.16)

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